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Kommunikation

Industrie 4.0 im Maschinenbau

15. Juni 2020, 08:15 Uhr   |  Meinrad Happacher

Industrie 4.0 im Maschinenbau
© Sony/Framos

Seit 2008 führt Michaela Rothhöft mit Unterstützung des VDMA im Abstand von drei bis fünf Jahren die Marktstudie „Industrielle Kommunikation / Industrie 4.0“ durch. Die Ergebnisse des Update 2020.

Michaela Rothhöft
© Michaela Rothhöft

Michaela Rothhöft befragte für die Studie 2020 insgesamt 300 Maschinenbau-Unternehmen zum Einsatzverhalten und über zukünftige Entwicklungen in den Bereichen Kommunikationstechnologien und Industrie 4.0.

Die Kern-Erkenntnisse der Befragung von 300 Maschinenbau-Unternehmen in 2020 sind schnell zusammengefasst: Die Bedeutung der Verknüpfung von IT- und Automatisierungswelt im Maschinenbau nimmt zu; die damit einhergehende Bedeutung von Security steigt. Der Einsatz von Ethernet-Protokollen gehört heute zum Standard der meisten Unternehmen; die unabhängigen Kommunikationstechnologien wie OPC UA, TSN und IO-Link werden künftig stark zulegen.

Wird die Cloud zum Muss?

Maschinenanbindung an die Cloud
© Michaela Rothhöft

Die Anbindung der Maschinen an eine Cloud: Erst gut 15 Prozent der Maschinenbauer haben heute ihre Maschinen beziehungsweise Anlagen schon mit einer Cloud verbunden. Mehr als 45 Prozent haben nicht vor, dies je zu tun.

Was die Verknüpfung von Automati-sierungs- und IT-Netz in den Fertigungen betrifft, so glauben mehr als 90% der Maschinenbauer, dass sie zukünftig solche „Industrie 4.0“-Eigenschaften des Automatisierungsnetzes benötigen. Dabei erwarten sie mehrheitlich den Einsatz von  Plug and Play und die Koexistenz mehrerer Protokolle. Ein Großteil rechnet zudem mit der Verwendung von Condition Monitoring / Predictive Maintenance. Aber auch eine Cloud-Anbindung wird von jedem zweiten Maschinenbauer zukünftig erwartet. Dabei steht die Kommunikation per OPC UA technologisch an erster Stelle.

Durch diesen erwarteten Industrie-4.0-Einsatz spielt auch Security eine immer größere Rolle. So beabsichtigen deutlich mehr Maschinenbauer den Einsatz von erweiterten Security-Maßnahmen als noch vor drei Jahren. Im Fokus stehen dabei Aspekte wie VPN / Verschlüsselung, Benutzer-/Rechte-verwaltung und Firewall. Aber auch Switches mit Security werden vermehrt gewünscht.

Profinet ist noch der Champion

Ethernet-Protokolle in der Industrie
© Michaela Rothhöft

Der Einsatz von Ethernet-Protokollen: Bis dato ist Profinet der Spitzenreiter im Maschinenbau. Zukünftig dürften die Technologien OPC UA, TSN und IO-Link diese Statistik prägen.

Ethernet ist im Maschinenbau mittler-weile Standard: Nur noch 2 % verzichten auf diese Technologie. Am gängigsten ist nach wie vor das Protokoll Profinet, gefolgt von TCP/IP in der Leitebene und ebenfalls TCP/IP in der Feldebene. Bei den Herstellern von Fördertechnik/ Hebezeugen kommt überdurchschnitt-lich oft Ethernet/IP (46 %) sowie in der Montage/Handhabung/Robotik EtherCAT (38 %) zum Zug. Auffällig ist, dass Unternehmen, die mehr als 200 Maschinen jährlich bauen, zukünftig nur noch zu 58 % Profinet nutzen möchten.
 

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