Deutscher Zukunftspreis 2020
Robotisches Visualisierungssystem nominiert
Drei Teams sind mit Innovationen für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Mit dabei: Ein robotisches Visualisierungssystem, EUV-Lithographie und eine Fassadendämmung.
Seit 1997 vergibt der Bundespräsident jährlich den mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis. Mit ihm werden herausragende Innovationen gewürdigt, die den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken und dabei sozial und ökologisch nachhaltig sind. Verliehen wird der Preis am 25. November.
Nominiert: EUV-Lithographie für die Halbleiterfertigung
Dr. rer. nat. Peter Kürz, Carl Zeiss SMT, Dr. rer. nat. Michael Kösters, Trumpf Lasersystems for Semiconductors Manufacturing und Dr. rer. nat. Sergiy Yulin, Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, haben eine neue Fertigungstechnik für Mikrochips entwickelt. Dafür nutzen sie ultraviolettes Licht mit extrem kurzer Wellenlänge. Das Plasma der eingesetzten Lichtquelle wird dabei fast 40- mal heißer als die Oberfläche der Sonne. Damit lassen sich Halbleiter herstellen, die besonders leistungsfähig, energieeffizient und kostengünstig sind. Seit zwei Jahren werden diese Mikrochips von Herstellern von Smartphones und Halbleiterprodukten verwendet.
Nominiert: Robotisches Visualisierungssystem
Ein robotisches Visualisierungssystem für die Mikrochirugie haben Prof. Dr. med. Andreas Raabe, Inselspital Bern,Universitätsklinik für Neurochirurgie, Dr.-Ing. Michelangelo Masini sowie Frank Seitzinger, MBA, beide Carl Zeiss Meditec, entwickelt. Das neuartige System vereint die Bereiche Robotik, moderne Assistenzsysteme und Visualisierung. Es unterstützt den Chirurgen bei Eingriffen, indem es das Operationsfeld vollständig visualisiert und wichtige Informationen für die Entscheidungsfindung während der Operation liefert. Dabei können die chirurgischen Fachkräfte ihre Hände permanent im Operationsfeld belassen und sich auf den Eingriff konzentrieren. Das System wurde 2017 eingeführt, seitdem wird es jedes Jahr bei über 300.000 Eingriffen, vor allem in der Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie, eingesetzt.
Nominiert: Spritzbare Fassadendämmung mit Glass-Bubbles
Das Team um Dipl.-Ing. Friedbert Scharfe, Franken Maxit Mauermörtel, Prof. Dr.-Ing. Thorsten Gerdes, Universität Bayreuth, und Dr. rer. nat. Klaus Hintzer, Dyneon, hat ein neuartiges Dämmsystem für den Gebäudebau geschaffen. Zentrales Element sind dabei die 10 bis 200 µm kleinen Glashohlkugeln. Die mineralische Spritzdämmung hat eine besonders hohe Dämmwirkung und Festigkeit und wird nachhaltig produziert. Sie lässt sich flexibel verbauen und sogar durch Robotiksysteme aufgebracht werden. Das System wurde im Januar 2019 präsentiert und ist seitdem auf dem Markt erhältlich.














