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Artikel und Hintergründe zum Thema

Neue Normalität der Fertigung

Johannes Papst | Andrea Gillhuber,

Der Mensch als Schlüssel zum Erfolg

Smarte Fertigung und Unternehmen sind im Denken häufig mit neuen Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Robotic Process Automation verknüpft. Dabei vergessen viele, dass die Digitalisierung zuerst dem Mitarbeiter helfen muss.

Die Digitalisierung muss zuerst dem Mitarbeiter helfen: Der Mensch als Schlüssel zum Erfolg in der neuen Normalität der Fertigung

© Pixabay / CC0

Bei einem 'intelligenten Unternehmen' denken viele sicherlich zunächst an eine Organisation, die die neuesten Technologien einsetzt. Dazu gehören künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning (ML) und Robotic Process Automation (RPA) – Schlagworte, die häufig fallen und über die berichtet wird. Aber trotz aller Technologien sind und bleiben die Mitarbeiter eines Unternehmens der wichtigste Erfolgsfaktor.

Das Weltwirtschaftsforum stellt eine »untrennbare Verbindung zwischen menschlicher Gesundheit und Unternehmenserfolg« fest und erklärt: »Mitarbeiter sind wichtige Akteure und entscheidend für das Geschäftswachstum.« Führungskräfte in der Industrie stimmen mit dieser Einschätzung überein: Eine kürzlich durchgeführte McKinsey-Umfrage unter Fertigungs- und Supply Chain-Fachleuten ergab, dass 90 % planen, in die Mitarbeiterschaft zu investieren – und so die Digitalisierung vorantreiben wollen.

Hier einige Bespiele, die zeigen, wie sich die Mitarbeiterzufriedenheit und gleichzeitig die Profitabilität des Unternehmens sicherstellen lässt.

Gesundheit der Mitarbeiter, aber auch Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes im Fokus

Da die COVID-19-Pandemie weiterhin zum Alltag von Mitarbeitern und Unternehmen gehört, müssen Hersteller weiterhin auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter achten. Ein Workforce-Symptom-Check-System (unter Berücksichtigung eines unternehmensgerechten Datenschutzes) bietet eine gute Möglichkeit, relevante Informationen zu sammeln und die Gesundheit der Mitarbeiter bestmöglich zu schützen. Auch Apps oder andere Tools zur Kontaktverfolgung unterstützen.

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Mitarbeiterzufriedenheit als Maßstab für erfolgreiche Unternehmen

In der Zusammenarbeit mit seinen Kunden stellte SAP während der Pandemie fest, dass erfolgreiche Unternehmen eines beherzigen: Sie sollten nicht nur für ein gutes Kundenerlebnis sorgen, sondern sich ebenso gut um ihre Mitarbeiter gleichermaßen kümmern. Denn Arbeitnehmer legen nicht nur Wert auf einen sicheren Arbeitsplatz – sie möchten auch, dass ihre Arbeit gewürdigt wird. Sobald Unternehmen über die richtigen Tools verfügt, um die Mitarbeitererfahrung messbar zu machen und daraus Erkenntnisse abzuleiten, sind sie in der Lage, diese Erlebnisse zu gestalten. Firmen können so erkennen, ob bzw. wo es hakt und Maßnahmen ergreifen, um dies zu beheben.

Erfolgreiche Unternehmen kümmern sich um ihre Mitarbeiter – nicht nur hinsichtlich ihres Wohlbefindens, sondern sie unterstützen sie auch dabei, sich weiterzuentwickeln. Experience Management (XM)Tools bieten ihnen die Möglichkeit, digitale Umfragen schnell durchzuführen. Auf Basis des Feedbacks lassen sich gezielte Maßnahmen umsetzen, und zwar für einzelne Mitarbeiter, Teams oder sogar im gesamten Unternehmen. Organisationen erhalten dank detaillierter Analysen Einblicke in tägliche Abläufe und die von Mitarbeitern investierte Zeit. Auf dieser Basis können sie Richtlinien und Workflows anpassen und so die Arbeit erleichtern.

Experience Management Tools ermöglichen Unternehmen, regelmäßig die Stimmung innerhalb von Teams und Abteilungen zu messen. Gleichzeitig erhalten Organisationen Zugriff auf das Feedback der Mitarbeiter – und zwar zu einer Vielzahl von Themen. Dazu gehören beispielsweise die generellen Arbeitsbedingungen, Sicherheitsprotokolle oder neue Prozesse. Dank dieser Einblicke können Probleme sichtbar gemacht werden. So lassen sich schnell Maßnahmen ergreifen, die die Mitarbeiter bei ihren Aufgaben optimal unterstützen. Teams sehen so, dass ihr Feedback etwas bewirkt.

