Beck IPC
Von Ignoranz bis Begeisterung!
Unter dem Motto "we bring Industry to Internet" propagiert Beck IPC seit 2006 die Etablierung des Internet der Dinge (IoT) in industriellen Applikationen. Christoph Müller, Business Development Manager bei Beck IPC erläutert seine Erfahrungen in diesem neuen Markt.
Herr Müller, ist das Internet der Dinge im Industrieumfeld noch Vision oder wird es schon real gelebt?
Müller: Das Gute vorweg! Ja es gibt ihn schon, diesen neuen Markt. Endlich! Unzählige Anwendungen belegen inzwischen nicht nur die Funktionalität, sondern auch den Nutzen des IoT. Unsere Kunden betreiben heute schon neue Geschäftsmodelle und dabei meine ich jetzt nicht die vorrauschauende Wartung, sondern Dienstleistungen mit denen sie in Echtzeit die Performance von Maschinen und Anlagen erhöhen und diese ‚as a Service‘ abrechnen.
Sie versuchen seit 2006 Ihre Kunden von der Wichtigkeit des IoT in der Industrie zu überzeugen. Wie aufgeschlossen sind Ihre Gesprächspartner bezüglich dieses Themas?
Müller: Das reicht von kompletter Ignoranz bis „wann kann ich es endlich einbauen, wir brauchen das sofort!“ –Die ‚noch Zurückhaltenden‘ versuchen wir mit einem Trick abzuholen: Wir geben ihnen ein Gateway und einen Zugang zu unserer Cloud. Fünf Minuten später fangen sie an zu spielen; einen Tag später ist die ‚Time to Confidence‘ erreicht.
Was genau hindert viele Ihrer potenziellen Kunden daran, das Thema mit Engagement anzugehen?
Müller: Unwissenheit, Verwirrung, Angst und der Glaube, dass alles unheimlich kompliziert ist! Hinzu kommt: Solange der Kunde seinen Business Case nicht kennt, nutzt die beste und preiswerteste Technik nichts. Deshalb bieten wir ‚soft-skills‘ in unseren Cloud-Applikation, die einfach jeder haben möchte. Ist er dann mal dabei, kommen schon die Ideen. Eines dieser wichtigen Elemente ist in unserer Lösung etwa das Thema ‚Echtzeit‘: Die ComTom-Lösung braucht gerade mal Millisekunden, um Daten rund um die Welt abzufragen und zu analysieren. Dies ist für viele Business Cases, die gerade entstehen, entscheidend. Ein Beispiel: Unsere größte Anwendung umfasst 4 Mio. Clients mit jeweils 160 Datenpunkten, die RTT liegt dabei bei 150 ms!
Sie gehen jetzt zur SPS IPC Drives ziemlich preisaggressiv mit einem Starterkit an den Markt. Warum diese Aktion?
Müller: Wir – und damit meine ich unsere ganze Branche – müssen die Hemmschwelle bei den Anwendern eliminieren. Viele Anwender glauben, dass sie Unsummen ausgeben müssen, bis sie das Thema Analytics umsetzen können. Wie gesagt: Wer das mal ausprobiert hat und sieht, dass er in wenigen Millisekunden Zustandsänderungen seiner Anlagen aus der ganzen Welt analysieren kann, der versteht schnell, dass sich eine neue Einkommensquelle auftut.
Ist die Etablierung des IoT mit bisherigen Innovationen in der Automation vergleichbar oder hat das Thema auch ganz eigene Besonderheiten?
Müller: Nein, das IoT in der Industrie ist mit nichts Bisherigem in der Automation zu vergleichen: Der Einzug des Open-Source-Gedankens ist so massiv wie noch nie! Auch Themen wie ‚Crowd Sourcing‘ und ‚Künstliche Intelligenz‘ verändern den Umgang mit den Aufgabenstellungen. Ich denke, wir müssen uns mit dem Gedanken anfreunden, dass es bei der Revolution, die nun tatsächlich zu spüren ist, um weit mehr geht, als das Thema Losgröße 1 in unserer industriellen Fertigung rauf und runter zu beten! ‚Industrie 4.0‘ wird am Ende ganz anders aussehen, als sich das heute viele vorstellen. Und es wird auch ganz woanders seinen wirklichen Nutzen beweisen. Ich denke, wir müssen größer denken: Das ganze Umfeld der Digitalisierung dient doch dem Ziel, unsere Welt besser zu gestalten. Wie sonst sollen wir einen Kontinent wie Afrika schnell genug industrialisieren oder etwa dem Klimawandel entgegentreten? – Wir sollten uns alle auf viel größere Veränderungen einstellen, als momentan absehbar ist!










