Schmersal auf der SPS 2023
IIoT praxisgerecht umgesetzt
Am Schmersal-Stand können Besucher eine beispielhafte IIoT-Anwendung entdecken. Volker Heinzer, Produktmanager Programmierbare Elektronische Systeme und Industrie 4.0/ IIoT, erklärt, was es damit auf sich hat.
Herr Heinzer, wozu dient der Demonstrator für das industrielle Internet der Dinge?
Mit unserem Demonstrator zeigen wir an einem einfachen und praxisgerechten Beispiel, welchen Nutzen eine IIoT-Infrastruktur bietet und wie die durchgängige Konnektivität dieser Lösung gewährleistet wird – von der Sensorik im Feld über SPS und Edge Computing bis in die Cloud, unter Einbeziehung der Maschinensicherheit. Außerdem stellen wir damit unsere Neuheiten im Einsatz in einer typischen Industrieumgebung vor.
Sie haben ein Praxisbeispiel aus der Intralogistik gewählt – warum?
Wir haben dieses Beispiel gewählt, weil in nahezu jedem Produktionsbetrieb Behälter befördert werden – jeder Messebesucher kennt also diese Art von Applikation. Bei uns am Stand bewegt sich ein mit Kleinteilen gefüllter, oben offener Behälter auf einem Förderband. Oberhalb des Förderbandes sind zwei 3D-Kameras mit Time-of-Flight-Technologie installiert, mit denen wir unser Programm der Optoelektronik für die anspruchsvolle Automatisierungstechnik ergänzen. Eine Kamera erfasst den Füllgrad des offenen Behälters, die andere überwacht als ‚virtueller Tunnel´ die Zentrierung des Behälters auf dem Band.
Und wie werden die erfassten Daten weitergeleitet und ausgewertet?
Die betriebsmäßigen Daten werden von einer SPS und die sicherheitsgerichteten Daten von der Sicherheitssteuerung ‚Protect-PSC1‘ erfasst. Über OPC UA können sie an ein Edge Gateway und bei Bedarf an eine Cloud-Infrastruktur weitergeleitet werden. Der Anwender hat damit eine valide Datenbasis, um produktionsbezogene KPIs, also Key Performce Indicators, zu erfassen und auf deren Basis kontinuierlich die Produktion zu optimieren. Ein Dashboard erlaubt die übersichtliche Darstellung der Informationen und Analyseergebnisse – auch das zeigen wir auf der Messe.
Können Sie ein Beispiel für den konkreten Nutzen einer solchen IIoT-Lösung nennen?
Die Software kann zum Beispiel die Relation von Gut- und Schlecht-Teilen oder auch Abweichungen von visuell erfassbaren Standardwerten ermitteln und diese Werte als KPI abbilden beziehungsweise in übergeordnete KPIs integrieren. Typische Indikatoren wie die ‚Overall Equipment Effectiveness‘, kurz OEE, lassen sich auf diese Weise einfach erfassen. Das schafft Transparenz.
Sie sprachen neue Komponenten für die Konnektivität an, die Sie im Demonstrator verbaut haben – welche sind das?
Auf der Ebene der Maschinensicherheit werden die generierten Daten im Feld von einer Safety Fieldbox ‚eingesammelt‘ – so machen es viele Unternehmen. Mit einer solchen Feldbox lassen sich bis zu acht Sicherheitsschaltgeräte unterschiedlicher Bauart einfach verdrahten. In unserem Demonstrator zeigen wir eine der neuen Varianten, die nicht nur über Profinet/ Profisafe kommunizieren können, sondern auch über Ethernet/IP mit CIP Safety und Ethercat mit FSoE.
Und auf der Ebene der Automatisierungstechnik?
Da nutzt der Demonstrator die SD-Bus-Funktionalitäten der ‚Protect-PSC1‘ von Schmersal, die die diagnoserelevanten Daten der Sicherheitsschaltgeräte erfasst und auswertet. Natürlich kann hierfür auch unser neues SD-Bus Gateway genutzt werden. In dieses Gateway haben wir einen Webserver und eine microSD-Speicherkarte integriert, mit der der Anwender Ereignisprotokolle live über ein Web-Interface auswerten und die kompletten Diagnosedaten aller angeschlossenen Sicherheitsschaltgeräte im Klartext im Browser auslesen kann. Die Diagnosedaten lassen sich über verschiedene Feldbusprotokolle an die Maschinensteuerung übertragen und Sicherheitszuhaltungen und Bedienfelder direkt über die Webschnittstelle ansteuern. Auch hier also durchgängige Konnektivität im Sinne von IIoT!
Halle 9, Stand 460