Mitarbeiter einstellen und ausbilden

»Auch im Zeitalter der Robotik können Hersteller nicht auf Fachkräfte verzichten«, heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Studie von Oxford Economics. Die Studie basiert auf den Antworten von 3.000 Führungskräften, darunter 300 aus der Industrie. Für 22 % war der Fachkräftemangel das größte Hindernis für die Umsetzung ihrer strategischen Initiativen. Um diese Hürde zu überwinden, müssen Unternehmen und ihre Personalabteilungen bei der Suche, Bewertung und Einstellung von Bewerbern stärker die digitale Welt im Blick haben. XM-Tools sind hier hilfreich – sie können Unternehmen dabei unterstützen, ihre Rekrutierungsprogramme auf die gesuchten Talente zuzuschneiden.

Eine wichtige Aufgabe der Personalabteilung ist es, neue Mitarbeiter mit den benötigen Fähigkeiten zu finden. Eine flexible, agile Belegschaft ist ebenfalls wichtig, damit Unternehmen erfolgreich bleiben. Die COVID-19-Krise hat gezeigt, wie wichtig es ist, den Überblick über die Belegschaft zu haben. Darüber hinaus müssen sie in der Lage zu sein, die Mitarbeiter kontinuierlich weiterzubilden, um sie so für neue Aufgaben zu qualifizieren. Firmen können ihre Teams damit den sich schnell verändernden Gegebenheiten anzupassen. Schulungen und digitale Onboarding-Prozesse unterstützen dabei, neue Mitarbeiter schnell zu integrieren und bestehende Kollegen weiterzubilden.

Prozesse und Arbeitsabläufe optimieren – mit Mensch und Technologie

Der Autohersteller Audi setzt bereits seit vielen Jahren Roboter in der Produktion ein. Kürzlich führte das Unternehmen RPA in seinen Büros ein und befreit Mitarbeiter so von wiederkehrenden, monotonen Aufgaben. »Mit der Einführung von RPA wird unser Geschäft digitaler«, so Dr. Bernd Martens, Audi-Vorstand für Beschaffung und Informationstechnologie (IT). »Wir nutzen Bots, um unsere Prozesse effizienter und schneller zu gestalten. Unsere Mitarbeiter haben so Zeit für strategischere oder kreativere Aufgaben – eine Win-Win-Situation für alle Seiten.«

Von Bots im Büro bis hin zu Robotern in der Fabrik – die Industrie setzt zunehmend auf Automatisierung. Etwa die Hälfte der von McKinsey befragten Führungskräfte gab an, dass der Einsatz von Automatisierung in ihrem Unternehmen etwas schneller als in der Vergangenheit vonstattengeht, bei weiteren 20 % hat das Tempo deutlich angezogen.

Ein höherer Automatisierungsgrad sorgt dafür, dass Mitarbeiter mehr Zeit für höherwertige Aufgaben haben. Gleichzeitig ist die Produktion ist weniger abhängig von menschlichen Teams. Durch die Kombination automatisierter Anlagen mit Machine Learning- und KI-gestützten Tools zur Anlagenkontrolle und -verwaltung lassen sich Prozesse, Anlagen und Produktausstoß aus der Ferne überwachen. Damit ist gewährleistet, dass die Fertigung mit minimalen menschlichen Eingriffen weiterläuft. Da immer mehr Hersteller ihre Produktion ins Inland verlagern, trägt die Automatisierung auch dazu bei, die damit verbundenen höheren Arbeitskosten zu kompensieren.

Der Autor: Johannes Papst ist Industry Solution Manager, SAP

© SAP

Dieses Maß an durchgängiger Konnektivität und Transparenz erstreckt sich idealerweise von der Fabrikhalle über das gesamte Fertigungsunternehmen und seine Belegschaft bis hin zum Liefernetzwerk und zum Endkunden. Hersteller erhalten somit die Möglichkeit, den (Wieder-)Einsatz von Arbeitskräften direkt mit der bestehenden und künftigen Nachfrage, Produktionsprioritäten und finanziellen Realitäten zu verknüpfen. Genau dann sind Mitarbeiter unabdingbar und sinnvoll mit dem Geschäftserfolg verbunden.

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