Logistik
IPC-Unterstützung für die Kommissionierung
Für eine effiziente Kommissionierung greift HUK-Coburg auf Industrie-PCs von Noax zurück – montiert auf verschiedenen Logistikfahrzeugen. Bei der Umsetzung besonders im Fokus: Eine sichere WLAN-Verbindung und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung.
Die HUK-Coburg Versicherungsgruppe errichtete in einem Gewerbegebiet am nördlichen Rand von Coburg ein modernes Verwaltungszentrum mit Lager, in welchem die Versicherung über 1700 Formulare sowie 180 verschiedene Marketing-Artikel bereithält. Mit dem Umzug in das neue Lager stellte die HUK-Coburg auch die Kommissionierprozesse um: Während die Aufträge vorher konventionell mit Papierlisten bearbeitet wurden, ersetzte eine digitale Lösung das umständliche Hantieren mit Listen. Diese Lösung bestand aus einer Hardware, die auf Logistikfahrzeugen montiert war, sowie einer Software für das Kommissionieren und die Lagerverwaltung. Doch Peter Hüttner, Gruppenleiter Warenwirtschaft, und sein Team stellte diese Lösung nicht zufrieden. „Eigentlich hätten die Computer auf den Fahrzeugen die Arbeit der Kommissionierer beschleunigen sollen, aber mit diesen Geräten gab es massive Probleme“, so der Gruppenleiter Warenwirtschaft. Für Hüttner steht die Zuverlässigkeit der IT-Infrastruktur an oberster Stelle, wenn es um die Abläufe in seinem Lager geht. Zusammen mit seinen Kollegen bearbeitet er täglich rund 200 Aufträge. Das Problem waren die Stahlkonstruktionen der Regale: Sie haben die Funkwellen immer wieder abgelenkt und gestört, so dass die Rechner auf den Fahrzeugen keinen WLAN-Empfang hatten, obwohl das Lager an sich gut damit ausgeleuchtet ist. Für den Prozessablauf war es nicht förderlich, wenn die Datenkommunikation plötzlich abbrach. Meist traten die Fehler just zu dem Zeitpunkt auf, wenn im Lager auf Hochdruck gearbeitet werden musste.

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Datenaustausch bis in den letzten Winkel
Dazu kam, dass die WLAN-Verbindung nach einem starken Regen häufig komplett ausfiel. Ein externer IT-Fachmann konnte das Phänomen erklären: Durch den Regen stieg der Grundwasserspiegel und das hatte einen negativen Einfluss auf den WLAN-Empfang. In dieser Zeit verfolgten Hüttner und seine Kollegen besonders aufmerksam den Wetterbericht: „Wir haben schon gewusst, wenn ein Tief angekündigt war, dann dauert es nicht mehr lang, bis uns das WLAN Schwierigkeiten bereitet.“
Deshalb machten sich Hüttner und sein Team auf die Suche nach Industrie-Rechnern mit leistungsfähigerem WLAN-Empfang und definierten dazu ein Anforderungsprofil:
- Einsatz auf Gabelstaplern sowie Flurförder- und Kommissionierfahrzeugen.
- Beständig gegen Schocks und Vibrationen.
- Stabile WLAN-Anbindung.
- Komplett geschlossene Bauweise gemäß Schutzart IP65.
- Hochauflösender Touchscreen.
- Einfache Bedienung durch Mitarbeiter.
- Schneller Service und Möglichkeit zur Fernwartung.
- Anschlussmöglichkeiten von Peripheriegeräten über USB.
- Maximale Laufsicherheit und Verfügbarkeit.
Nach der Marktsondierung wurden die Industrie-PCs Compact C12 von Noax mit eigenentwickelten All-in-one-Motherboard getestet. Die PCs zeichnen sich durch ein helles, kontrastreiches TFT-Display aus. Die in IP65 ausgelieferten Rechner sind komplett geschlossen und werden ohne Außenlüfter betrieben.
Beim Multiorder-Picking unterstützt der Industrie-PC auf dem Fahrzeug die Kommissionierer.
