Schmersal

Günter Herkommer,

Generationswechsel bei Safety-SPS

Premiere: Mit der 'Protect PSC1' zeigt Schmersal in Nürnberg erstmals seine neue Generation von Sicherheitssteuerungen. Sie bietet ein Eigenschaftsprofil, das in dieser Kombination beim Wuppertaler Safety-Spezialisten bislang noch nicht verfügbar war.

Christian Runge, Schmersal: "Das Kommunikationsinterface der Protect PSC1 ermöglicht zeitgleich sowohl eine lokale Kommunikation zwischen den Modulen des Steuerungssystems als auch mit der übergeordneten Maschinensteuerung."

© Schmersal

Christian Runge, Schmersal: "Das Kommunikationsinterface der Protect PSC1 ermöglicht zeitgleich sowohl eine lokale Kommunikation zwischen den Modulen des Steuerungssystems als auch mit der übergeordneten Maschinensteuerung."

© Schmersal

Vor zwei Jahren hatte Schmersal mit der 'Protect Select' bereits eine moderne Kompakt-Sicherheitssteuerung mit Programmauswahl-Funktion vorgestellt. Diese ist allerdings konfigurierbar und nicht programmierbar. Letzteres erlaubte bis dato die 'Protect PSC'. Nachdem diese Safety-SPS aber in die Jahre gekommen war, ist nun auch bei dieser Geräteklasse die Zeit für einen Generationswechsel gekommen.

Das neue System mit der Bezeichnung 'Protect PSC1', welches zusammen mit dem Entwicklungspartner BBH konzipiert wurde, ist vollständig modular aufgebaut und besteht aus zwei Leistungsklassen:

Schon die nur 45 mm breite Kompakt-Version PSC1-C-10 kann mit zwei I/O-Erweiterungsmodulen für bis zu 64 Ein- und Ausgänge erweitert werden und ist optional mit einer integrierten sicheren Achsüberwachung für bis zu zwei Achsen erhältlich. Die zweite Leistungsklasse, PSC1-C-100, lässt sich mit bis zu acht Zusatzmodulen erweitern. In der maximalen Ausbaustufe stehen bis 272 E/As zur Verfügung und mit entsprechenden Erweiterungsmodulen lassen sich bis zu zwölf Achsen sicher überwachen. Das "Safe Drive Monitoring" erfolgt je nach Applikationsanforderung mit ein oder zwei Encodersystemen. Für die sichere Achsüberwachung werden zahlreiche Sicherheitsfunktionen unterstützt, wie zum Beispiel sicheres Stillsetzen ("Safe Operating Stop", "Safe Stop 1 / 2"), sicheres Bewegen ("Safe Acceleration Range", "Safe Limited Speed" etc.) oder sicheres Positionieren ("Safely-Limited Increment", etc.)

Neben der sicheren Antriebssteuerung stand laut Produktmanager Christian Runge bei der Entwicklung des Systems die flexible Kommunikationsfähigkeit im Vordergrund. Resultat ist ein universelles Kommunikationsinterface, mit dem sich beide Leistungsklassen ausstatten lassen. Runge hierzu: "Der Anwender wählt die verschiedenen Feldbusprotokolle einfach per Software aus. Er kann also mit ein und derselben Hardware eine Verbindung zu allen gängigen Feldbussystemen beziehungsweise Maschinensteuerungen aufbauen. Das spart Zeit, verringert den Platzbedarf und reduziert auch Kosten."

Zudem erlaubt das Interface zeitgleich eine sichere Kommunikation mit den dezentralen Erweiterungsmodulen sowie eine sichere Querkommunikation zwischen den Sicherheitssteuerungen über das Schnmersal-spezifische Ethernet-SDDC-Protokoll. Nicht zuletzt sind über das Interface alle Sicherheits-Sensoren und -Zuhaltungen mit SD-Bus (SD=Serielle Diagnose) von Schmersal mit ihren erweiterten Diagnose-Daten direkt an die Kompaktsteuerung anschließbar. Auf diese Weise können alle Diagnose- und Statusinformationen der angeschlossenen Sicherheitskomponenten über das eingestellte Feldbusprotokoll an die übergeordnete Maschinensteuerung weitergeleitet werden.

Mittels der IEC-61131-Programmiersoftware SafePLC2 kann der Anwender die Protect PSC1 schließlich an die individuellen Anforderungen des Einsatzfalles anpassen. Hierzu sind umfangreiche Bibliotheken mit vorgefertigten Funktionen beispielsweise zur sicheren Überwachung von Sensoren und Achsen vorhanden, die sich per Drag&Drop zu komplexen Applikationen verknüpfen lassen. Ein weiterer Vorteil: Die in SafePLC2 definierten Parameter sind veränderbar, ohne dass eine erneute Validierung erfolgen muss.

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