Delta

Michael Mayer-Rosa | Redaktion: Inka Krischke,

Leasing senkt Hürden für den Robotik-Einstieg

Hohe Kosten, komplexe Sicherheit und eingeschränkte Flexibilität waren für KMU bislang oft die Hürden bei der Automatisierung. Attraktive Leasingmodelle, moderne Safety-Features und modulare Cobot-Lösungen können dies ändern.

© Delta Electronics

Einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung IfM zufolge sehen 45,5 % der befragten Unternehmen die Themen Fachkräfte und demografischer Wandel als größte Herausforderungen. Angesichts des aktuellen und auch künftig befürchteten Fachkräftemangels sollte die naheliegende Antwort darauf Automation sein. Doch gerade KMU sehen sich vor Hürden hinsichtlich der Finanzierbarkeit, der Erfüllung komplexer Sicherheitsanforderungen bei der Mensch-Maschine-Interaktion und der eingeschränkten Flexibilität von Robotik-Lösungen.

Kosten durch Leasing senken

Eine Lösung könnte im Leasing liegen, das den Einstieg in die Automation ohne massive Investitionen erlaubt. Damit können Unternehmen ihre Produktionsumgebung bei überschaubaren Kosten auf den neuesten Stand bringen. Ein solches Leasingmodell ist das Angebot von Delta Electronics und seinem Leasingpartner für die Automationslösung ‚D-Bot‘. Diese ist für die intelligente Fertigung und industrielle Automatisierung konzipiert und hilft bei der Automatisierung robotergestützter Prozesse.

Entscheidend für KMU ist, dass ein Leasingangebot nicht auf einzelne Produkte begrenzt ist, sondern modular aufgebaute Automationslösungen abdeckt. Ein Beispiel wäre eine automatisierte Produktions- oder Logistikumgebung mit mehreren Cobots, erweiterten KI-Steuerungsfunktionen, Software und Support. Eine solche Automationsumgebung könnten Unternehmen über einen Zeitraum von drei Jahren leasen. Erweist sich die Automatisierung als lukrativ, besteht wie bei anderen Leasingmodellen auch, die Möglichkeit, die Hardware zum Laufzeitende zu erwerben oder an die Bank zurückzugeben, wie beim Auto-Leasing.

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Die Flexibilität und geringere finanzielle Belastung erleichtern die Entscheidung für die Automatisierung, die zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit früher oder später ohnehin anstehen würde. Gerade KMU sparen das oft knappe Investitionskapital, profitieren aber sofort von einer automatisierten Produktions- oder Logistikumgebung. Die Betriebskosten sind planbar, die Automationslösung bleibt immer aktuell, da der Automationsanbieter im Rahmen des Leasingvertrags die Technik auf dem neuesten Stand hält. So ist etwa eine Aufrüstung mit neuesten KI-Funktionen ebenso möglich wie eine Skalierung mit einem angepassten Leasingvertrag. Unternehmen laufen somit nicht Gefahr, dass das Equipment wie nach einem traditionellen Kauf irgendwann veraltet oder falsch dimensioniert ist. Eine Anbieter- oder Herstellerbindung ist bei Leasing ebenfalls nicht gegeben, da die Option besteht, in einem Leasingpaket Automationsprodukte verschiedener Anbieter beziehungsweise Hersteller zu kombinieren. Mittels Online-Bestandsverwaltung sind alle Komponenten im Leasingpaket übersichtlich abrufbar.

Leasing ist aber nicht nur für die Kunden attraktiv, sondern auch für die Hersteller, da sie wie beim Verkauf den gesamten Betrag, in diesem Fall für die komplette Laufzeit des Leasing-angebots, sofort überwiesen bekommen. Die Leasingbank wickelt die Finanzierung mit dem Kunden ab, während der Hersteller ausschließlich von technischer Seite für die Implementierung, Wartung und den Support zuständig ist.

Sicherheitskonzepte erleichtern die Implementierung

Eine andere Einstiegshürde war bislang das Thema Sicherheit, also das Vertrauen, dass der Cobot bei einer drohenden Kollision zuverlässig stoppt. Hierbei geht es um die Implementierung von Sicherheitsprotokollen für die Mensch- Maschine-Kollaboration.

Das Cognibot-Kit für die Cobots der D-Bot-Serie von Delta kombiniert KI und Sensortechnologie. © Delta Electronics

Cobots sind gerade für das Zusammenspiel mit Menschen auch in engen Betriebsumgebungen konzipiert und erfüllen daher problemlos alle aktuellen Anforderungen an funktionale Safety, was auch für die D-Bot-Serie von Delta Electronics gilt. Die Serie umfasst kollaborative Industrieroboter mit jeweils sechs Achsen, Traglasten von bis zu 30 kg und Reichweiten von bis zu 1800 mm sowie Kompatibilität mit Ethercat, Modbus und Codesys. Die Umsetzung fortschrittlicher Sicherheitsprotokolle gewährleistet einen sicheren und effizienten Arbeitsbereich. Safety-Features wie Pld Cat. 3/SIL 3 (Safe Position, Speed, Torque, Limits, I/Os) sorgen dafür, dass die Arbeit mit den Cobots allen geltenden Sicherheitsanforderungen entspricht.

