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Artikel und Hintergründe zum Thema

3 Fragen an … B&R

Andrea Gillhuber | Andrea Gillhuber,

»Ein multifunktionaler Server außerhalb von Rechenzentren«

Edge Computing sorgt mit für mehr Intelligenz in der Fabrik. René Blaschke von B&R erläutert im Interview die Bedeutung von Docker-Technologien in diesem Zusammenhang.

René Blaschke, B&R

© B&R

René Blaschke studierte u.a. an der Fachhochschule in Salzburg Information Technology & Systems Management und startete seine beruflichen Laufbahn in verschiedenen Positionen bei der Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation tätig. Im März 2017 wechselte er zu B&R Industrial Automation, wo er im Bereich IoT tätig ist. Seit Februar dieses Jahres ist er Head of Product Management – IoT bei B&R.

Durch das Industrial Internet of Things fallen immer mehr Daten an. Es gilt, dieser Datenkomplexität Herr zu werden. Welche Rolle spielt dabei Edge Computing?

Blaschke: Um diese Komplexität zu beherrschen, bedarf es einer durchdachten und skalierbaren Systemarchitektur. Dabei spielt Edge Computing eine zentrale Rolle. Unter Edge Computing versteht man die Datenverarbeitung am Rande eines Netzwerkes. So werden Daten näher an dem Ort verarbeitet, wo sie entstehen. Kürzere Wege ermöglichen eine schnellere Datenübertragung.

Betriebsdaten von Maschinen lassen sich automatisiert erfassen, vereinheitlichen und analysieren. Dies funktioniert über ein Edge-Gerät, das direkt an der Maschine angebracht ist. So lassen sich zum Beispiel die Produktionsraten verbessern, der Energieverbrauch optimieren oder Wartungsarbeiten optimal planen.

An der Edge werden Sensordaten vorausgewählt, Softwareapplikationen abgearbeitet oder gar KI-Berechnung durchgeführt. Was sollten Anwender in Bezug auf die Edge-Software-Landschaft beherzigen? Welche Technologien sollen/müssen unbedingt berücksichtigt werden?

Blaschke: Edge Computing stellt sich der Herausforderung, dass Geräte immer intelligenter werden. Es gibt immer mehr kommunizierende Sensoren, die immer mehr Daten erzeugen. Derzeit gibt es jedoch noch sehr viele Geräte ohne permanente Internetverbindung. Edge Computing erlaubt es, die Daten mit einem Edge-Gerät dort auszuwerten, wo sie entstehen.

Hier kommen Container-Technologien wie Docker ins Spiel. Eine Container-Visualisierung bietet die Möglichkeit, Anwendungen flexibel zusammenzusetzen und in unterschiedlichen Umgebungen zu nutzen. So lassen sich diese Anwendungen einfach auf unterschiedlichen Geräten bereitstellen.

Mit den Aufgaben wachsen die Anforderungen an die Hardware. Auf was sollten Anwender bei der Auswahl der passenden Edge-Computing-Hardware achten?

Blaschke: Ein Edge-Gerät ist als multifunktionaler Server außerhalb von klimatisierten Rechenzentren tätig, beispielsweise in einer Fabrik. Dabei ist es wichtig, dass die Hardware resistent gegenüber industriellen Bedingungen wie Staub oder Vibration ist. Darüber hinaus muss die Hardware-Dimensionierung entsprechend der zugrundliegenden Anwendungsbereiche gewählt werden. Diese reichen vom einfachen Store-and-Forward bis hin zu Anwendungen mit Echtzeit-Analysen.

Die Edge-Hardware muss zudem entsprechende Komponenten aufweisen, um moderne Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Dafür werden beispielsweise ein Trusted Platform Module (TPM) benötigt, um die Hardware mit grundlegende Sicherheitsfunktionen auszustatten, sowie zwei Ethernet-Schnittstellen, um das Maschinen-Netzwerk vom IT-Netzwerk zu trennen.

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