Dragos

Alexandra Hose,

Der Schutz industrieller Systeme ist entscheidend

Im Jahr 2025 wird die OT-Cybersicherheit (Operational Technology) eine Schlüsselrolle beim Schutz industrieller Umgebungen und kritischer Infrastrukturen spielen. Phil Tonkin, Field CTO von Dragos, nennt zentrale Maßnahmen für das kommende Jahr. 

© stock.adobe.com/kamonrat

Phil Tonkin, Field CTO von Dragos warnt: »Die zunehmende Vernetzung durch die digitale Transformation legt Sicherheitslücken in OT-Systemen offen, die oft ohne Berücksichtigung moderner Bedrohungen entwickelt wurden.«

Bedrohungen wie die FrostyGoop-Malware, die Heizsysteme in der Ukraine außer Gefecht setzte, oder Pipedream, eine skalierbare ICS-Malware, verdeutlichen die Risiken. Anders als in der IT, wo es um den Schutz von Daten geht, konzentriert sich die OT-Sicherheit auf die Aufrechterhaltung physischer Prozesse und die Vermeidung von Ausfällen.

Strategien für eine resilientere Zukunft

Unternehmen erkennen zunehmend die Notwendigkeit spezialisierter Ansätze. Dragos nennt folgende zentrale Maßnahmen für 2025:

• Einen Incident-Response-Plan für ICS entwickeln:
Dieser Plan sollte zentrale Kontakte, die Kompetenzen der Mitarbeiter an den jeweiligen Standorten sowie Eskalationsrichtlinien und Handlungsschritte für verschiedene Szenarien enthalten. Anschließend kann der Plan durch Tabletop-Simulationen verfeinert werden.

• Verteidigungsfähige Architekturen:
Segmentierte Netzwerke und sichere Protokolle schützen OT-Systeme vor Angriffen und ermöglichen eine schnelle Wiederherstellung im Falle von Vorfällen, wodurch die Angriffsfläche effektiv minimiert wird.

• ICS-Netzwerktransparenz:
Die vollständige Transparenz aller Geräte und Aktivitäten in OT-Netzwerken hilft, Anomalien frühzeitig zu erkennen. Transparenz ist entscheidend, um Sicherheitslücken zu schließen.

• Sicherer Fernzugriff:
Der Hauptfokus sollte auf den Verbindungen in und aus dem OT-Netzwerk liegen und nicht auf dem internen Netzwerkverkehr, beispielsweise mit Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).

• Risikobasiertes Schwachstellenmanagement:
Ein effektives Programm zum Schwachstellenmanagement in OT-Netzwerken sorgt für eine rechtzeitige Erkennung relevanter Schwachstellen, genaue Risikobewertungen und Strategien zur Risikominderung, um die Gefährdung zu minimieren und gleichzeitig den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Anzeige

Sicherheit als Führungsaufgabe

Phil Tonkin, Field CTO von Dragos © Dragos

Tonkin ergänzt: »Cybersicherheit ist mehr als nur eine technische Herausforderung – sie erfordert das aktive Engagement der Unternehmensführung. Wer OT-Sicherheit priorisiert, stärkt die Resilienz seines Betriebs und bleibt wettbewerbsfähig.« 2025 wird voraussichtlich das Jahr, in dem OT-Cybersicherheit als unverzichtbarer Standard in der Industrie etabliert wird. Unternehmen, die frühzeitig handeln, profitieren von erhöhter Sicherheit, wirtschaftlicher Stabilität und einem langfristigen Wettbewerbsvorteil.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Illumio

Warum IT/OT-Grenzen neu gedacht werden müssen

Smart Factories verbinden Produktionsanlagen, Steuerungen und IT-Systeme über gemeinsame Netzwerke – eine Entwicklung, die die Effizienz zwar steigert, aber auch zusätzliche Angriffsflächen schafft. Um diese Risiken zu beherrschen, müssen...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Axians

Fünf unbequeme Wahrheiten über OT‑Security

Firewalls kaufen kann jeder. OT-Security machen die wenigsten wirklich. Timmi Hopf, Business Development Manager OT Cybersecurity bei Axians, benennt in seinem Kommentar fünf unbequeme Wahrheiten aus der Praxis und erklärt, warum der erste Schritt...

mehr...
Anzeige

Parasoft

So entspricht Software der EU-Verordnung

Neue gesetzliche Vorgaben zur Cybersicherheit betreffen nahezu alle Anbieter digitaler Produkte im EU-Markt. Die Cyberresilienz-Verordnung definiert verbindliche Standards und Meldepflichten. Dieser Beitrag gibt einen strukturierten Überblick über...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren