Robotik

Davina Spohn,

Autonome Flugroboter für Hilfstransporte

Ein Netz aus fliegenden Robotern plant Andreas Raptopoulos (Bild), Mitbegründer des kalifornischen Start-ups Matternet. Die unbemannten Mikrokopter sollen in abgelegene Gegenden Frachten transportieren. Technisch ist das vollautomatische Logistiksystem bereits umsetzbar, die Gesetzgebung bereitet dem Entwicklerteam jedoch noch Probleme.

© Matternet

Bis zu zwei Kilogramm an Medikamenten oder Lebensmitteln sollen die autonomen Flugroboter transportieren. Andreas Raptopolous, Mitbegründer des US-Unternehmens Matternet, betont den Hilfscharakter der Mikrokopter: "Eine gute Verkehrs-Infrastruktur ist vor allem in Entwicklungsländern eine Seltenheit. Mit diesem Problem sind zum Beispiel Hilfswerke konfrontiert, die Medikamente nur mit großem Aufwand in ländliche Gebiete transportieren können". Eine sinnvolle Alternative seien hier die autonomen Flugroboter. Matternet will nach eigener Aussage weltweit ein Netz aus Basisstationen aufbauen, die bis zu zehn Kilometer voneinander entfernt sind. So könnten die Mikrokopter die Fracht von Station zu Station transportieren und bei ihren Zwischenstopps Energie für den weiteren Flug tanken. Eine unternehmenseigene Software übernimmt die Planung der Teilstrecken bis zum Zielort.

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Mit technischen und unternehmerischen Details zu den Mikrokoptern hält sich Matternet derzeit noch zurück. Der grobe Zeitplan wurde kommuniziert: In den kommenden Wochen sollen die ersten Testflüge in der Dominikanischen Republik und auf Haiti stattfinden. In den nächsten zwölf Monaten will Matternet zwei Basisstationen in Betrieb nehmen und autonome Starts und Landungen, Be- und Entladung sowie den automatischen Akkutausch erproben. Kommerziell in Betrieb gehen sollen die fliegenden Roboter bis 2015. Das Unternehmen hofft, dass bis dahin die US-Luftfahrtaufsicht die administrativen Rahmenbedingungen geschaffen hat, um den kommerziellen Betrieb autonomer Kleinflieger in die nationale Luftsicherheit zu integrieren. "Das Problem ist die Gesetzgebung, die bei Unfällen jemanden braucht, der die Schuld trägt", sagt Prof. Viktorio Malisa vom Lehrstuhl Mechatronik / Robotik der Fachhochschule Technikum Wien. Die kleinen Flugroboter könnten nicht für einen Unfall verantwortlich gemacht werden.

Sobald die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, sieht Prof. Malisa bereits weitere Aufgabenfelder, die die fliegenden Roboter dem Menschen in dicht besiedelten Stadtgebieten abnehmen könnten: etwa die Reinigung von Straßen oder das Zustellen der Post. Es sei nur noch eine Frage der Zeit - „Im Industriesektor tut sich schon was, der gewöhnliche Konsument muss aber noch zuwarten“, sagt Prof. Malisa.

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