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Artikel und Hintergründe zum Thema

Fokus auf die General Industry

Günter Herkommer,

Kuka forciert das Thema Kleinrobotik

Kuka hat auf der Automatica 2012 verkündet, das Thema Kleinrobotik künftig mit eigenen Robotern anzugehen. Im Fokus haben die Augsburger dabei insbesondere die Branchen außerhalb der Automobilindustrie, die so genannte General Industry.

Die Energiezufuhr ist in den Agilus-Roboter integriert, inklusive einer 100-MBit-Ethernetleitung, drei 5/2-Wege-Ventilen, einer direkten Luftleitung, sechs digitalen Ein- und zwei digitalen Ausgängen.

© Kuka

Ein Trend, der auf der Automatica 2012 nicht nur bei Kuka, sondern auch bei vielen anderen der namhaften Robotik-Anbieter auszumachen war, ist das Bestreben, sich vom Auf und Ab der Automobilindustrie unabhängiger zu machen – sie hat im letzten Jahr knapp ein Drittel aller Roboter abgenommen! Ergo sollen künftig Branchen wie beispielsweise die Elektronikfertigung, der Nahrungsmittelindustrie, das Verpackungs-Umfeld oder auch die Medizintechnik verstärkt von den Vorteilen der Robotik überzeugt werden.

Für Kuka gewinnt in diesem Zusammenhang insbesondere das Thema Kleinrobotik an Bedeutung. Während man hier bis dato mit dem Hersteller Denso kooperierte, sprich dessen Knickarm- und Delta-Roboter gebrandlabelt hat, verkündete Kuka auf seiner „Hausmesse“, dieses Segment künftig mit kompletten Eigenentwicklungen angehen zu wollen. Und zwar mit der so genannten Agilus-Serie, die ihre Vorteile insbesondere bei Handhabungs- beziehungsweise Pick-and-Place-Aufgaben ausspielen soll.

Manfred Gundel, CEO von Kuka Robotics: „Wenn wir es schaffen, dass man mit einer SPS einer Roboter programmieren kann, vereinfacht sich die Integration in Branchen der General Industry enorm.“

© Computer & AUTOMATION

Das Basismodell des sechsachsigen Knickarmroboters kann bei einem Eigengewicht von 51 Kilogramm und einer Reichweite von 900 mm eine maximale Traglast von 6 Kilogramm aufnehmen. Der Beginn der Auslieferung ist für das vierte Quartal vorgesehen, in 2013 sollen dann diverse Modellvarianten mit unterschiedlichen Reichweiten bis 1100 mm und Traglasten bis 10 kg folgen. Eine spezielle Version mit starrer Achse 5 wird dann auch die Delta-Kinematik von Denso ersetzen.

Ein weiterer Robotertyp, in den Kuka große Erwartungen setzt, ist der LBR. Dabei handelt es sich um einen sensitiven Roboter mit „eingebautem Feingefühl“, der gezielt dafür konzipiert wurde, sich in Zukunft den Arbeitsraum mit dem Menschen zu teilen. Dieser ursprünglich am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte und von Kuka zur Marktreife gebrachte Leichtbauarm kommt den Bewegungsabläufen des menschlichen Arms sehr nahe. Der Bediener kann den 16 kg leichten Roboter von Hand an unterschiedliche Positionen im Arbeitsraum führen und über eine einfach gehaltene Benutzeroberfläche steuern und teachen. Mit dem aktiven Vertrieb des LBR will Kuka Anfang 2013 beginnen. 

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Programmieren wie eine CNC oder SPS

Neben dem Roboter an sich ist für Manfred Gundel, Geschäftsführer von Kuka Robotics, insbesondere dessen einfache Programmierbarkeit ein entscheidendes Kriterium für den erfolgreichen Robotereinsatz in der General Industry. Denn dort fänden sich in der Regel keine hochspezialisierten Roboter-Programmierer, sondern vielmehr eingefleischte SPS-Kenner. Demzufolge sei es unabdingbar, eine einfache, anwendungsorientierte Ansprache für den im Maschinenverbund integrierten Roboter zu ermöglichen. Etwa über das Modul Kuka.CNC - eine voll integrierte NC-Steuerung auf der Kuka-Steuerung KR C4, die dem Roboter die Betriebsart Werkzeugmaschine hinzufügt. Das heißt: Der Roboter versteht jetzt die CNC-Fachsprache G-Code gemäß DIN 66025. In der Praxis bedeutet das: Beim Handling von Bauteilen wird in der Kuka-eigenen Robotersprache programmiert, bei der Bearbeitung der Bauteile erfolgt die Programmierung in G-Code.

Eine weitere Neuerung in diesem Kontext ist das Schnittstellen-Tool mxAutomation als „natives“ Interface für die nahtlose Integration in die SPS-Umgebung: Nach seiner Installation stellt sich der Roboter aus der Sicht eines Siemens- oder Rockwell-geübten SPS-Programmierers - wie jede andere Maschinenkomponente auch - über seine Funktionsbausteine, die mxAutomation-Bibliothek, dar. Ohne besondere Roboterkenntnisse ist der Programmierer damit in der Lage, dem Roboter zum Beispiel das Be- und Entladen einer Produktionsmaschine beizubringen. Darauf aufbauend kann der Programmierer die ohnehin vorhandene Maschinenbedienung auf den Roboter erweitern. Neben den existierenden Schnittstellen für die Siemens- und Rockwell-Welt soll bis Ende des Jahres auch eine Ansprache der Kuka-Roboter aus der Codesys-Programmierumgebung von 3S heraus möglich sein. Das Potenzial für Lösungen wie Kuka.CNC und mxAutomation ist laut Gundel enorm. Er geht davon aus, dass in absehbarer Zukunft rund 50 % des Werkzeugmaschinen-Marktes – also rund 250.000 Maschinen – mit einem Roboter ausgestattet werden. Derzeit sind es noch unter 2 %.

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