‚Reflex Safety‘ erkennt Berührungen unmittelbar und kehrt die Bewegung sofort um, um Unfälle zu vermeiden und sowohl Personal als auch Anlagen zu schützen. Die Integration von High-End-Sensoren und die Kollisionserkennung (One-Finger-Tip) maximieren die Sicherheit. Benutzer können hierbei die Sicherheitseigenschaften definieren (Positionen, Geschwindigkeit, Drehmoment, Zonen, Grenzwerte und Kollisionserkennung). Damit eignen sich diese Cobots ohne Einschränkung für die nahtlose Integration in Arbeitsräumen, die sich Mensch und Maschine teilen.

Modularität schafft mehr Flexibilität

Das Leasingmodell eignet sich für ein breites Spektrum an Automatisierungslösungen. Modular aufgebaute Lösungen lassen sich dabei bedarfsgerecht kombinieren. Zwei aktuelle Beispiele sind das ‚Cognibot-Kit‘ und die mobile Plattform ‚D-Bot MAR‘.

Michael Mayer-Rosa ist Senior Director Industrial Automation Group EMEA & Global Head of Intelligent Robotics System bei Delta Electronics. © Delta Electronics

Das Cognibot-Kit für die Cobots der D-Bot-Serie von Delta kombiniert KI und Sensortechnologie, um die Wahrnehmung und Verarbeitung von Robotern zu verbessern. Es bietet multimodale KI-Interaktion, 3D-Maschinensicht und Audio-Reaktionsfähigkeit (Spracherkennung). Das Add-on soll dazu beitragen, die Lücke zwischen dynamischen, lernbasierten Systemen und klassischer Steuerungslogik zu schließen. Für den autonomen Betrieb und die sprachgesteuerte Erkennung verfügt das Cognibot Kit über eine 360° -Mikrofon-Anordnung. Ein 3D-Bildsensor erleichtert die Interaktion und die Wahrnehmung des Raums, indem er Objekte erkennt und Gesten identifiziert. Ein integrierter Lautsprecher sorgt für die Audioausgabe von Systemmeldungen. Die integrierte WLAN-Konnektivität ermöglicht die drahtlose Kommunikation und reduziert den Bedarf an physischen Datenverbindungen. Das Cognibot-Kit wird von einem Edge-KI-Computermodul namens ‚Power AI Box‘ angetrieben, das eine groß angelegte Echtzeitverarbeitung für anspruchsvolle Roboteranwendungen ermöglicht und komplett lizenzfrei ist. Die Power AI Box dient als unterstützender Zusatzcontroller, der KI-Inferenzmodelle ausführt, die die Wahrnehmung des Roboters beeinflussen (zum Beispiel Objekterkennung, Datenpooling aus integrierten Sensoren und präzise Entscheidungen auf der Grundlage dieser Daten). Adaptive, kontextsensitive Verhaltensweisen können neben der deterministischen Bewegungssteuerung eingesetzt werden, da Aufgaben, die eine hohe Rechenleistung erfordern, an den primären Roboter-Controller delegiert werden. Dadurch können Roboter intelligent und agil mit unvorhersehbaren Umgebungen und menschlichen Mitarbeitern interagieren.

Die mobile Plattform D-Bot MAR lässt sich mit einem Roboterarm erweitern. Sie bewältigt Nutzlasten bis 500 kg mit einer Hubhöhe von 55 mm und eignet sich insbesondere für Europaletten und Materialtransport-Anwendungen. Sie ist mit einem 360°-Laserscanner und einer VDA5050-kompatiblen Flottenmanagementschnittstelle ausgestattet, die von Navitecs Orchestrierungssoftware angetrieben wird und eine Routenführung ohne physische Leitpfade ermöglicht. LED-Statusanzeigen liefern zudem ein Echtzeit-Feedback, während ein optionales induktives Ladepad einen kontinuierlichen Betrieb gewährleisten soll. Die jüngste Lösung ‚D-Bot Dynamic Duo‘ basiert auf D-Bot MAR und kombiniert mobile Robotik mit kollaborativer Automatisierung. Sie verfügt über eine modulare Cobot-Einheit und soll sowohl autonomen Palettentransport als auch unabhängigen Cobot-Betrieb in Werkstätten ermöglichen. Der Cobot kann unter anderem Maschinenbedienung, Montage- oder Verpackungsaufgaben direkt am Einsatzort erledigen. Sobald der mobile Roboter den Cobot an seinem Arbeitsplatz abgestellt hat, ist dieser für Logistikaufgaben wiedereinsetzbar. Mit einer unter den Arm eingebauten Batterie, die laut Hersteller bis zu sieben Stunden Dauerbetrieb unterstützt, soll die 2-in-1-Lösung für einen ununterbrochenen Arbeitsablauf sorgen. Der Cobot verfügt über IP66-Schutz und Reflex Safety-Technik.

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