zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Fraunhofer IPMS

Inka Krischke,

Den Datenhunger der KI zähmen

Künstliche Intelligenz arbeitet schnell, doch ihr Energiehunger wächst rasant. Ein deutsch-taiwanesisches Forschungsteam des Fraunhofer IPMS, des Fraunhofer IMWS und des taiwanesischen Forschungsinstituts TSRI entwickelt nun eine Lösung: neue Speicher für die führenden Chiptechnologien kleiner 3 nm. Diese innovativen Nanosheet-Bauelemente ermöglichen Rechenoperationen direkt im Speicher und senken so den Energieverbrauch drastisch.

Nahaufnahme (Dieshot) von ferroelektrischen Speicherchips auf einem 300-mm-Wafer des Fraunhofer IPMS. © Fraunhofer IPMS

Angesichts des rasant wachsenden Bedarfs an künstlicher Intelligenz (KI) und neuromorphem Computing steigt der Energieverbrauch von Rechenzentren und Edge-Systemen dramatisch. Ein zentraler Flaschenhals ist der Datentransfer zwischen Hauptspeicher und Recheneinheit. Ein gemeinsames deutsch-taiwanesisches Projekt will genau hier ansetzen: Durch eine neuartige Speichertechnologie soll künftig Rechnen “direkt im Speicher” möglich werden, und das mit deutlich geringerer Verzögerung und geringerem Energieaufwand.

„Wir gestalten eine Plattform, die Speichertechnologie und Rechenleistung modernster Chips enger miteinander verknüpft. Das eröffnet neue Möglichkeiten für KI-Systeme und reduziert gleichzeitig den Energieverbrauch“, sagt Dr. Maximilian Lederer, Projektleiter am Fraunhofer IPMS.

Ferroelectric FETs (FeFETs) auf Hafniumoxid-Basis gelten dafür als besonders geeignet: Dank dünner Hafniumoxid-Schichten lässt sich die Technologie in moderne Halbleiterprozesse integrieren. Zudem arbeiten diese Bauelemente kapazitiv (statt resistiv) und verbrauchen so in eingebetteten Systemen bis zu etwa 100-mal weniger Energie als vergleichbare nichtflüchtige Speicherlösungen.

Anzeige

Das finale Ziel der Kooperation ist die Einrichtung einer 300-mm-Forschungslinie, die Speicher nicht nur für Consumer-Anwendungen, sondern auch für Automotive, Industrie und Medizintechnik entwickelt.

„Die deutsch-taiwanesische Zusammenarbeit vereint Schlüsselkompetenzen – von der Materialentwicklung über die hochauflösende Materialcharakterisierung bis hin zu modernsten Bauelementarchitekturen. Gemeinsam schaffen wir eine Plattform für die nächste Generation energiesparender Speichertechnologien“, fügt Dr. Chien-Nan Liu hinzu, Direktor des Taiwan Semiconductor Research Institute, National Institutes of Applied Research (TSRI, NIAR).

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Deutsche Messe

Streik zum Auftakt der Hannover Messe

Anlässlich des angekündigten Streiks der ver.di an den ersten beiden Tagen der Hannover Messe 2026 (20. und 21. April), der den öffentlichen Nahverkehr in Hannover lahmlegt, äußert sich der Veranstalter, die Deutsche Messe, mit deutlicher Kritik und...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Siemens

Strategische Investition in Emerald AI

Steigende KI-Lasten treffen auf begrenzte Netzkapazitäten: Siemens erweitert sein Rechenzentren-Ökosystem, um Flexibilität zwischen Rechenleistung und Energieversorgung zu schaffen. Partnerschaften und neue Technologien sollen den Ausbau...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren