Telekom

Günter Herkommer,

46 Millionen Honeypot-Angriffe pro Tag!

Die Telekom macht auf wachsende Gefahren durch Hacker aufmerksam. Anfang April hatte der Konzern in der Spitze 46 Mio. Angriffe auf seine Honeypots – der Schnitt lag bei 31 Mio. pro Tag. Zum Vergleich: Im April 2018 waren es durchschnittlich noch 12 Millionen.

Mehr als ein Viertel der Hacker zielt auf Kontrolle über fremde Rechner.

© Igor Stevanovic - 123RF

Honeypots sind digitale Fallen im Internet. Vergleichbar sind sie Honigködern für Bären. Der Konzern lockt damit absichtlich Angreifer an. Die Telekom analysiert die Attacken mit dem Ziel, basierend auf den Erfahrungen eine eigene Systeme und die von Kunden sicherer zu machen. Knapp 3.000 verschiedene Fallen hatte die Telekom im April im Internet ausgelegt. Angriffszahlen auf die Köder gelten in der Branche als Haltepunkt für Cybersicherheit. Sie zeigen wie umtriebig Hacker im Internet sind.

51 % der Attacken zielten laut Telekom auf die Netzsicherheit. Hacker konzentrierten sich dabei auf Schnittstellen für die Fernwartung von Computern. In 26 % der Fälle ging es dem Angreifer um die Kontrolle über einen fremden Rechner. Rund 7 % der Attacken zielten auf Passwörter. 5 % der Angriffe galten Internetseiten. Die Telekom Security beobachtet täglich drei bis acht unbekannte Angriffstaktiken. Aus den im Schnitt monatlich 250 neuen Hacker-Tricks lernt der Konzern Abwehr für sich selbst und seine Kunden.

Heftiger werden auch die Angriffe auf Fest- und Mobilfunknetz. So feuerten im April Botnetze 5,3 Billionen Datenpakete auf die Telekom. Im Vorjahr waren es noch 330 Milliarden. Botnetze bestehen aus einer großen Zahl gekaperter Computer oder Smartphones. Fremdgesteuert senden diese gemeinsam Datenpakete auf ein Ziel. Verträgt das Ziel den Ansturm der Daten nicht, bricht es zusammen. An den Übergängen von ihrem Netz zum Internet hat die Telekom Sensoren installiert. Diese fanden heraus: Botnetze nutzen Internetsurfer von Unternehmen aus. Sie greifen an, wo Firmen zwangläufig Datenwege freihalten. Dort schützen keine Firewalls. Wo der Internet-Browser seine Datenpakete aus dem Netz bekommt, lauern die gekaperten Zombie-Rechner.

Laut Dirk Backofen, Leiter Telekom Security, „werden wir nächstes Jahr fünfzig Milliarden Geräte im Internet sehen. Jeder und alles ist vernetzt und braucht Cyber-Security. Dies schafft niemand allein. Wir brauchen die Armee der Guten. Dafür teilen wir unser Wissen für eine Immunisierung der Gesellschaft gegen Cyber-Attacken. Nur im Schulterschluss zwischen Politik, Wissenschaft und der Privatwirtschaft werden wir erfolgreich die Hacker in die Schranken weisen können.“

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