embedded world 2019
Erneut Rekorde geknackt
Die 17. Ausgabe der embedded world erzielte bei den Ausstellern sowie in der Fläche neue Rekorde. Mit rund 31.000 kamen etwas weniger Besucher als 2018 – jedoch ist dies das zweitbeste Besucher-Ergebnis seit Bestehen. Das Hype-Thema KI war auf der Messe omnipräsent.
“Die embedded world hat sich in den nun fast zwei Jahrzehnten außerordentlich positiv entwickelt. Das beweist sie auch 2019 wieder eindrucksvoll. Rund 31.000 Fachbesucher aus 84 Ländern sowie 1117 Unternehmen – und damit fast 100 mehr als im vergangenen Jahr – aus 42 Ländern, präsentierten sich hier auf der Leitmesse der Embedded-Community. Der internationale Anteil auf der Ausstellerseite ist erneut auf nun 56 % gestiegen. Ebenso legte die Messe noch einmal um 8 % in der Fläche zu. Dies sind die bis dato größten Kennzahlen für die Messe bei der Ausstellerzahl sowie in der Fläche und wir sehen nach wie vor Potenzial in diesem dynamischen Markt”, resümiert Richard Krowoza, Mitglied der Geschäftsleitung, NürnbergMesse.
Ebenso erfolgreich präsentierten sich mit insgesamt rund 2000 Teilnehmern und Referenten aus 46 Ländern die Messe-begleitenden Kongresse ‚embedded world Conference‘ und ‚electronic displays Conference‘. Die embedded world Conference hatte für 2019 ‚Embedded Intelligence‘ als Schwerpunktthema gewählt. Und auch die electronic displays Conference hat sich als B2B-Plattform für Display-Technologien etabliert. Professor Karl Heinz Blankenbach, Vorsitzender des Komitees, zeigte sich sehr zufrieden: „Die Konferenz hat sich ausgezeichnet entwickelt und ist erneut gewachsen.
Ein echtes Erfolgsmodell ist daneben die electronic displays Area, die sich so groß wie noch nie präsentierte.“ Dort standen dieses Jahr aktuelle Display-Technologien wie LCD, Touch, Optical Bonding, Display-Systeme und die zukunftsträchtige HDR-Technologie im Fokus. Neben den bereits bekannten Sonderflächen electronic displays Area, M2M, safety & security sowie den jungen innovativen Unternehmen feierte die ‚start-up Area‘ in diesem Jahr ihre Premiere. „Es freut uns sehr, dass wir vom Start weg so viele Jungunternehmer für die embedded world begeistern konnten. Die Fläche war im ersten Jahr ausgebucht. Wir werden unser Start-Up Förderung sicherlich weiter ausbauen und inhaltlich erweitern“, so Benedikt Weyerer, Leiter der embedded world bei der NürnbergMesse.
Ein kleines Jubiläum gab es am letzten Messetag zu feiern: Der embedded world Student Day fand 2019 zum zehnten Mal statt. In diesem Jahr besuchten ihn über 1000 Studenten aus ganz Europa.
Zusammenarbeit in Sachen KI
Ein Thema das auf der Messe omnipräsent war: die Künstliche Intelligenz. Um diese schnell und einfach in der zu Praxis etablieren, haben sich die Unternehmen Advantech, AMD und Mentor zusammengetan. Ziel dieser Partnerschaft ist es, mehr KI-basierte Geschäftsgelegenheiten zu generieren. Im Rahmen der Partnerschaft soll Anwendern dabei geholfen werden, die KI-Implementierung durch die Integration der verschiedenen Produkte und Services der Kooperationspartner zu beschleunigen. So sollen sich die Anwender auf die Entwicklung der Anwendung konzentrieren können.
Konkret bietet Advantech eine eingebettete Plattform (SOM-5871/AIMB-228) mit den neuesten Ryzen-Embedded-V1000-Prozessoren von AMD in Verbindung mit dem Embedded-Linux-Betriebssystem von Mentor. Der AMD-Prozessor unterstützt Frameworks, Libraries, Tools und Compiler für Bildverarbeitungsanwendungen, die von der Leistungsfähigkeit des Ryzen-Prozessors mit der Radeon-Vega-GPU-Technologie profitieren. Noch wichtiger jedoch: Die drei Unternehmen nutzen offene Standards wie OpenVX und OpenCL API, die auf dem Linux-Kernel unterstützt werden, damit die Nutzer Machine Learning über verschiedene Hardware-Architekturen auf eine Vielzahl von AI-Anwendungen übertragen können.
KI im Live-Einsatz gab es am Stand von Congatec bei einer Retail-Deep-Learning-Applikation zu sehen (siehe Bild). Bei der von Basler in enger Zusammenarbeit mit Congatec und NXP entwickelten Lösung handelt es sich um ein Proof-of-Concept, das Künstliche Intelligenz (KI) nutzt. Standbesucher konnten Waren in ihren Einkaufskorb legen und das trainierte neuronale Netz erkennt die Produkte. Abschließend wurde die Rechnungssumme angezeigt.
