Festo / Fraunhofer IPA

Günter Herkommer,

Deutscher Zukunftspreis für Bionischen Handling-Assistenten

Am Abend des 1. Dezembers zeichnete Bundespräsident Christian Wulff Dr. Peter Post und Markus Fischer von Festo sowie Andrzej Grzesiak vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) mit dem mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis 2010 aus; und zwar für den Bionischen Handling-Assistenten – ein flexibles Assistenzsystem nach dem Vorbild eines Elefantenrüssels.

Der Deutsche Zukunftspreis 2010

© Festo

Mit dem Deutschen Zukunftspreis, dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, werden seit 1997 jährlich Forscher und Entwickler ausgezeichnet, die mit Kreativität und Wissen Innovationen entwickeln und so den Menschen dienen, das Leben verbessern und zur Zukunftsfähigkeit beitragen.

„Mit dem Bionischen Handling-Assistent wird für uns eine Vision Wirklichkeit: erstmals ist eine völlig gefahrlose Kooperation von Mensch und Maschine möglich. Daher eröffnet der Bionische Handling-Assistent vielfältige Einsatzmöglichkeiten als Hightech-Helfer für Industrie und Haushalt", erläutert Dr. Peter Post, Leiter der Forschung bei Festo und Projektsprecher des Entwicklungsteams. „Wir haben ein gegenüber marktgängigen Robotern völlig neues Assistenzsystem entwickelt, das es Mensch und Maschine erstmals ermöglicht, gefahrlos und effizient in einem Team zusammen zu arbeiten.

Die Innovation liegt in der einzigartigen Mensch-Maschine-Kooperation und der Nachgiebigkeit des Systems. Denn im Falle einer Kollision kommt die natürliche Nachgiebigkeit zum Tragen: zum einen, weil der Assistent aus leichtgewichtigem Kunststoff und nicht aus schwerem Stahl oder Aluminium besteht. Zum anderen, weil er über Druckluft betrieben und von einer intelligenten Steuerung geregelt wird.

„Bei diesem Projekt hat uns der Elefantenrüssel fasziniert. Dieser hat über 40.000 einzelne Muskelfasern und kann sich in jede Richtung frei bewegen. Das hat uns zu einem Handhabungssystem inspiriert, das viel weiter geht als das, was bisher in der Industrieautomatisierung vorhanden war, " erklärt Markus Fischer, Leiter Corporate Design bei Festo. Er etablierte 2006 das Bionic Learning Network, in dem Unternehmen und Hochschulen gemeinsam technische Konzepte nach dem Vorbild der Natur realisieren.

Als Projekttreiber des Assistenten holte sich Festo Rat beim Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Andrzej Grzesiak vom Fraunhofer-Institut brachte zum Assistenten zwei Lösungen ein: „Die Forschung und Entwicklung, einen Faltenbalg als Antrieb zu nutzen und die Technologie der Generativen Fertigung ist der Anteil des Fraunhofer IPA." Das Produkt-Design seitens Festo sowie das Design for Additive Manufacturing des IPA wurden dabei gemeinsam in den Bionischen Handling-Assistenten überführt.

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