ZVEI

dpa | Andrea Gillhuber,

Elektroverband sieht Halbleiterziele der EU gefährdet

Nach dem Willen der EU soll bis 2030 rund ein Fünftel der globalen Halbleiterproduktion in Europa erbracht werden. Dafür müssten die Länder laut Branchenverband aber deutlich mehr Geld investieren.

Ein Leistungsmodul eines Energiewandlers vor einen sogenannten SiC-Wafer. © Harald Tittel/dpa

Berlin (dpa) - Ohne deutlich mehr Förderung ist aus Sicht des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) das EU-Ziel von 20 Prozent der globalen Halbleiterproduktion in Europa bis 2030 nicht zu schaffen. »Tatsache ist, dass wir gegenwärtig bei einem Anteil von 8,1 Prozent liegen«, sagte Andreas Urschitz, Vorsitzender ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems, der Deutschen Presse-Agentur. Selbst bei einem maßvollen Ausbau der Förderung könnte sich dieser Anteil bis 2045 etwa durch Abwanderung von Produktionskapazitäten sogar leicht verringern auf 7,9 Prozent. »Wir müssen also mehr tun.«

Es brauche regional stabile Lieferketten, um nicht in unverhältnismäßige und einseitige Abhängigkeiten zu geraten, betont Urschitz. Über staatliche Förderung müssten vor Ort zusätzliche Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Benötigt würden aber auch Forschung, Entwicklung, Chipdesign, Leiterplattenherstellung und Dienstleistungen. «Wenn der Staat besonders kapitalintensive Projekte nicht unterstützt, fallen die Standortentscheidungen zugunsten anderer Regionen aus», warnt er. 

EU plant öffentliche Investitionen von 43 Milliarden Euro

Die EU hat den EU-Chips-Act im vergangenen Jahr beschlossen. Neben dem 20-Prozent-Ziel sieht er öffentliche Gesamtinvestitionen in diesen Bereich von rund 43 Milliarden Euro vor. Diese Fördersummen müssten aus Sicht des ZVEI ausgebaut werden. 

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Anfang dieses Jahres lagen rund 80 Prozent der weltweiten Halbleiter-Produktion in Asien und 20 Prozent im Westen. Hochmoderne Chips etwa für Smartphones werden hauptsächlich in Taiwan vom Fertiger TSMC produziert.

Die Bundesregierung hatte in diesem Jahr versucht, den Chiphersteller Intel mit Milliardenanreizen beim Aufbau einer Fabrik nach Magdeburg zu holen. Im Rahmen von Sparmaßnahmen hat der Konzern den Bau allerdings zuletzt um zwei Jahre verschoben. In Dresden wiederum hat TSMC mit weiteren Partnern zuletzt mit dem Bau einer eigenen Chipfabrik begonnen.

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