Strukturwandel der Industrie

Melanie Steinbeck,

Umsatz mit Dienstleistungen erreicht 166 Milliarden Euro

Die deutsche Industrie wandelt sich: Immer häufiger sind es nicht nur die Produkte selbst, die Geld einbringen, sondern auch die Dienstleistungen, die sie begleiten. Laut einer neuen Studie des Münchener ifo Instituts haben Industrieunternehmen im Jahr 2024 rund 166 Milliarden Euro mit produktbegleitenden Dienstleistungen umgesetzt – etwa Beratung, Montage oder Wartung.

Symbolbild © Panuwat/stock.adobe.com

Zum Vergleich: Der Umsatz des gesamten Gastgewerbes in Deutschland lag im gleichen Jahr bei rund 138 Milliarden Euro. „Im Jahr 2024 haben Industrieunternehmen schätzungsweise 166 Milliarden Euro mit produktbegleitenden Dienstleistungen umgesetzt, wie Beratung, Montage oder Wartung. Damit übertrafen sie zum Beispiel den Umsatz des gesamten Gastgewerbes in Deutschland, der bei rund 138 Milliarden Euro lag“, sagt ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser.

Besonders hoch ist der Anteil der Dienstleistungen im Maschinenbau

Die Unterschiede zwischen den Branchen sind deutlich. Besonders hoch ist der Anteil der Dienstleistungen im Maschinenbau, wo 13,2 Prozent des Umsatzes darauf entfallen. Gefolgt wird er vom Fahrzeugbau mit 7,3 Prozent und der Elektroindustrie mit 6,8 Prozent. In Branchen wie Nahrungs- und Genussmittel oder Textil- und Bekleidungsindustrie spielen Dienstleistungen nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt ist jedoch ein klarer Trend erkennbar: In allen Industriezweigen ist der Anteil produktbegleitender Dienstleistungen in den vergangenen zehn Jahren gestiegen.

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Die Studie zeigt außerdem, dass Innovationen eng mit dem Dienstleistungsumsatz verknüpft sind. Unternehmen mit Forschung und Entwicklung erzielten im Durchschnitt 7,8 Prozent ihres Umsatzes durch Dienstleistungen; wer darüber hinaus Künstliche Intelligenz einsetzt, steigert diesen Anteil auf 8,6 Prozent. „Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen der Innovationstätigkeit eines Unternehmens und seinem Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen“, sagt ifo-Forscher Stefan Sauer.

Sonderfrage der ifo Konjunkturumfragen

Die Daten stammen aus einer Sonderfrage der ifo Konjunkturumfragen vom Juli 2025. An der Befragung nahmen 1.680 Unternehmen teil, repräsentativ für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland. Erfragt wurde die prozentuale Aufteilung der Umsätze für 2024: Herstellung und Verkauf von Waren, produktbegleitende Dienstleistungen und sonstige Tätigkeiten. Die amtliche Statistik erfasst produktbegleitende Dienstleistungen bislang nicht explizit.

Die detaillierten Ergebnisse sind im Aufsatz „Strukturwandel im Verarbeitenden Gewerbe: Produktbegleitende Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung“ von Stefan Sauer und Timo Wollmershäuser veröffentlicht.

Die Studie zeigt: Wer heute in der Industrie erfolgreich sein will, muss mehr können als Produkte herstellen. Beratung, Service und begleitende Dienstleistungen werden zunehmend zu einem zentralen Geschäftsfeld – ein Wandel, der die deutsche Industrie auf lange Sicht verändern dürfte.

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