Logistik

Günter Herkommer,

Kuka gibt Kaufangebot für Swisslog ab

Die Kuka Aktiengesellschaft hat am 25. September ein öffentliches Kaufangebot für schweizerische Swisslog Holding abgegeben. Durch die neue Allianz will sich Kuka den attraktiven Markt der Logistik erschließen und seinen Umsatz im General-Industry-Geschäft von 30 auf rund 50 % steigern.

Swisslog hat seinen Hauptsitz in Buchs/Aarau und erwirtschaftete in 2013 mit weltweit rund 2200 Mitarbeitern einen Umsatz von 632,6 Mio. CHF.

© Swisslog

Angestrebt von Kuka ist die Übernahme von mindestens zwei Drittel des Aktienkapitals von Swisslog. Die bisherigen Aktionäre von Swisslog werden ein Angebot von 1,35 CHF pro Aktie (umgerechnet rund 1,12 Euro) in bar erhalten. Dieses entspricht einem Kaufpreis von 338 Mio CHF (280 Mio. Euro) beziehungsweise einer Prämie von 8,9 % gegenüber dem Schlusskurs vom 24. September 2014. Finanzieren will Kuka die Transaktion weitgehend mit bestehenden Barmitteln. Diese werden teilweise aus einer Eigenkapitalerhöhung gespeist, die für den Fall eines erfolgreichen Angebotsverfahrens angekündigt wurde und einen voraussichtlichen Erlöszufluss von rund 80 Mio. Euro erbringen soll.

 

Dr. Till Reuter: „Die Automatisierung von Logistikprozessen bedeutet für uns einen Schub in bestehende und neue Branchen.“

© Kuka

Der geplante Zusammenschluss der beiden Technologie-Unternehmen soll ein neuer, globaler Anbieter integrierter Automationslösungen für eine Vielzahl von Branchen entstehen mit einem konsolidierten Pro-forma-Umsatz von 2,3 Mrd. Euro, basierend auf den jeweiligen Umsätzen des Jahres 2013. Laut Kuka-Chef Till Reuter ergänzen sich die beiden Unternehmen hervorragend: Kuka ist einer der weltweit führenden Anbieter von Robotern und automatisierten Produktionsanlagen und beliefert vornehmlich Kunden in der Automobilindustrie sowie zunehmend auch in anderen wachstumsstarken Branchen, wie zum Beispiel der Luftfahrtindustrie oder dem Werkzeugmaschinenbau. Swisslog, deren Marke und Sitz von der Transaktion unberührt bleiben sollen, realisiert Automatisierungslösungen für Krankenhäuser, Lager- und Verteilzentren mit einem Fokus auf den Segmenten Handel inklusive E-Commerce, Pharma und Nahrungsmittel im Kühl- und Tiefkühlbereich.

Nach Aussage der Swisslog-Unternehmensleitung unterstützten die beiden größten Einzelaktionäre von Swisslog – die deutsche Grenzebach-Gruppe und die Swoctem GmbH - die Transaktion vollumfänglich. Im Dezember vergangenen Jahres hatte Grenzebach – mit rund 20 % größter Aktionär von Kuka – die Beteiligung an der Swisslog Holding auf 25 % erhöht. Die dem hessischen Unternehmer Friedhelm Loh gehörende Swoctem GmbH (ehemals Loh Beteiligungsgesellschaft mbH) ist seit kurzem mit rund 15 % an Swisslog und mit 10 % ebenfalls an Kuka beteiligt. Die Swisslog-Verwaltungsräte Peter Hettich, Johann Löttner und Jürg Rückert hätten sich bereit erklärt, im Falle einer Annahme des Angebots zurückzutreten.

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