Magnetfeldmessung

Michael Brosig | Inka Krischke,

Die automatisierte Parkraumüberwachung

In Deutschland waren im vergangenen Jahr rund 50 Millionen ­Kraftfahrzeuge zugelassen. Eine Herausforderung für die Infra­struktur – sowohl im fließenden als auch im ruhenden Verkehr. Dem Thema Parkraum-Überwachung kommt somit eine stetig ­wachsende Bedeutung zu.

© Jumo

Nach internationalen Studien werden rund 30 % des Verkehrs in Städten durch die Suche nach Parkplätzen generiert. Das im kroatischen Varaždin beheimatete Unternehmen Mobilisis hat deshalb vor drei Jahren mit der Entwicklung von Sensoren zur Erfassung fließenden und ruhenden Verkehrs begonnen. Ergebnis ist das ‚Magsense‘-System, das die Erkennung parkender Fahrzeuge auf Parkplätzen sowie in Parkhäusern und Tiefgaragen ermöglicht.

Der 'Magsense'-Sensor kann das Erdmagnetfeld exakt messen und auch kleinste Änderungen bewerten.

© Jumo

Das System beruht auf einer Magnetfeldmessung. Der Magsense-Sensor ist in der Lage, das Erdmagnetfeld exakt zu messen und kleinste Änderungen zu bewerten. In den bis dato realisierten Anwendungen der Fahrzeug- und Verkehrsdatenerfassung misst der Sensor zunächst das ‚ungestörte‘ Erdmagnetfeld. Dieses wird durch ferromagnetische Stoffe beeinflusst, wie sie in allen Fahrzeugen vorhanden sind. Sobald ein Fahrzeug in den Messbereich eines Sensors kommt, kann er die Veränderungen des Erdmagnetfeldes erkennen und messen. Die Messwerte werden ausgelesen und ziel­orientiert ausgewertet. Neben ferromagnetischen Materialien detektieren die Sensoren auch Beeinflussungen des vorhandenen Erdmagnetfeldes durch Aggregate und Wirbelströme.

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Für Parkvorgänge und den fließenden Verkehr

Die Sensoren erfassen die Belegung der Parkplätze und senden diese Infor­mation drahtlos an entsprechende Anzeige-Einrichtungen im Parkhaus. Darüber hinaus lassen sich die ­aktuellen Belegungen direkt an mobile Endgeräte oder Webseiten weiter­leiten.

© Jumo

Die Magnetfeldsensoren erfassen die Belegung von Pkw-Einzelstellplätzen mit einer Detektionsrate von über 99 %. Die Echtzeitdaten jedes Park­vorgangs werden an ein Parkleitsystem oder ­einen externen Server weitergeleitet. Zudem erlaubt das System eine Einzelstellplatz-Erfassung, mit deren Hilfe eine direkte Zielführung zu freien ­Stellplätzen möglich wird. Unter an­derem wird das System an einem deutschen Großflughafen eingesetzt.

Im fließenden Verkehr lässt sich die Technologie zur Zählung und Klassifizierung von Fahrzeugen wie etwa Per­sonen- oder Lastkraftwagen nutzen.­Beispielsweise kann die Zählung an Ein- und Ausfahrten sowie auf Bundestraßen und Autobahnen zur Ermittlung der Verkehrsbelastung angewandt werden. Auch für den Einsatz bei Signalsteuerungen sowie als Kontrolle von Zufahrtsberechtigungen bieten sich die Magnetfeld­sensoren an. So lässt sich etwa eine ­Zufahrtskontrolle für Dauerparker mit monatlichem Abrechnungssystem an Ein- und Ausfahrten oder an zugewiesenen Stellplätzen realisieren.

Die elektronischen Baugruppen der Sensoren werden bei Jumo in Fulda nach Kundenvorgaben gefertigt und anschließend von Mobilisis programmiert, geprüft und verlötet. Darüber hinaus profitiert Mobilisis vom Komplettservice und vom Fertigungs-Know-how von Jumo. Kernstück der elektronischen Baugruppenfertigung des Fuldaer Unternehmens sind drei SMD-Bestückungslinien, die bis zu 100.000 Bauteile in der Stunde bestücken können; die Jahreskapazität in der SMD-Bestückung beträgt aktuell 140 Mio. Bau­teile. Außerdem stehen für die THT-Bestückung zehn halbautomatische Bestückungseinrichtungen zur Verfügung. Die Jahreskapazität liegt hier bei maximal 14 Mio. Bau­teilen.

Autor:
Michael Brosig ist Pressereferent bei Jumo in Fulda.

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