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Siemens und Aucma

Mit Roboter gegen das Coronavirus

18. März 2020, 10:17 Uhr   |  Andrea Gillhuber

Mit Roboter gegen das Coronavirus
© Siemens

Innerhalb einer Woche wurde der Desinfektionsroboter entwickelt.

Innerhalb einer Woche haben Siemens und Aucma einen intelligenten Desinfektionsroboter entwickelt, der in Kürze den Kampf gegen Viren in Krankenhäusern aufnehmen wird.

China war das erste Land, in dem das neuartige Coronavirus ausgebrochen ist. Ganze Städte und Regionen wurden abgeriegelt. Eine herausfordernde Situation für alle. Yu Qi, Leiter der Forschungsgruppe für fortgeschrittene Fertigungsautomatisierung von Siemens China mit Sitz in Qingdao, fragte sich zu diesem Zeitpunkt, was er tun könne, um »im Kampf gegen Covid-19 zu unterstützen«. Als China während der chinesischen Neujahrsfeiertage seine Bemühungen zur Bekämpfung des Virus intensivierte, suchte er nach einem Weg, wie man moderne Technologien für die Viruskontrolle nutzen kann.

Mit elektrischem Desinfektionsroboter gegen das Virus

Während der Epidemie kam die Meldung, dass in vielen Krankhäusern dringend Desinfektionsroboter benötigt wurden, um Menschen von der Desinfektion risikoreicher Bereiche zu befreien.

Yu Qi arbeitet in dem von Siemens und Aucma gemeinsam gegründeten Labor für Roboteranwendungen. Der der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Spezialrobotern, unbemannten Fahrzeugen, Industrierobotern und intelligenten Geräten. Die Idee, einen neuen Typ von intelligenten Desinfektionsrobotern zu entwickeln, war geboren und das Team freute sich auf die Aufgabe. Aufgrund der Hygieneanforderungen beschloss das Team beschloss, rein elektrische Desinfektionsroboter zu entwickeln. Siemens und Aucma starteten das Projekt am 7. Februar, kurz nach den verlängerten chinesischen Neujahrsferien.

Zu Beginn der Entwicklung stellten sich dem Team einige Fragen:

  • Wie sollten die Steuerungssysteme für die Zerstäubungspistolen und das elektrische Chassis integriert werden?
  • Wie kann die Sterilisationswirkung mit geringerem Desinfektionsmittelbedarf maximiert werden?
  • Wie kann eine 360°-Abdeckung selbst in engen Bereichen gewährleistet werden?

Die Designvalidierung umfasste Runden von Produkttests und Benutzer-Feedback. Die Teams von Siemens und Aucma arbeiteten von zu Hause aus und standen über Telefonate in Kontakt.

Eine Woche später, am 15. Februar, hat das Team seinen ersten Desinfektionsroboter erfolgreich fertiggestellt.

Informationen in Echtzeit

Mit einer Lithiumbatterie betrieben, kann ein Roboter mit Doppel-Zerstäubungspistolen 20.000 bis 36.000 m² in einer Stunde desinfizieren. Eine omnidirektionale Kameraplattform auf der Oberseite überträgt Videos und Informationen in Echtzeit, gekoppelt mit einem intelligenten Bildverarbeitungsalgorithmus, der es dem Bediener ermöglicht, betroffene Bereiche aus der Ferne zu lokalisieren.

Anstelle von Rädern setzte das Team auf ein Raupenfahrwerk. So können die Roboter auch auf unterschiedlichen Oberflächen sicher operieren, Hindernisse leichter überwinden und auch Steigungen besser erklimmen.

Zu den Entwicklungen im Design und auch bei den autonomen Steuerungssystemen reichte das Team Patente ein. Die neu entwickelten Desinfektionsroboter sind bereit für die Markteinführung und werden bald in Krankenhäusern in China eingesetzt, um die Verbreitung von Viren einzudämmen. Darüber hinaus werden weitere Roboter an Schulen, Büros, Produktionsstätten und andere öffentliche Orte geliefert, um die Wiederaufnahme der Arbeit und Produktion zu unterstützen.

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