World Economics Forum / Siemens
Siemens Fürth erhält Sustainability Lighthouse Award
Das Weltwirtschaftsforum hat den Siemens-Standort Fürth als Leuchtturm für Nachhaltigkeit (Sustainability Lighthouse) ausgezeichnet. Hohe Energieiensparungen bei gleichzeitiger Produktionssteigerung, CO₂e-Reduktion am Standort und Kreislaufwirtschaft mit Abfallreduktion gaben unter anderem den Ausschlag dafür. Der Siemens-Standort Fürth plant bis 2026 klimaneutral zu sein.
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) zeichnet Organisationen, Projekte und Produktionsökosysteme aus, die durch technologiegestützte Energie-, Emissions-, Wasser- und Abfallreduzierungen einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Netto-Null-Ziele, zur Dekarbonisierung und zur Kreislaufwirtschaft geleistet haben. Das Netzwerk der Sustainability Lighthouses zeige, dass Produktivität und Nachhaltigkeit kein Widerspruch mehr seien, so das WEF.
»Der Sustainability Lighthouse Award würdigt die herausragende Arbeit unseres Teams in Fürth. Durch die Einführung unseres intelligenten Energiesystems haben wir den Energieverbrauch um 64 Prozent reduziert und die Treibhausgasemissionen um 72 Prozent pro Durchsatz gesenkt. Zusätzlich haben wir die Produktion um 145 Prozent erhöht und damit gezeigt, dass Nachhaltigkeit und Produktivität Hand in Hand gehen können«, sagte Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands von Siemens und CEO Digital Industries.
In Fürth entwickelt und fertigt das Unternehmen innovative Produkte für die Industrieautomation, die zur Digitalisierung sowie zur Effizienzsteigerung in verschiedenen Industrien beitragen. So werden unter anderem Human-Machine-Interface (HMI)-Panels produziert, die als Bedienpanels in Fertigungen Anwendung finden, wo Menschen mit oder an Maschinen und Anlagen arbeiten. Der Standort Fürth strebt an, bis zum Jahr 2026 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
Energieeffizienz in Produktion und Gebäuden
Das Herzstück der Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Fürth ist ein ganzheitliches Energiesystem für Produktion und Gebäude. Hier kommen mehrere miteinander kommunizierende Systeme zum Einsatz. Mehr als 350 Energiezähler vor Ort verknüpfen sämtliche Energiedaten und ermöglichen eine zielgerichtete Reduzierung des Energieverbrauchs sowie eine präzise Berechnung des CO₂-Fußabdrucks der Produkte (PCF). Das System schlägt selbstständig konkrete Verbesserungen vor und hat bereits deutliche Einsparpotenziale realisiert, etwa bei der Beleuchtung mit 952 Megawattstunden pro Jahr und der Gebäudeautomation mit 103 Megawattstunden jährlich. Damit könnten etwa 2.000 Haushalte im gleichen Zeitraum mit Strom versorgt werden. Die Ergebnisse fließen auch in das lokale E2E-PFC-Management (End-to-End Product Carbon Footprint-Management) ein, das den CO₂-Fußabdruck der Produkte überwacht.
Stromverbrauch gesenkt, Produktlebenszyklus verlängert
Ein zusammen mit einem Partner eingeführtes elektromagnetisches Filtersystem minimiert Energieverluste aufgrund von Netzstörungen. Dies führte innerhalb des Betrachtungszeitraums von 2019 bis 2023 zu einer Verringerung des Gesamtstromverbrauchs um 3,8 Prozent und stabilisierte die Stromverteilung, wodurch das Risiko von Maschinenstillständen gesenkt werden konnte. Der Standort führte zudem eine Kreislaufwirtschaft ein, um den industriellen Abfall zu reduzieren und die Lebensdauer der Produkte zu verlängern. Fürth profitiert dabei von einem bestehenden Reparaturzentrum vor Ort, das für ausgewählte Produkte einen erweiterten Life-Repair-Service anbietet. Aktuell sind es bereits 310 Produkte, deren Lebenszyklus verlängert wird, bis 2026 soll diese Zahl auf 2000 Produkte steigen.
Fokus auf Ressourcennutzung
Im Herbst 2023 wurde auf dem Dach des Parkhauses mit 3.300 Quadratmetern eine Photovoltaikanlage mit 460 Kilowatt-Peak Leistung installiert, auch der Stickstoff für Schweißvorgänge wird intern produziert. 2024 wurde eine Anlage zur Stickstoffeigenerzeugung erstellt. Zudem soll die Abwärme von industriellen Prozessen zur Heizung des Standorts genutzt werden. Diese Projekte tragen nicht nur zur Emissionsreduktion bei, sondern ermöglichen auch eine effizientere Ressourcennutzung.











