Adyen Index 2025

Alexandra Hose,

Steigende Betrugszahlen - Deutschland trotzt dem Trend

Zum Cybersecurity Month zeigt der Adyen Index 2025, wie unterschiedlich sich digitale Betrugsformen weltweit entwickeln. Während die Betrugsfälle auf Verbraucherseite in einigen Märkten massiv steigen, sind sie in anderen, wie etwa in Deutschland, leicht rückläufig.

Verluste von Unternehmen in Deutschland durch betrügerische Angriffe in den letzten 12 Monaten. © Ayden Index Unternehmensbefragung 2025 in Deutschland

Die globale Finanztechnologie-Plattform Adyen befragte für die Studie Verbraucher und Unternehmen in 23 Ländern. Das Ergebnis ist eindeutig: Betrug ist ein weltweites Problem. Mit dem Fortschritt durch KI werden die Maschen immer ausgefeilter.

Weltweit uneinheitliches Bild: Betrugszahlen steigen teils massiv

Anstieg und Rückgang von Verbraucherbetrug weltweit © Ayden Index

In Kanada (+223 %), Großbritannien (+144 %) und den Niederlanden (+129 %) stiegen Betrugsvorfälle bei Verbrauchern besonders stark an. In Deutschland, Spanien, Portugal und Japan gingen sie hingegen leicht zurück. Deutsche Verbraucher verloren im Schnitt 763 Euro, nach 811 Euro im Vorjahr.

KI verändert die Betrugslandschaft

Seit 2022 hat der Einsatz von KI den Alltag und damit auch die Welt des Betrugs grundlegend verändert. Cyberkriminelle nutzen KI, um täuschend echte Phishing-Mails, Smishing-Nachrichten (SMS) oder Vishing-Anrufe (Telefonbetrug) zu erstellen. Laut einem Report von SlashNext ist die Zahl bösartiger Phishing-E-Mails um rund 1.265 Prozent gestiegen. Was früher an Rechtschreibfehlern scheiterte, wirkt heute wie professionelles Marketing und wird in industriellem Maßstab verschickt. Klassische Sicherheitsprüfungen greifen immer seltener.

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Viele Betroffene, wenige große Verlierer

Der Adyen Index 2025 zeigt, wie stark Betrug den Handel finanziell belastet:

  • 22 % der Händler in Deutschland meldeten Verluste von über 1 Million Euro in den vergangenen 12 Monaten.
  • Rund 7 % verzeichneten sogar Schäden über 5,9 Millionen Euro.
  • 63 % berichten von geringeren Verlusten bis 714.000 Euro.

Betrug trifft also viele, aber in sehr unterschiedlichem Ausmaß. Auch Rückbuchungen (Chargebacks) bleiben eine zentrale Belastung: 33 % der deutschen Händler geben an, dass bis zu 10 % ihrer betrugsbedingten Verluste durch Rückbuchungen entstanden sind, bei weiteren 56 % liegt der Anteil sogar über 10 %.

Hella Fuhrmann, Country Managerin DACH bei Adyen, erklärt: „KI hat die Betrugslandschaft fundamental verändert – für Betrüger ebenso wie für die, die sich schützen müssen. Nur wer Technologie intelligent einsetzt, kann sich und seine Kunden effektiv absichern. Mit Adyen Uplift unterstützen wir Unternehmen dabei, Betrug frühzeitig zu erkennen und gleichzeitig ein reibungsloses Kundenerlebnis zu gewährleisten.“

Über den Adyen Index: Retail Report 2025
Der Adyen Index wird jährlich im Auftrag von Adyen erstellt und liefert Einblicke in aktuelle Konsumtrends und Entwicklungen im Einzelhandel weltweit. Grundlage sind Befragungen von Verbraucher und Unternehmen in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland. Für die Verbraucherumfrage befragte Censuswide insgesamt 41.089 Personen in 29 Märkten – in Deutschland 2.000. Die Erhebung fand vom 26. Februar bis 12. März 2025 statt. Für die Unternehmensbefragung wurden 14.003 Unternehmensvertreter in 28 Ländern befragt, davon 500 in Deutschland, im Zeitraum vom 10. Februar bis 12. März 2025. Censuswide führt die Erhebungen nach den Standards der Market Research Society (MRS) und ESOMAR durch und ist Mitglied des British Polling Council.
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