Ebenfalls nutzte das Unternehmen Congatec die Messe, um die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr zu präsentieren. Auf der Pressekonferenz vermeldete das Unternehmen ein Rekordwachstum von 24 % gegenüber dem Vorjahr und einen Rekordumsatz von 132,5 Mio. US-Dollar gegenüber 106,6 Mio. US-Dollar im Jahr 2017. Und auch für das Jahr 2019 rechnet Congatec – auf Basis des aktuellen Auftragsbestands – mit einem weiteren Wachstum.
Ein Schwerpunkt der Wachstumsstrategie von Congatec liegt in den durch die digitale Transformation getriebenen Wachstums-märkten. Unter anderem steigt das Unternehmen etwa in den Markt der 3,5-Zoll-Singleboard-Computer (SBC) ein – mit einer 40-%igen Leistungssteigerung für existierende Applikationen. Um diesen Performance-Zuwachs zu erreichen, sind die neuen ‚conga-JC370‘-3,5-Zoll-SBCs mit den Intel-Core-i7-Mobile-Prozessoren der 8. Generation (Code-Name Whiskey Lake) bestückt. OEM-Kunden sollen von dem sehr frühzeitigen Zugriff auf diese neue Prozessorarchitektur profitieren. Zukünftig wird das Unternehmen alle relevanten Prozessoren unterstützen, die sich für diesen kompakten SBC-Formfaktor eignen – einschließlich der verschiedenen Embedded-Varianten der brandneuen 8. Generation der Intel-Core-i7 Mobile-Prozessoren.
Echtzeit im Fokus
Gemeinsam mit Intel und Real-Time Systems zeigte Congatec zudem auf der embedded world die Livedemo der neuen industrie- tauglichen Applikationsserverplattform für mehrere industrielle Echtzeit-Steuerungen. Mit ihrem deterministischen Verhalten auf bis zu sechs Cores kann die industrielle Applikationsserverplattform auf Basis von COM-Express-Type-6-Modulen mit Intel-Xeon-E2-Prozessor mehrere Echtzeit- und Nicht-Echtzeit-Tasks übernehmen. Dazu zählen beispielsweise Smart Vision, künstliche Intelligenz, Robotersteuerungen und optional auch IIoT-basiertes Monitoring, Maintenance und Management. Die applikationsfertige, multitaskingfähige industrielle Steuerungsplattform nutzt den RTS Hypervisor von Real-Time Systems. Sie ist ausgelegt auf die kommenden Generationen Vision-basierter kollaborativer Roboter, Automatisierungssteuerungen und autonome Fahrzeuge, die mehrere Tasks parallel bewältigen müssen – einschließlich Situational Awareness mittels Deep-Learning basierter KI-Algorithmen. „Da Industrielle Steuerungen der nächsten Generation vernetzt sind, müssen sie auch in Echtzeit miteinander interagieren. Zudem sehen wir für viele Applikationen den Bedarf, eine Vision-basierte KI zu integrieren. Außerdem wird ein IIoT-basierter Datenaustausch benötigt, um die in unterschiedlichsten industriellen Feldern verteilten Maschinen zu überwachen. Die Demo unserer, für mehrere Echtzeit-Steuerungen ausgelegten, industrietauglichen Applikationsserverplattform wurde exakt für solche Applikationen qualifiziert“, erklärte Christian Eder, Director Marketing bei Congatec.
Echtzeit stand ebenfalls im Fokus bei der von Kontron angekündigten Industrial-Computer-Plattform für TSN-Anwendungen. Die ‚KBox A-230-LS‘ ist mit einem SMARC-Modul auf Basis des NXP-Dual-Cortex-A72-LS1028-Prozessors ausgestattet. Das SMARC-sAL28-Modul bietet bis zu fünf integrierte TSN-fähige 1 GB Ethernet Ports direkt aus dem Controller an und erfüllt die Spezifikationen gemäß des TSN-Standards IEEE 802.1. Damit eignet sich die aktuelle ‚KBox‘ laut Kontron ideal für den Einsatz in Industrial-IoT-Umgebungen, die auf Ethernet-Protocol-Standards basieren. Dabei unterstützen die zwei ARM-v8-Prozessorkerne sowohl die Echtzeit-Verarbeitung in industriellen Steuersystemen als auch virtuelle Maschinen für Edge Computing im IoT. Die CPU umfasst integrierte GPU- und LCD-Controller und ermöglicht damit die Realisierung von HMI-Systemen. Für die lokale Datenerfassung und Anbindung an das Sensor- oder Maschinenumfeld sorgt eine serielle Schnittstelle (RS232/RS485 und optional CAN). Die Anbindung an das IT-Umfeld kann durch die integrierten Gigabit-Ethernet-Schnittstellen erfolgen.














