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Artikel und Hintergründe zum Thema

Cloud-Technologien

Meinrad Happacher,

Cloud-Trends für 2022 und darüber hinaus!

Cloud-Nutzer müssen neue Kriterien für ihre Cloud-Dienste berücksichtigen: Souveränität, Datenschutz und Wahlfreiheit stechen diesbezüglich hervor, hat der europäische Multi-Cloud-Provider Scaleway herausgearbeitet. Die Trends für 2022 und darüber hinaus im Überblick.

© Pixabay/CC0

Das Thema Multi-Cloud, also die Nutzung mehrerer Cloudanbieter, wird im Jahr 2022 an Bedeutung gewinnen. Kunden sind sich zunehmend der Risiken bewusst, die eine Festlegung auf nur einen Anbieter mit sich bringt. Der Multi-Coud-Trend wird daher zu einer größeren Auswahl, Preisarbitrage und Risikomanagement führen, sowohl in geopolitischer Hinsicht als auch in Bezug auf die Ausfallsicherheit. Ein Multi-Cloud-Ansatz hilft, die Geschäftskontinuität zu gewährleisten und Kosten zu senken. Dabei wollen sich Nutzer so wenig wie möglich mit Servern befassen. Deshalb wird auch die Einführung moderner Cloud-Architekturen sowohl auf Containerseite, insbesondere mit Kubernetes, als auch auf Serverless-Seite weiterhin zügig voranschreiten. Laut der Gartner Studie „Kubernetes und der Kampf um Cloud-native Infrastrukturen“ werden 85 % der Unternehmen bis 2025 Container im Produktivbetrieb einsetzen, während es im Jahr 2020 noch weniger als 30 Prozent waren. Das starke Wachstum deutet auf eine erhöhte Nachfrage nach Skalierbarkeit und Flexibilität der Architektur hin. Geringere Kosten und eine Simplifizierung der Anwendung ermöglichen nicht nur eine effizientere Nutzung von Ressourcen, sondern erlauben ein effizienteres Arbeiten, da weniger Zeit für die Verwaltung von Technologie aufgewendet werden muss.

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Cloud-Architektur zunehmend modular

Da sich technologische Anforderungen ständig weiterentwickeln und neue Anwendungen benötigt werden, muss die Cloud-Architektur zunehmend modular aufgebaut werden. Zum einen, um zukünftige Anwendungen zu unterstützen, zum anderen, damit die Produkt-Ökosysteme gut zusammenarbeiten. Dies wird besonders deutlich, wenn sich neue Technologien durchsetzen, was sich auch in der prognostizierten Verdreifachung des Marktvolumens für Cloud-Microservices zwischen 2020 und 2026 widerspiegelt. Die Agilität, Skalierbarkeit und Effizienz der Microservice-Architektur sind zu bedeutend, um ignoriert zu werden. Daher geht Scaleway  davon aus, dass sich die Vorhersage der IDC aus dem Jahr 2018, wonach 90 Prozent der Anwendungen bis 2022 eine Microservice-Architektur aufweisen werden, in diesem Jahr tatsächlich bewahrheiten wird. Um modulare Container- oder Serverless-Architekturen aufzubauen, wird ein zusätzlicher Fokus auf die Verbindung von „Glue“-Produkten, wie Messaging & Queueing oder Observability, gelegt.

Open Source als großer Wegbereiter?

Open Source ist die ideale Lösung für die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen. Da sich die Software-Gemeinschaft zunehmend von proprietären und patentierten Produkten entfernt, wird die Schwelle für die Nutzung fortschrittlicher Technologien erheblich gesenkt. So öffnen sich die Türen für Einzelpersonen und Organisationen mit weniger Ressourcen - seien es Start-ups, Scale-ups, gemeinnützige Organisationen, Organisationen aus Entwicklungsländern und andere. Es bleibt jedoch die Frage: Wer zahlt für qualitativ hochwertige Open-Source-Produkte? Wer kontrolliert sie wirklich?

Die EU gestaltet Wettbewerbsbedingungen um

Führende Märkte - wie die USA und China - verfolgen eine asymmetrische öffentliche Beschaffungspolitik, die ihre lokalen Cloud Service Provider begünstigt und europäischen Pendants im globalen Wettbewerb benachteiligt. Die Europäische Union wird eingreifen, um die Wettbewerbsbedingungen wieder auszugleichen, was auf zwei Arten geschehen soll:

  • Regulierung der digitalen „Gatekeeper“ durch den Digital Markets Act und den Data Act
  • Umsetzung einer Cloud-Industriepolitik auf Grundlage gleicher Wettbewerbsbedingungen, Software-Souveränität und einem neuen Buy European Tech Act.

Jenseits von 2022

Einige weitere Trends, die die digitale Landschaft grundlegend umgestalten werden:

  •  Der weltweite Umsatz der Cloud-Branche übertrifft den Umsatz der Telekommunikation: IDC prognostiziert, dass das Public-Cloud-Segment bis 2025 um 21 Prozent wachsen und einen Umsatz von 809 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Wenn das Wachstum anhält - und Scaleway geht davon aus, dass dies der Fall sein wird -, dürfte der Cloud-Umsatz den Telekom-Umsatz noch vor Ende des Jahrzehnts übertreffen.
  • Web3 und Blockchain-Technologie werden sich schneller durchsetzen: Blockchain und Web3 werden als „die nächste Ära des Internets“ betrachtet. Bleibt abzuwarten, ob sich der Hype bewahrheitet. Mit Blockchain-as-a-Service (BaaS)-Lösungen, die auf Multi-Cloud-Infrastrukturen basieren, wird es aber für jeden einfacher, die Vorteile der Blockchain zu nutzen, ohne fundierte technische Kenntnisse zu benötigen.
  •  Das Metaverse wird eine Menge neuer Marktteilnehmer hervorbringen: Ist endlich die Zeit gekommen, dass VR und AR Mainstream werden? Wird 2022 das Jahr für Meta? „Metaverse“ ist derzeit in aller Munde und ist auf erhebliche Cloud-Unterstützung angewiesen, um wirklich durchzustarten. In der Zwischenzeit könnte Meta Schwierigkeiten haben, als Teamplayer aufzutreten, auch wenn Mark Zuckerberg bereits (widerwillig?) zugegeben hat, dass eine Plattform nicht über alle herrschen wird.
  • Apple wird auf dem AR-Markt mitmischen: Mit seiner Ankündigung neuer Technologien auf der WWDC und AR-kompatiblen Brillen, die Gerüchten zufolge 2022 auf den Markt kommen sollen, wird Apple die Nachfrage nach 5G und Telekommunikations-/Cloud-Infrastrukturen mit niedriger Latenz wesentlich steigern.
  • Europa wird auf dem Markt des Quantencomputings mitmischen: Europa ist hier seit 2019 bereits am Start und doch könnte es zu spät sein, hier mit den Tech-Größen Google und IBM zu konkurrieren. Impulse werden in Europa jedenfalls nicht von großen Tech-Unternehmen kommen, sondern von zahlreichen Forschungseinrichtungen und regionalen Startups. Das Rennen hat gerade erst begonnen!
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