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Artikel und Hintergründe zum Thema

Bitkom

Andrea Gillhuber,

Stillstand nach nur 20 Stunden

Deutsche Unternehmen sind nach eigener Einschätzung unzureichend auf hybride Bedrohungen vorbereitet. Laut einer Bitkom-Befragung könnten sie bei einem Internetausfall im Schnitt nur 20 Stunden weiterarbeiten. 83 % der Befragten erwarten eine ernsthafte Krise infolge hybrider Angriffe.

© Moondance/Pixabay

Bei einem Ausfall des Internets können Unternehmen in Deutschland ihren Geschäftsbetrieb durchschnittlich nur 20 Stunden aufrechterhalten. 21 % müssten sofort die Arbeit einstellen, lediglich 8 % könnten länger als 48 Stunden weiterarbeiten. Das sind Ergebnisse einer Befragung von 604 Unternehmen ab zehn Beschäftigten in Deutschland im Auftrag von Bitkom.

Angesichts geopolitischer Spannungen rechnen 74 % der Unternehmen mit einer steigenden Gefahr hybrider Angriffe. 83 % erwarten eine ernsthafte Krise in Deutschland als Folge solcher Attacken, 53 % halten in den kommenden fünf Jahren eine militärische Konfrontation zwischen Russland und der NATO für wahrscheinlich. 73 % sehen Deutschland im internationalen Vergleich unzureichend vorbereitet.

Als besonders gefährdet gelten aus Sicht der Unternehmen die Energieversorgung (90 %) sowie Banken und Versicherungen (89 %). Es folgen Wasser- und Abwasserversorgung (77 %), Lebensmittelversorgung (67 %), Gesundheitswesen (65 %) sowie Telekommunikation und IT (64 %). Große Auswirkungen auf das eigene Unternehmen erwarten 97 % im Fall erfolgreicher Angriffe auf die Energieversorgung, 88 % bei Banken und Versicherungen sowie 85 % bei Telekommunikation und IT.

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59 % der Unternehmen halten es für wahrscheinlich, selbst Ziel hybrider Angriffe zu werden. In 61 % ist der Schutz vor solchen Attacken Chefsache. Zugleich hält sich kein Unternehmen für sehr gut vorbereitet. 12 % sehen sich eher gut gerüstet, 38 % eher schlecht, 40 % gar nicht. 35 % planen entsprechende Maßnahmen, 5 % nicht.

Bei den Vorsorgemaßnahmen zeigen sich Unterschiede: 58 % verfügen über alternative Kommunikationsmittel, 57 % über getestete Daten-Backups. 51 % haben Ausweicharbeitsplätze oder Homeoffice-Regelungen. 28 % haben zusätzliche Lagerbestände aufgebaut, 16 % Vereinbarungen mit alternativen Lieferanten

getroffen. Über eine Notstromversorgung verfügen 20 %, regelmäßige Krisenübungen führen 10 % durch. Im Fall einer militärischen Auseinandersetzung erwarten Unternehmen zudem Personal-ausfälle durch Verpflichtungen im Zivilschutz oder der Bundeswehr. 30 % haben einen Überblick über Beschäftigte im Zivilschutz, 20 % über solche mit mög-licher Tätigkeit bei der Bundeswehr. Unternehmen, die eine Schätzung abgeben, rechnen im Schnitt mit einem Ausfall von 9 % der Belegschaft. 37 % der Unternehmen planen höhere Investi- tionen in die Vorbereitung auf hybride Angriffe. 44 % lassen ihre Ausgaben unverändert, 5 % treffen keine Vorsorge.

Nur 22 % fühlen sich durch Sicherheitsbehörden ausreichend informiert. Gleichzeitig erwarten 80 % im Krisenfall verlässliche Informationen von staatlichen Stellen wie dem BSI oder dem Kata-strophenschutz. 73 % vertrauen auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, 67 % auf private Medien, 63 % auf internationale Organisationen wie NATO oder EU. Von der Politik wünschen sich 71 % eine Informationskampagne zum Verhalten bei hybriden Angriffen, 79 % verpflichtende Sicherheitsstandards mit praxisnahen Leitlinien und 68 % Förderprogramme für Sicherheitsmaßnahmen. 60 % halten Cyberangriffe der Bundeswehr gegen feindliche Hackergruppen für sinnvoll.

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