Logimat 2026

Andrea Gillhuber,

KI formt die Intralogistik

Auf der Logimat in Stuttgart präsentieren mehr als 1600 Aussteller technologische Entwicklungen für die Intralogistik. Im Zentrum stehen unter anderem KI-gestützte Steuerungssysteme, autonome mobile Robotik und alternative Antriebskonzepte, die Effizienz, Skalierbarkeit und Betriebssicherheit erhöhen sollen.

© Landesmesse Stuttgart

Wenn die Logimat vom 24. bis 26. März 2026 ihre Tore öffnet, zeigen mehr als 1600 Aussteller aus über 40 Ländern auf rund 120.000 m² Ausstellungsfläche die aktuellen Trends und Entwicklungen rund um die Intralogistik. Im Mittelpunkt stehen Lösungen, die Prozesse nicht nur automatisieren, sondern datenbasiert orchestrieren.

Künstliche Intelligenz als analytisches Rückgrat

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Integration von KI in Warehouse-Management-Systeme (WMS), Transport-Management-Systeme (TMS) und Materialflussrechner. In Halle 4 präsentieren Softwareanbieter Anwendungen, die operative Entscheidungen datenbasiert unterstützen.

KI-Modelle werden unter anderem für Bedarfsprognosen, Absatzvorhersagen und dynamische Disposition eingesetzt. Cloudbasierte Forecast-Services analysieren historische Verkaufsdaten, saisonale Schwankungen und externe Einflussfaktoren, um kontinuierlich aktualisierte Prognosen zu erzeugen. Diese lassen sich in bestehende ERP- und Planungssysteme integrieren. Für Anwender bedeutet das präzisere Bestandsplanung, reduzierte Sicherheitsbestände und geringere Kapitalbindung.

Anzeige

In der Kommissionierung übernehmen KI-Algorithmen die dynamische Batch-Bildung. Algorithmen optimieren die Zusammenstellung von Aufträgen, um Laufwege zu minimieren und Pick-Leistungen zu erhöhen. In zweistufigen Kommissionierprozessen werden Artikelgruppen so gebündelt, dass Transport- und Bereitstellzeiten sinken. Das reduziert Prozesskosten und steigert den Durchsatz.

Zunehmend kommen KI-Agenten zum Einsatz, die über grafische Oberflächen konfiguriert werden können und die Datenströme aus Lagerverwaltung, Sensorik und Transportsteuerung aggregieren. Sie erkennen Anomalien in Echtzeit und geben Handlungsempfehlungen. Für Betreiber komplexer Lagerstrukturen erhöht sich damit die Transparenz über Auslastung, Engpässe und Störquellen.

KI in Robotik und Materialfluss

Neben der Softwareebene hält KI verstärkt Einzug in die physische Prozessautomatisierung.Bildverarbeitungssysteme, gekoppelt mit lernenden Algorithmen, ermöglichen es Robotern, selbst unter variablen Licht- und Umgebungsbedingungen Objekte zuverläassig zu erkennen und Greifstrategien dynamisch anzupassen. KI-basierte Qualitätskontrollen identifizieren Abweichungen bereits im Wareneingang oder während der Kommissionierung und reduzieren so Fehlerquoten.

In der Flottensteuerung autonomer Systeme analysieren KI-Modelle Bewegungsprofile, Verkehrsaufkommen und Auftragsprioritäten. Routen werden in Echtzeit angepasst, Engpässe prognostiziert, Ressourcen dynamisch zugewiesen. Ergänzt wird dies durch Predictive-Maintenance-Ansätze: Sensordaten zu Temperatur, Vibration oder Ladezyklen fließen in Modelle ein, die potenzielle Ausfälle antizipieren und Wartungsfenster optimieren.

Autonome Mobile Roboter (AMR) und Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) bilden einen weiteren Schwerpunkt der Messe, insbesondere in Halle 8. Für Anwender stehen Flexibilität und Skalierbarkeit im Vordergrund, daher treten die mobilen Einheiten zunehmend an die Stelle starrer Fördertechnik, lassen sich AMR-Flotten vergleichsweise einfach erweitern oder an veränderte Layouts anpassen.

Mehrere Hersteller zeigen modulare Plattformkonzepte. Ihre Nutzlasten reichen von 250 bis zu 1600 kg teils mit Zugleistungen von bis zu 900 kg. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 2 m/s ermöglichen sie küzere innerbetriebliche Transportzeiten. Baukastensysteme erlauben die individuelle Aufbauten wie Hubmodule, Rollenförderer oder kollaborative Roboterarme.

Besondere Aufmerksamkeit gilt flachen AMR-Systemen für den Palettentransport, die Lasten unmittelbar vom Boden aufnehmen. Zwei synchronisierte Roboterkufen ermöglichen das vollständige Unterfahren von Paletten. Daraus ergeben sich neue Prozessarchitekturen, etwa im Blocklager oder bei der Lkw-Beladung, da auf zusätzliche Übergabestationen verzichtet werden kann.

Dabei spielen Sicherheitsaspekte eine zentrale Rolle: 360 °-Laserscanner, überlappende Sensorsysteme und KI-gestützte Hindernisklassifikation erhöhen die Navigationssicherheit auch in dynamischen Umgebungen. In engen Produktionsbereichen ermöglichen optimierte Sensoranordnungen präzises Manövrieren.

Alternative Antriebe und Energiemanagement

Im Segment der Flurförderzeuge in den Hallen 9 und 10 liegt der Fokus auf elektrifizierten Antrieben. Lithium-Ionen-Batterien setzen sich zunehmend als Standard-Energiequelle durch. Sie bieten kurze Ladezeiten, hohe Energiedichte und konstante Leistungsabgabe über den gesamten Entladezyklus. Für Mehrschichtbetriebe bedeutet dies geringere Stillstandszeiten und eine bessere Planbarkeit.


Neue Elektro-Gegengewichtsstapler decken Traglastbereiche von bis zu fünf Tonnen ab. Integrierte Lithium-Ionen-Systeme reduzieren den Wartungsaufwand gegenüber klassischen Blei-Säure-Batterien. Gleichzeitig verbessern Assistenzsysteme und Kameralösungen die Betriebssicherheit.

Einige Hersteller setzen auf alternative Energiespeicher wie LiFePO4-Batterien oder Kondensatorsysteme. Kontaktlose Ladesysteme ermöglichen das Zwischenladen im laufenden Betrieb, etwa an definierten Übergabepunkten.

Im Schwerlastbereich werden neue Terminal-Zugmaschinen mit Zugkräften von 70 bis 85 Tonnen vorgestellt, ausgelegt für Umschlagterminals und europäische Regulierungsanforderungen. Elektrische Antriebe tragen hier zur Reduzierung lokaler Emissionen und zur Einhaltung strenger Umweltvorgaben bei.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren