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IIoT – Chancen und (Sicherheits-)Risiken
Das Industrial Internet of Things (IIoT) hat das Potenzial, die Fertigung zu revolutionieren. Es birgt aber auch zusätzliche Sicherheitsrisiken.
Laut einer Studie von Mordor Intelligence wird die Marktgröße des IIoT von etwa 114,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf etwa 503 Milliarden US-Dollar im Jahr 2029 wachsen. Dennoch gibt es auch bei der IIoT-Technologie gewisse Herausforderungen.
IIoT: gewaltiges Potenzial für die Produktion
Für dieses beträchtliche Wachstum existieren gute Gründe – mit Industrial IoT-Plattformen können Unternehmen Daten analysieren und diese als Grundlage für wichtige Geschäftsentscheidungen nutzen. Die von Maschinensensoren erfassten Daten helfen, Produktionsabläufe zu optimieren, frühzeitig Probleme zu identifizieren und die Qualitätskontrolle zu verbessern. Die Einführung von IIoT führt somit zu größerer betrieblicher Effizienz und höherer Wettbewerbsfähigkeit.
IIoT: ein Einfallstor für Cyberangriffe
Eine IIoT-Einführung geht allerdings auch mit Risiken für die Sicherheit des jeweiligen Unternehmens einher. Mit zahlreichen an das Netzwerk angeschlossenen IIoT-Geräten haben Produktionsunternehmen eine Vielzahl von Endpunkten zu verwalten, was Gefahren mit sich bringt. So sind IIoT-Plattformen aufgrund der riesigen Mengen an sensiblen Daten, die generiert und gespeichert werden, ein attraktives Ziel für Cyberkriminelle. Ein gelungener Cyberangriff hat gravierende Folgen und kann erhebliche finanzielle Verluste und Rufschäden nach sich ziehen. Viele IIoT-Geräte laufen auf veralteter Technologie, sodass sie nicht über robuste Sicherheitsfunktionen verfügen, was ihre Anfälligkeit für Cyberattacken noch steigert. Zusätzlich erhöhen die komplexen IIoT-Systeme mit ihren zahlreichen miteinander verbundenen Geräten das Risiko von Sicherheitslücken deutlich.
Ransomware stellt eine große Gefahr für IIoT-Systeme dar. Die Anzahl dieser Angriffe steigt seit Jahren und die Vorgehensweise der Cyberkriminellen wird immer aggressiver und raffinierter. Eine unerlässliche Maßnahme im Kampf gegen Ransomware ist die Installation einer Backup-Funktion.
Automatisiertes Patch-Management für mehr Aktualität
Regelmäßige Software-Updates sind ein weiterer wichtiger Schritt hin zu geschützten IIoT-Systemen. Die gesamte Software und Firmware müssen immer auf dem neuesten Stand gehalten werden. Das ist entscheidend, um IIoT-Systeme vor möglichen Bedrohungen zu schützen. Diese Updates enthalten häufig Patches für bekannte Schwachstellen, die von böswilligen Akteuren ausgenutzt werden können.
In kleineren Umgebungen kann eine manuelle Aktualisierung für das Gewährleisten von Cybersicherheit ausreichen, mit dem Wachstum von Unternehmen werden jedoch aufgrund der Komplexität und des Umfangs der Abläufe automatisierte Patch-Management-Systeme erforderlich.
Es müssen robuste Patch-Management-Lösungen implementiert werden, die den Aktualisierungsbedarf ermitteln sowie das Herunterladen und das Installieren von Software-Updates automatisieren. Außerdem sollten Updates vor einer breiten Einführung in einer kontrollierten Umgebung getestet werden. Zudem empfiehlt es sich, Rollback-Pläne zu entwickeln, die bei Problemen die Updates wieder rückgängig machen. Dadurch lassen sich Ausfallzeiten minimieren und die Betriebskontinuität wird sichergestellt.
Das automatisierte Patch-Management bietet gleich mehrere Vorteile:
- Kohärenz und Reichweite: Automatisierte Tools stellen sicher, dass alle Systeme einheitlich und zum richtigen Zeitpunkt aktualisiert werden. Somit werden menschliche Fehler auf ein Minimum reduziert.
- Wirkungsgrad: Die Automatisierung spart Zeit und Ressourcen, indem sie Routineaufgaben übernimmt. Als Folge kann sich das IT-Team auf komplexere Probleme fokussieren, die ein menschliches Eingreifen erfordern.
- Einhaltung von Vorschriften und Berichterstattung: Automatisierte Systeme können detaillierte Berichte über den Aktualisierungsstatus und die Einhaltung von Vorschriften erstellen und erleichtern so die Einhaltung von Compliance-Richtlinien und deren Dokumentation.
Zwei-Faktor-Authentifizierung als wichtige Hürde für Cyberkriminelle
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Umsetzung starker Authentifizierungsmaßnahmen. Eine robuste Authentifizierungsmaßnahme ist zum Beispiel die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Sie erhöht die Sicherheit beträchtlich, da sie zwei unabhängige Formen der Verifizierung erfordert und unbefugte Benutzer es viel schwieriger haben, sich Zugang zu verschaffen.
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung funktioniert wie ein Doppelschloss-System, das nur durch Angabe von zwei Arten von Anmeldeinformationen entsperrt werden kann. Der erste Authentifizierungsschritt ist die Angabe des Benutzernamens und Passworts. Da diese gestohlen werden können, ist ein zweiter Berechtigungsnachweis notwendig. Der zweite Authentifizierungsfaktor kann in Form eines Verifizierungscodes erfolgen, den Mitarbeiter nach Empfang auf ihrem Smartphone oder Laptop eingeben müssen. Es kann aber auch ihr Fingerabdruck, Face ID oder eine andere Form der Biometrie sein.
Abwehr von Cyberangriffen durch Fernzugriff und Back-up
Für einen umfassenden Schutz vor Cyberangriffen ist auch die Möglichkeit zum Fernzugriff auf die IIoT-Geräte unerlässlich. Fernzugriff ermöglicht es IT-Abteilungen, IIoT-Geräte rund um die Uhr zu überwachen, Probleme bei ihnen schnell zu diagnostizieren und zu lösen sowie Software-Updates zu installieren. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Cyberangriffe auf IIoT-Geräte verhindert oder gegebenenfalls rechtzeitig abgewehrt werden.
Des Weiteren ist es äußerst wichtig, Daten regelmäßig auf einem externen Laufwerk oder einem Cloud-Dienst zu sichern (Back-up). Das versetzt Unternehmen in die Lage, ihre Daten im Falle eines Ransomware-Angriffs wiederzuherstellen, was dazu führt, dass Unternehmen viel schneller wieder in den Normalbetrieb zurückkehren können.
Mit Weitblick handeln
Wie jede Technologie eröffnet IIoT Unternehmen beträchtliche Möglichkeiten, die eigene Produktivität zu erhöhen. Diese Chance gilt es zu ergreifen, insbesondere in Zeiten anhaltender Konjunkturschwäche. Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen in industriellen Umgebungen bietet aber auch neue Angriffsflächen für Cyberkriminelle. Um die Vorteile voll ausschöpfen zu können, müssen Unternehmen weitblickend handeln und die entsprechenden Schutzmechanismen rechtzeitig implementieren.