© Noax TechnologiesBei den Tests achteten Hüttner und seine Kollegen besonders auf die Performance in Winkeln mit schwacher Ausleuchtung. Zunächst wollte man jedoch auf Nummer sicher gehen: Für die Hochmaststapler hat Hüttner erst einmal Geräte mit externer Antenne bestellt. Mittlerweile haben die neu georderten Industrie-Rechner eine interne Antenne. „Denn auch die Geräte mit internen Antennen funktionieren – sogar in schlechter ausgeleuchteten Ecken“, erklärt Hüttner. Da interne Antennen nicht so anfällig für Beschädigungen sind, wird die IT-Abteilung nach und nach umrüsten. Noch ein Punkt sprach für die Stapler-PCs: Der Boden im Coburger Lager besteht aus mehreren Betonplatten. Wo sie zusammentreffen, entsteht eine kleine Spalte. Jedes Mal, wenn ein Fahrzeug über diese Spalten fährt, erzeugt es deutlich hörbare Erschütterungen. Die Stapler-PCs sind vibrationsresistent konstruiert und daher für den Einsatz auf den Logistikfahrzeugen geeignet. Zu diesen Fahrzeugen gehören zwei Hochmaststapler, mehrere kleinere Kommissionierwägen mit Ablagetischen sowie spezielle Kommissionierwägen für das Multiorder-Picking. Diese Kommissionierwägen haben 16 Fächer, die jeweils mit Leuchtdioden ausgestattet sind. An jeder Station seines Weges muss der Mitarbeiter die benötigte Artikelmenge aus dem Lager entnehmen und in das Fach, welches mit einem Lichtsignal gekennzeichnet ist, platzieren; anschließend wird der Vorgang am Rechner bestätigt. Da die Industrie-PCs mit Hilfe des robusten Touchscreens intuitiv zu bedienen sind, erleichtern sie die Tätigkeiten der Kommissionierer. Darüber hinaus sind die Stapler-Terminals mit einer aktivierten, frontseitigen USB-Schnittstelle ausgestattet. Dieses Feature schätzen die Mitarbeiter besonders, weil sie ohne großen Aufwand eine externe Tastatur anschließen können.
Spezielle Logistiksoftware
Auf den Industrie-PCs ist eine spezielle Logistiksoftware installiert. Sobald ein Auftrag angemeldet wird, reserviert ihn sich ein Mitarbeiter. Der Auftrag ist dann diesem speziellen Mitarbeiter zugeordnet, der ihn bearbeiten muss. Vor Beginn der Kommissionierung werden die einzelnen Aufträge jeweils mit einem Barcode (Behälternummer) verheiratet. In diesem Barcode sind alle relevanten Informationen enthalten. Die Lagersoftware führt den Mitarbeiter wegeoptimiert durch das Lager, wobei ihm darüber hinaus genau angezeigt wird, an welchen Lagerplätzen er die bestellte Stückzahl von Formularen zu entnehmen hat. Nachdem der Auftrag zusammengestellt ist, bringt er ihn zur Packstation, wo der Auftrag verpackt wird und die Pakete mithilfe des Barcodes versandfertig für die Abholung durch die Post/Spedition vorbereitet werden.
Sämtliche Aufträge sind komplett rückverfolgbar; man kann demnach zu einem späteren Zeitpunkt feststellen, wer welchem Auftrag bearbeitet hat. Bei der permanenten Inventur werden die Rechner ebenfalls benötigt. Das Logistikprogramm hat hierfür die entsprechenden Module vorgesehen. Einmal im Jahr müssen die Mitarbeiter den Bestand an jedem Lagerplatz durchzählen, mit den Angaben im System vergleichen und gegebenenfalls korrigieren. Die reibungslose Kommunikation zwischen den Industrie-PCs und den Servern ist für diese Prozesse unerlässlich.
Daneben trägt die gleichmäßige Stromversorgung ohne Spannungsschwankungen zu mehr Stabilität und Laufsicherheit bei. In den Industrie-PCs ist eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) eingebaut, die Noax optional anbietet. Gerade für Logistikfahrzeuge empfiehlt sich die USV, weil sie Spannungsschwankungen oder kurze Unterbrechungen der Stromversorgung überbrückt. Derartige Spannungsschwankungen treten besonders beim Starten der Fahrzeuge oder beim Befördern von Lasten in höher gelegene Regallagerplätze auf. Mit einer USV haben die Mitarbeiter stets Zugriff auf alle Funktionen des Rechners, ohne dass er sich unvorhergesehen ausschaltet. „Die Stabilität auch unter schwierigen Verhältnissen ist einfach das, was wir von einer guten Hardware erwarten“, erklärt Peter Hüttner.
Autor:
Michael Naumann ist freier Fachjournalist aus München.












