Schneider Electric

Stefan Kuppinger,

Kommunikations-Module mit Sicherheitslücken

Die Ethernet-Anschaltungen verschiedener Steuerungs-Baureihen von Schneider Electric haben nach Analysen des unabhängigen Sicherheitsexperten Ruben Santamarta bislang unentdeckte Security-Schwachstellen.

© Schneider Electric

Laut einem Bericht des ICS-CERT (Industrial Control Systems Cyber Emergency Response Team) sind in der Firmware der Ethernet-Module mehrere Zugangsberechtigungen abgelegt. Darüber lassen sich beispielsweise DoS-Attacken ausführen, Speicherinhalte verändern, eigenmächtig Programme starten oder Passwörter ändern.

Schneider Electric betont, dass die Schwachstellen im Rahmen von Forschungsarbeiten zum Thema Daten- und Netzwerksicherheit entdeckt wurden. Bisher gebe es keinerlei Hinweise auf eine missbräuchliche Nutzung dieser Schwachstellen.

Bei den Sicherheitslücken handelt es sich um Zugriffsmöglichkeiten mit fest programmierten Zugangsdaten über die Telnet- und FTP-Ports sowie über den Windriver-Debug-Port mit Zugriffsmöglichkeit auf das Laufzeitsystem der Schnittstellen und Module. Konkret betroffen sind die Ethernet-Schnittstellen und –Module der drei SPS-Systeme Modicon Quantum, Premium und M340 sowie das dezentrale E/A-System Advantys STB:

  • Über die fest programmierten Zugangsdaten könnten potenzielle Angreifer mit dem Betriebssystem der Ethernet-Schnittstellen interagieren.
  • Der Zugang über den Windriver-Debug-Port ermöglicht einen Zugriff auf das Betriebssystem der Ethernet-Schnittstellen mit Debug-Tools.
  • Über FTP könnten potenzielle Angreifer die Firmware der Kommunikations-Module löschen oder die Webseite und die http-Passwörter modifizieren.

Derzeit wird an der Behebung der Fehler gearbeitet, um die Risiken durch die entdeckten Sicherheitslücken zu minimieren. Für einige Produkte wird noch vor Weihnachten ein Patch zum Download angeboten, das die Sicherheitslücken für den Telnet-Zugriff und den Zugang über den Windriver-Debug-Port schließt. Dies betrifft die Quantum-Familie (Ethernet-Module 140 NOE 771 01 und 140 NOE 771 11) sowie die SPS-Baureihe M340 (Ethernet-Module BMX NOE 0100 und BMX NOE 0110).

Die Fehlerbehebung wird keine weiteren Auswirkungen auf die Fähigkeiten und Eigenschaften der Schnittstellen haben und somit die Leistungsfähigkeit der Kunden-Installation nicht beeinflussen. Deswegen empfiehlt Schneider Electric allen Anwendern die Installation des Bug-Fixes.

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