Microsoft

dpa | Andrea Gillhuber,

Solarwinds-Hacker nehmen Tech-Firmen ins Visier

Die Hacker hinter der folgenschweren Cyberattacke auf den IT-Dienstleister Solarwinds nehmen nun nach Erkenntnissen von Microsoft Dutzende Unternehmen der Tech-Branche ins Visier.

© Peter Kneffel/dpa

Seit Mai seien allein rund 140 Technologie-Dienstleister über Angriffe unterrichtet worden, teilten Microsofts Sicherheitsforscher am Montag mit. Bei bis zu jedem Zehnten von ihnen seien die Hacker erfolgreich gewesen.

Über IT-Wartungssoftware der Firma Solarwinds waren die Angreifer vermutlich zu Spionage-Zwecken in Computernetzwerke von US-Regierungsbehörden gekommen, unter anderem beim Finanz- und Energieministerium. Der Angriff wurde Ende vergangenen Jahres festgestellt. Das genaue Ausmaß der dabei erbeuteten Informationen ist bis heute nicht öffentlich geworden. Die US-Regierung und IT-Sicherheitsforscher vermuten hinter der Attacke Hacker mit Verbindungen zum russischen Auslandsgeheimdienst. Moskau wies die Vorwürfe stets zurück.

Microsoft nennt die Hackergruppe ‚Nobelium‘. In jüngster Zeit habe sie sich auf Firmen fokussiert, die Cloud-Dienste für andere Unternehmen einrichten und betreuen. Sie hofften vermutlich, über die Zugänge der Dienstleister in die Computersysteme ihrer Kunden vorzustoßen, erklärten die Microsoft-Experten.

Mit einer solchen Angriffsmethode waren im Sommer bereits auch Online-Kriminelle erfolgreich gewesen. Über eine Schwachstelle beim IT-Dienstleister Kaseya konnten sie Computer bei Kunden verschlüsseln und Lösegeld verlangen.

Anzeige

Systematischer Zugriff auf Technologie-Lieferketten

Insgesamt habe Microsoft seit dem 1. Juli 609 Kunden über fast 23 000 Angriffe durch ‚Nobelium‘ unterrichtet, hieß es weiter. Die Erfolgsquote der Attacken liege im niedrigen einstelligen Prozentbereich. »Die jüngste Aktivität ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Russland versucht, einen langfristigen, systematischen Zugriff auf Technologie-Lieferketten zu erreichen – und einen Mechanismus zu schaffen, mit dem für die russische Regierung interessante Ziele jetzt oder in der Zukunft überwacht werden können«, schrieben die Microsoft-Experten.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

E-Paper zum Sonderheft

SAFETY & SECURITY 2021

Die Auswirkungen von KI auf die Sicherheit von Mensch und Maschine in der Produktion, erste Details eines Klassifikationsschema für KI in Sicherheitsanwendungen und wie eine Strategie für OT Security in vernetzten Umgebungen und mehr sind Thema im...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren