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Artikel und Hintergründe zum Thema

MES-Lösung

Lukas Dehling,

Datendrehscheibe für OPC UA

Im Juni 2017 stellte Industrie Informatik das aktuelle Release der MES-Lösung Cronetwork vor. Dabei im Fokus: Der neu integrierte OPC-UA Server. Was es damit auf sich hat, erläutert Thomas Krainz, Mitglied der Geschäftsleitung und Verantwortlicher für das Produktmanagement.

Thomas Krainz: "Der OPC-UA-Server ermöglicht uns die Weitergabe aller MES-Daten an die verschiedensten Empfänger, sowohl intern als auch an Dritte".

© Industrie Informatik

Herr Krainz, was war die Motivation für den OPC-UA Server?

Krainz: Während sich in höher angesiedelten IT- und Fertigungsebenen mittlerweile Standards etabliert haben, sind unsere Produktionshallen nach wie vor durchzogen von Insellösungen und Individualentwicklungen. Die Einhaltung von Kommunikationsstandards würde die Digitalisierung der Fertigungsprozesse weiter vorantreiben und die Interaktion zwischen den Systemen enorm vereinfachen. Deshalb setzen wir schon seit einiger Zeit auf den Standard OPC UA.

Mit dem OPC-UA Server haben wir unter anderem das Ziel, die einseitige Maschinenkommunikation aufzulösen und mit einer bidirektionalen Lösung weitere Möglichkeiten hinsichtlich einer digitalen Fabrik zu schaffen.

Welche Änderungen bringt das konkret mit sich?

Krainz: Der OPC-UA Server eröffnet den Anwendern völlig neue Möglichkeiten – und das nicht nur in der Maschinenkommunikation. Sämtliche Informationen und Daten aus unserer MES-Lösung Cronetwork können jetzt event- und kontextbezogen an die verschiedensten Empfänger entlang der gesamten Wertschöpfungskette weitergegeben werden. Mittels bewährter Basistechnologien in Cronetwork erfolgt diese Datenbereitstellung frei konfigurierbar und ohne Programmieraufwand. Mit nur wenigen Klicks kann der Anwender seine Informationen am OPC-UA Server zur weiteren Nutzung und Verarbeitung bereitstellen. All dies geschieht unter Einhaltung des OPC-Kommunikationsstandards.

Was sind typische Einsatzszenarien des Servers?

Krainz: Mögliche Anwendungsfälle ergeben sich durch die breite Datenbasis und die bidirektionale Kommunikationsmöglichkeit. Zum Beispiel werden Prozessdaten aus einem Arbeitsgang erfasst, mit weiteren Informationen vermengt, neu aufbereitet und der Maschine des nächsten Arbeitsganges mittels OPC-UA Server zur Verfügung gestellt. Die dort nötigen Maschineneinstellungen orientieren sich an den zuvor erfassten Daten. Somit können gegebenenfalls leichte Abweichungen korrigiert werden. Die Produktionsqualität wird auf ein neues Level gehoben.

Wie wurde die OPC-Technologie bisher bei Ihnen eingesetzt?

Krainz: Die OPC-Technologie ist nichts Neues für Industrie Informatik. Die bekannte OPC-DA-Spezifikation war bereits vor mehr als zehn Jahren Bestandteil des cronetwork-MDE-Servers. Später erweiterten wir unser Angebot um einen OPC-UA-Client, der bis heute zuverlässige Dienste in der Erfassung von Fertigungs- und Maschinendaten leistet, dessen Grenzen allerdings auch in genau diesem Bereich liegen. So war bisher nur der einseitige Datentransfer von der Maschine in die IT möglich. Zudem wollten wir eine neue Lösung schaffen, die über Fertigungsdaten hinaus das gesamte breite Spektrum an Daten und Informationen verarbeiten kann.

Warum ausgerechnet OPC UA für MES-Systeme?

Krainz: In Zeiten der Digitalisierung und Industrie 4.0 braucht es homogene Systemlandschaften, die sich einer Integration gegenüber Fremdsystemen nicht verschließen. Standards sind hier der Schlüssel. Aus unserer Sicht gibt es nur wenige Kommunikationsprotokolle, die technologisch gesehen in der Lage sind, hier das Rennen zu machen. Die OPC-Technologie ist hier europaweit die Nummer 1. Auch Maschinenbauer erkennen die Mehrwerte. Immer mehr Anlagen werden mit OPC-Servern ausgestattet.

Was gibt es darüber hinaus für Neuerungen beim Release 19?

Krainz: Unsere jährlichen Releases entstehen einerseits aus der Entwicklungsarbeit in unserem Haus und andererseits aus Lösungen, die wir in jüngerer Vergangenheit erstmals bei einzelnen Kunden realisiert haben. Dementsprechend groß ist die Anzahl an jährlichen Neuerungen. In der aktuellen Version 19 sind es an die 200 neuen Funktionen & Features, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen können. Besonders nennenswert ist das neu entwickelte ‚cronetwork monitoring‘, welches den Usern einen Überblick über den aktuellen Funktionsstatus von Cronetwork MES liefert. Auch in den Bereichen Feinplanung, Business Intelligence, Maschinendaten, Personalzeit und Schnittstellen konnten wir wieder besondere Akzente für einen noch effizienteren Einsatz von unserem MES-System Cronetwork setzen.

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