Nachgehakt bei Klaus Rottmayr
Echtzeit für Windows
Eine Echtzeit-Steuerung auf PC-Basis unter Windows: Das ist das Ziel der Zusammenarbeit von Spectra und Sybera. Klaus Rottmayr, Mitglied der Geschäftsleitung von Spectra, über die Beweggründe und den konkreten Nutzen für Anwender.
Herr Rottmayr, was war die Motivation für die Zusammenarbeit mit Sybera?
Rottmayr: Viele unserer Kunden setzen unsere Spectra-Industrie-PC-Systeme für ihre Automatisierungsaufgaben ein – und der Großteil verwendet hierfür ein Windows-Betriebssystem. Da liegt es auf der Hand, dass wir auch Echtzeit-Automation unter Windows anbieten wollen. Die Firma Sybera ist hierfür der ideale Partner.
Warum bedarf es einer Neuorientierung?
Rottmayr: Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Real-Time-Hypervisor-Lösungen. Es ist jedoch sehr wichtig, dass alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Das bisherige Motto – einer liefert die Hardware, der Andere die Software – kann aufgrund der Komplexität moderner PC-Hardware-Plattformen, dem UEFI-BIOS und dem Windows-Kernel nicht mehr gehalten werden. Um den Anforderungen eines zuverlässigen PC-basierenden Steuerungssystems gerecht zu werden, ist eine genaue Abstimmung aller Komponenten zwingend erforderlich.
Wie wird die Echtzeit-Steuerung technologisch umgesetzt?
Rottmayr: Mit den PC-basierenden Master-Stacks für Windows für 32- und 64-Bit sowie der X-Realtime Engine von Sybera entfällt die Notwendigkeit einer separaten Controller-Hardware. Die Master-Steuerung wird direkt von einem Rechner-System von Spectra wie der ‚Mini-PC PowerBox-RTE‘ oder der ‚Panel-PC PowerTwin-RTE‘ mit den verfügbaren Standard-Ethernet-Schnittstellen umgesetzt.
Je nachdem, wie der Anwender seine Echtzeit-Steuerung gestalten möchte, bieten wir ihm zwei unterschiedliche Ansätze – Programmierbibliotheken oder grafische Controller-Software mit SPS-Programmierung und Oberflächengestaltung.
Entscheidet er sich für die Programmier-Bibliothek, kann er zum Beispiel mit der Entwicklungsumgebung ‚Visual Studio‘ komplexe Steuerungen gestalten und hat dabei die gesamte Interface-Welt von Windows zur Verfügung. Entscheidet er sich hingegen für die grafische Controller-Software ‚X-GO Flex Logic Control‘ kann er sehr einfach und schnell seine Steuerung realisieren.
Unsere einsatzfertige Vorinstallation bietet einen entscheidenden Vorteil: Der Kunde muss sich nicht mehr um installationstechnische Dinge kümmern. Gerade die Erstinstallation ist oft ein wichtiger Support-Faktor, der durch die Zusammenarbeit von Spectra und Sybera entfällt. Der Kunde erhält also nicht mehr nur ein einzelnes Produkt, sondern vielmehr eine Lösung, inklusive Know-how-Transfer durch das Trainingscenter von Sybera.
Für welche Anwendungen bietet sich die Lösung an?
Rottmayr: Im Prinzip bedienen wir Stand heute bereits die gleichen Kunden. Gute Beispiele für den erfolgreichen Einsatz einer Spectra-Sybera-Lösung sind Anwendungen in den Bereichen Maschinenbau, Automotive, Messtechnik, Montage und Verpackung sowie zum Beispiel in der Präge- und Schweißtechnik.
Gerade im Bereich Motion-Control kommen Zykluszeiten typischerweise von 500 Mikro- bis 2 Millisekunden zum Einsatz. Beim isochronen Motion-Control ist jedoch der Jitter von entscheidender Bedeutung. Ein Jitter unter 50 Mikrosekunden auf PC-Basis kann nur mit dedizierter PC-Hardware und entsprechenden Jitter-Reduktionsverfahren erreicht werden. Hier arbeiten wir als Hardware- und Software-Hersteller eng zusammen.










