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Artikel und Hintergründe zum Thema

Endress+Hauser auf der SPS 2024

Inka Krischke,

Dekarbonisierung im Fokus

© Endress+Hauser

Für eine klimaneutrale Zukunft soll mittels der CCUS-Strategie (Carbon Capture, Utilization and Storage) CO₂ aus fossilen Quellen und industriellen Prozessen genutzt oder gespeichert werden. Die Rolle von Endress+Hauser dabei erläutert Frederik Effenberger, Industry Manager Decarbonization.

Im ersten Schritt der CCUS-Strategie soll CO₂ direkt aus der Atmosphäre entfernt werden. Wie funktioniert das und welche Rolle spielt Messtechnik dabei?
Für die CO2-Abscheidung aus industriellen Quellen bieten sich zwei aktiv abscheidende Emissionstechnologien an: Carbon Capture – CC – fängt CO₂ ein, bevor es in die Luft abgegeben wird und dort einen schädlichen Einfluss auf das Klima nimmt. Direct Air Capture – DAC – hingegen fängt bereits in die Atmosphäre abgegebenes CO₂ direkt aus der Umgebungsluft ein. Ist das CO₂ abgeschieden, muss es entsprechend aufbereitet werden, um Verunreinigungen zu entfernen, die den Transport und die Speicherung stören könnten. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Vermeidung von Korrosion in den Pipelines, die durch Wasser, Schwefelwasserstoff und Sauerstoff begünstigt wird. Regelmäßige Analysen sichern die Reinheit des CO₂ und verhindern so Korrosion und Eisbildung in den Leitungen. Hier kommt präzise Messtechnik ins Spiel.

Frederik Effenberger, Industry Manager Decarbonization bei Endress+Hauser © Endress+Hauser

Welche Lösungen hat Endress+Hauser für diesen Prozess entwickelt?
Unsere TDLAS- und QF-Analysatoren sind eine zuverlässige Lösung für die Echtzeitmessung und Überwachung im Rahmen von CCUS-Anwendungen. Zusätzlich bieten unsere Softwarelösungen Netilion und Heartbeat Technology umfassende Überwachungs- und Steuerungsmöglichkeiten.

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Welche Anforderungen sind beim Transport des abgeschiedenen CO₂ zu berücksichtigen?
In der Transport-Phase durch die Pipeline weist CO₂ eine Viskosität auf, die der eines Gases ähnelt, aber gleichzeitig eine Dichte besitzt, die eher der einer Flüssigkeit entspricht. Aufgrund der ungewöhnlichen Unterschiede in den thermophysikalischen Eigenschaften von CO₂ ist es besonders wichtig, Temperatur und Druck in der Pipeline sorgfältig zu kontrollieren. Auf diesem Gebiet verfügen wir über das Wissen und die Erfahrung, um komplexe CO₂-Durchflussmessungen unter Einhaltung der vorgeschriebenen Quantitäts- und Qualitätsparameter durchzuführen. Unsere Coriolis-Massedurchflussmessgeräte bieten bewährte Technologien für Messungen in der dichten CO₂-Phase. Zudem haben wir komplette Metering-Skids für die genaue Messung am Übergabepunkt entwickelt. CO₂ wird dann je nach Verfügbarkeit von Transportmitteln wie Pipeline, Bahn, LKW oder Schiff zu den Speicherorten gebracht, wobei Pipelines für große Mengen am kosteneffizientesten sind.

Wo wird das CO₂ dann schließlich gespeichert?
Die Speicherung des CO₂ erfolgt in der Regel unterirdisch in tiefen, porösen Gesteinsformationen oder unter dem Meer, beispielsweise in den Sandsteinschichten der Nordsee. Häufig genutzte Lagerstätten sind erschöpfte Öl- und Gasfelder oder salzhaltige Aquifere. In diesen Formationen wird das CO₂ in einem überkritischen Zustand injiziert, wo es sicher eingeschlossen bleibt. Eine dichte Deckschicht verhindert das Entweichen. Um die Sicherheit zu gewährleisten, ist eine kontinuierliche Überwachung der Speicherorte entscheidend, um das Risiko von Leckagen zu minimieren.

Wie präsentieren Sie dieses wichtige Thema auf der SPS?
Auf der SPS bieten wir einen umfassenden Einblick, wie unsere Technologien die CO₂-Emissionen reduzieren und gleichzeitig den Weg zu erneuerbaren Energien und emissionsfreien Prozessen aktiv vorantreiben. Mithilfe unseres Dekarbonisierungsmodells präsentieren wir zentrale Technologien wie Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS), Direct Air Capture (DAC) sowie die Wasserstoffproduktion und -nutzung. Dabei sind die Eigenschaften und die nahtlose Vernetzung der installierten Messgeräte von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Umsetzung.

Halle 7A, Stand 146

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