Microsoft
"Geburtstags-Update" für Windows 10
Auf der Entwicklerkonferenz Build hat Microsoft zahlreiche Neuerungen angekündigt. Unter anderem bekommt Windows 10 eine Unix-Befehlszeile, digitale Assistenten und es gibt neue Entwicklungswerkzeuge
Am 29. Juli 2016 feiert Microsofts Windows 10 seinen ersten Geburtstag - an diesem Tag im Jahr 2015 war der Marktstart. Im Sommer 2016 soll es nun ein "Anniversary Update" geben, das für Windows-10-Nutzer im Rahmen der kostenlosen Updates verteilt wird. Das kündigte Windows-Chef Terry Myerson auf der Entwicklerkonferenz Build in San Francisco an. Sein Chef Satya Nadella hatte kurz nach seinem Antritt das Motto "Mobile first, Cloud first" ausgegeben und so stehen mit dem kommenden Update für Windows 10 auch neue Cloud-Dienste und neue Features für mobile Geräte an:
- Windows Ink: Damit soll die Stifteingabe natürlicher werden. Der druckempfindliche Stift des Microsoft-Surface-Tablets soll sich wie auf Papier benutzen lassen. Außerdem gibt es ein virtuelles Lineal, damit man beim Freihand-Zeichnen gerade Linien hinbekommt.
- Sprachassistentin Cortana: Cortana wird mit Eigeninitiative ausgestattet und gibt auf Wunsch über den Tag hinweg Ratschläge. Der Austausch mit Cortana wird auch dann möglich, wenn sich das genutzte Gerät im gesperrten Modus befindet - ganz ohne vorheriges Einloggen.
- Windows Hello: Mit Windows Hello kann man sich per Fingerabdruck-, Gesichts- oder Iriserkennung bei Windows 10-Geräten anmelden. Dieser biometrische Dienst kann jetzt auch in Apps und Anwendungen genutzt werden.
Anwendungen sehen, hören, sprechen und verstehen
- Cloud-Dienste: Mit der "Cortana Intelligence Suite" stellt Microsoft neue Cloud-Dienste vor, mit denen Entwickler sog. interaktive Bots, d.h. weitgehend automatisch arbeitende Computerprogramme, erstellen können, die personalisiert mit dem Nutzer kommuniziere sollen. Dazu nutzt die Cortana Intelligence Suite (früher: Cortana Analytics Suite) Technologien aus den Bereichen Big Data, maschinelles Lernen und Datenanalyse, die in der Microsoft-Azure-Cloud laufen. Als Beispiele stellte Microsoft Vorabversionen von zwei neuen Tools für die Cortana Intelligence Suite sowie das Skype Bot Platform SDK und neue APIs vor:
- Anwendungen sehen, hören, sprechen und verstehen: Die Microsoft Cognitive Services ermöglichen eine natürliche Kommunikation mit Computersystemen. Die APIs bieten Entwicklern die Möglichkeit, Anwendungen das Sehen, Hören, Sprechen, Verstehen und Interpretieren menschlicher Bedürfnisse beizubringen.
- Das Microsoft Bot Framework lässt sich mit jeder beliebigen Programmiersprache nutzen, um interaktive Bots zu programmieren. Diese kommunizieren mit Nutzern in natürlicher Sprache und können in einer Vielfalt von Anwendungen eingesetzt werden, darunter Text/SMS, Slack, Twitter, Telegram und Webseiten.
- Mit dem Skype Bot Platform SDK und den zugehörigen APIs können Entwickler Bots programmieren,die die unterschiedlichen Kommunikationsmittel von Skype nutzen, darunter Text-, Sprach- und Videonachrichten sowie interaktive 3D-Charaktere. Über die aktuellen Versionen für Windows, Android und iOS erhalten Anwender einen ersten Eindruck der intelligenten Skype Bots.
Entwicklungswerkzeuge und Linux
Mit neuen Tools erleichtert Microsoft die Entwicklung von plattformübergreifenden Anwendungen für Windows 10. Mit dem neuen Desktop App Converter (Project Centennial) bringen Entwickler Win32- und .NET-Anwendungen auf die Universal Windows Platform.
Xamarin ermöglicht Entwicklung mobiler Apps über alle Plattformen. C#-Entwickler können über Xamarin vorhandenen App-Code für unterschiedliche Plattformen optimiert aufbereiten, darunter Windows, iOS und Android. Plattformspezifische Erweiterungen und Funktionen bleiben dabei gezielt adressierbar. Künftig wird Xamarin in Visual Studio integriert sein, dessen neueste Version Visual Studio 2015 Update 2 ab sofort zum Download zur Verfügung steht.
Linux: Zukünftig kann Windows 10 Linux-Kommandozeilenprogramme ausführen wie sie in der weit verbreiteten "Bash"-Shell eingesetzt werden. Hierbei sollen echte Linux-Binaries ohne Neucompilierung laufen.












