Elektrokonstruktion
Effiziente Schaltschrank-Planung
Über Online-Tools lassen sich begleitende Arbeiten zur Schaltschrankplanung zeitsparend gestalten – und die Effizienz der Elektrokonstruktion erhöhen. Hilfreich dabei sind nicht zuletzt Produkt-Konfiguratoren und Apps.
Wer es als Fertigungsunternehmen schafft, die Möglichkeiten elektronischer Online-Hilfen durchgängig zu nutzen, erhöht seinen Effizienzgrad in Planung, Konstruktion und Beschaffung erheblich und steigert seine Wettbewerbsfähigkeit. Allein der Zeitaufwand für die Datenintegration in der elektrotechnischen Konstruktion lässt sich um bis zu 80 % reduzieren – so ein von Siemens ermittelter Wert. Er ergibt sich aus den Aktivitäten, Daten und Tools, die das Unternehmen unter der Strategie „Planning Efficiency“ umsetzt und zu seinen Geräten anbietet. Ein Beispiel dafür sind Konfiguratoren zur Produktauswahl, die dem Elektrokonstrukteur Arbeit abnehmen. Der Trend weg von einer funktionsorientierten Herangehensweise der Elektrokonstruktion hin zum betriebsmittelorientierten Arbeiten ist in vollem Gange, bei dem von vornherein definiert wird, welche Geräte in den Schaltschrank kommen.
Das Beispiel des Motorstarters „Sirius 3RM1“ verdeutlicht, wie sich konstruktionsbegleitende Arbeiten in der Schaltschrankplanung aufwandsarm und zeitsparend realisieren lassen. Der „3RM1-Konfigurator“ ermöglicht die Auswahl des passenden Motorstarters, indem der Konstrukteur die applikationstypischen Rahmenbedingungen eingibt. Am Ende der Konfiguration erhält er eine Liste mit sämtlichen aufeinander abgestimmten Produkten und Zubehörteilen, inklusive der für die weitere Planung notwendigen Daten wie zum Beispiel 3D-Modelle und Maßzeichnungen. Auch die Bestellnummer zur direkten Bestellung über die Online-Bestellplattform ist enthalten.
Bis zu zwölf weitere Datenarten für die elektromechanische Planung stellt der „CAx-Download-Manager“ als Zip-File zur Verfügung. Das Tool liefert in vier Auswahlschritten beispielsweise Datenblätter, Maßzeichnungen, Zertifikate sowie Eplan-Electric-P8- Makros zu den gewünschten Bestellnummern. Sind die passenden Produkte ausgewählt und die dazugehörigen Daten im eigenen System vorhanden, kann sich der Elektrokonstrukteur an die eigentliche Arbeit machen. Für Anwender von Eplan Electric P8 sind die nächsten Schritte einfach: Mit dem über den Download-Manager erhaltenen Makros im .edz-Austauschformat (Eplan Data Archived Zipped) lässt sich der Zeitaufwand für die Datenintegration der Motorstarter um maximal 95 % reduzieren. Die wichtigsten für die Projektierung, Bestellung und Dokumentation benötigten Produktdaten sind im Makro bereits enthalten – beispielsweise Geräteschaltpläne, Anschlussbilder, Produktstammdaten und Datenblätter. Die Daten lassen sich für beliebig viele Bestellnummern importieren und bleiben miteinander verknüpft. So wird das komplette Datenmanagement auf Knopfdruck ins CAE-System ausgelagert.
Wer andere CAE-Systeme einsetzt – zum Beispiel E³.series, WSCAD, Elcad oder Comos –, erhält mit den CAx-Daten gleichermaßen Unterstützung, um Zeit im Planungs- und Konstruktionsprozess zu sparen. Der Download-Manager liefert in kurzer Zeit Maßzeichnungen, 3D-Modelle, Geräteschaltpläne, Kennlinien, Zertifikate, Anschlussbilder, Datenblätter und Produktbilder und importiert sie ins CAE- oder CAD-System.
Bei der Umstellung lange genutzter Produkte auf moderne Schaltgeräte gibt es entsprechende Umschlüsselungshilfen. Sollte ein Produkt inzwischen ausgelaufen sein, liefert das Umschlüsselungstool Bestellnummer und Daten für das passende Neuprodukt.
Apps zur mobilen Informationsbeschaffung
Um auch unterwegs jederzeit Zugriff auf die Informationen und Daten zu haben, hat Siemens eine App entwickelt, die den mobilen Zugriff auf mehr als 300 000 Informationen über Produkte ermöglicht.
Mit Hilfe der Industry-Online-Support-App lassen sich wichtige Informationen auch mobil von unterwegs aus finden und abrufen.
© SiemensUnterstützend wirkt hierbei ein neues Gehäusekonzept, das für den Motorstarter Sirius 3RM1 bereits angewendet wird: Auf der Gerätevorderseite befindet sich ein gut sichtbarer Data-Matrix-Code, den ein mobiles, internetfähiges Endgerät auch im eingebauten Zustand lesen kann. Mittels der „Industry Online Support App“ für die Betriebssysteme iOS und Android lässt sich der Code direkt einlesen und der Nutzer erhält wichtige Daten und Informationen zum Produkt. Diese können dann gespeichert, per Mail weitergeleitet und der Anlagendokumentation beigefügt werden.
Im Fall einer Störung ist der Support mittels mobilem Gerät schneller erreichbar, wobei sich durch ein beigefügtes Bild der Störung um-fassende Beschreibungstexte bei der Anfrage weitgehend erübrigen.
Dokumentation als Teil der Elektrokonstruktion
iPad-Nutzer können über den inter-aktiven Schaltschrank, der im AppleApp Store verfügbar ist, das Portfolioschaltschrankrelevanter Produkte spielerisch erkunden. Zu jedem Produkt gibt es umfassende Informationen sowie die Möglichkeit, direkt in das Online-Bestellsystem (die Siemens Industry Mall) zu springen. Nach der kostenlosen Registrierung stehen dort Funktionen wie Preisauskunft, Verfügbarkeitsprüfung und Lieferstatusverfolgung zur Verfügung. Somit lässt sich die Bestellung auch von unterwegs aufgeben.
Mittels interaktivem Schaltschrank besteht die Möglichkeit, das Portfolio schaltschrankrelevanter Produkte zu entdecken.
© Siemens"Planning Efficiency" beschreibt die gesamte Informationskette von der Konstruktionsidee bis zum ausgelieferten Schaltschrank – inklusive Dokumentation und späterer Ersatzteilbeschaffung. Mittlerweile schreibt die europäische Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ausdrücklich vor: Die Dokumentation ist Teil der Anlage – was bedeutet, dass Käufer das Recht auf eine vollständige Anlagendokumentation haben.
Damit auch bei diesen administrativen Vorgängen der Zeitbedarf im Rahmen bleibt, bietet Siemens den "My Documentation Manager" an. Mit ihm lassen sich alle für ein Projekt relevanten Kapitel der Standarddokumente selektiv auswählen.
Elektrokonstrukteure finden die nötigen Unterlagen übersichtlich strukturiert und stellen sie per Drag & Drop individuell zusammen. Dabei besteht die Möglichkeit einer Ausgabe in unterschiedlichen Sprachen. Da Anwender automatisch über Aktualisierungen benachrichtigt werden, lässt sich die Dokumentation vergleichsweise einfach auf aktuellem Stand halten.
Autor: Kay Bretschneider ist Leiter Online Marketing/PR im Geschäftsbereich Control Components and Systems Engineering bei Siemens in Fürth.












