Kaspersky

Inka Krischke,

Behörden, Industrie und IT im Visier von Cyberkriminellen

Behörden, Industrie und IT waren 2025 am häufigsten im Visier von Cyberkriminellen. Dabei blieben Behörden das Hauptziel von Cyberangriffen, wie der aktuelle Report und Lagebericht „Anatomy of a Cyber World: Global Report by Kaspersky Security Services” von Kaspersky zeigt.

© Pixabay

Behörden waren auch im Jahr 2025 am stärksten von Cyberangriffen betroffen; mit 33 Prozent stellten Advanced Persistent Threats (APTs) die häufigste Ursache dar. Dies verdeutlicht die zunehmende Raffinesse von Bedrohungsakteuren, die ihre Taktiken kontinuierlich anpassen, um automatisierte Abwehrmethoden zu umgehen. Zusätzlich waren 19 Prozent mit Social-Engineering-Angriffen konfrontiert; Mitarbeiter bleiben damit ein kritisches Einfallstor für Cyberangriffe.

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Dies unterstreicht die Notwendigkeit, nicht nur die technische, sondern auch die organisatorische Cyberresilienz zu stärken. Dazu zählen Maßnahmen wie rollenbasierte Zugriffskontrollen und die Einschränkung von Berechtigungen, die die Auswirkungen kompromittierter Accounts deutlich verringern können – insbesondere in großen, dezentralen Behördenumgebungen.

Industrie investiert in proaktive Sicherheitsvalidierungen

Der Industriebereich weist hingegen ein gleichmäßigeres, aber ebenso besorgniserregendes Bedrohungsbild auf: APTs waren für 18 Prozent der Vorfälle verantwortlich, Malware für 15 Prozent und Social Engineering für 14 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass Industrieunternehmen ein breites Spektrum an Angreifern mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Zielen anziehen, anstatt hauptsächlich von einer bestimmten Art von Angreifern ins Visier genommen zu werden. Auffällig ist, dass bestätigte Cyberübungen wie Red Teaming 23 Prozent der Vorfälle ausmachen und damit den höchsten Anteil unter den drei am häufigsten betroffenen Branchen erreichen. Dies spiegelt wachsende Investitionen in proaktive Sicherheitsvalidierung wider.

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IT-Sektor nutzt wenig proaktive Sicherheitstests

Im Vergleich zum Behörden- und Industriesektor zeigt die IT-Branche ein deutlich anderes Muster. Mit dem höchsten APT-Anteil aller untersuchten Branchen (41 Prozent) ist der IT-Sektor ein vorrangiges Angriffsziel für hochentwickelte Bedrohungsakteure, die darauf aus sind, Vertrauensbeziehungen auszunutzen und ihre Wirkung über Lieferketten zu skalieren. Zusätzlich wurden in 17 Prozent der Fälle APT-Spuren – Artefakte früherer APT-Aktivitäten – gefunden. Vorfälle aufgrund von Social Engineering machen 11 Prozent aus. Lediglich bei 9 Prozent der Vorfälle im IT-Bereich handelte es sich um Red Teaming. Proaktive Sicherheitstests scheinen damit im Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohungslage der Branche nach wie vor zu wenig genutzt zu werden.

Deutlich weniger betroffen als in den Vorjahren war dagegen der Finanzsektor. Dieser gehörte im Jahr 2025 nicht mehr zu den drei am häufigsten betroffenen Branchen. Lediglich zwölf Prozent der Vorfälle entfielen auf APT-Aktivitäten. Allerdings wird deutlich, dass der Finanzsektor zunehmend auf Sicherheit bedacht ist: Denn 36 Prozent der Vorfälle entfielen auf Red Teaming. Das zeigt einen reifen, Compliance-getriebenen Ansatz bei der proaktiven Abwehr sowie nachhaltige Investitionen in Sicherheitsüberprüfungen. Diese können die Fähigkeit von Unternehmen effektiv stärken, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen, kostspielige Sicherheitsvorfälle zu vermeiden und das Risiko erheblicher Reputations- und Betriebsschäden zu reduzieren.

„Behörden, Industrieunternehmen und IT-Organisationen ziehen aufgrund des strategischen Wertes der von ihnen verwalteten, betriebenen und vernetzten Ressourcen, wie geopolitische Informationen, kritische Infrastrukturen und globale Lieferketten, weiterhin hochqualifizierte Angreifer an“, kommentiert Sergey Soldatov, Head of Security Operations bei Kaspersky. „Die Daten für das Jahr 2025 bestätigen, dass diese Angriffe zielgerichtet sind und oft darauf ausgerichtet, einen dauerhaften Zugriff zu erlangen. Alle Branchen müssen davon ausgehen, dass entschlossene Angreifer einen Weg finden werden, sich Zugang zu verschaffen, und ihre Abwehrmaßnahmen auf Früherkennung, schnelle Eindämmung und Minimierung des Angriffsfensters konzentrieren. Daher sind proaktive Bedrohungssuche, kontinuierliche Überwachung und regelmäßige Sicherheitsbewertungen für Organisationen jeder Größe in diesen Branchen ein Muss.

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