Valtech und Copperberg
Was für Composable-Architekturen spricht
Hersteller setzen auf Composable-Architekturen, um erfolgreich auf unbeständige Marktbedingungen und sich ändernde Erwartungen der Customer Experience reagieren zu können. Dafür gibt es gute Gründe.
Eine aktuelle Umfrage von Valtech und Copperberg zeigt, dass Composable-Architekturen (43 Prozent) die Plattformlösungen (41 Prozent) als bevorzugte IT-Strategie der Hersteller überholt hat. Auch wenn der Vorsprung noch klein ist: 2023 werden erstmals mehr Hersteller auf Composable- Architekturen setzen als auf monolithische Plattformen.
Sehen wir gerade einen Wendepunkt bei der Digitalisierung der Fertigungsindustrie? Vieles spricht dafür. Der Schwerpunkt auf Composable lässt sich durch aktuelle Branchentrends erklären: Das Verschmelzen von physischen und digitalen Produktionswelten, neue Output-orientierte Modelle der Arbeitsorganisation und die Notwendigkeit, B2B-Kunden eine Customer Experience (CX) zu bieten, wie sie sie bereits von B2C-Unternehmen kennen.
Was aber macht eine Composable-Architektur aus? Und wie trägt sie dazu bei, die aktuellen Herausforderungen der Branche zu bewältigen?
Flexibel zum einheitlichen IT-Ökosystem
In den letzten zehn Jahren haben Hersteller überwiegend wenig maßgeschneiderte Software eingesetzt. Sicherlich hat der Kauf einer monolithischen Softwarelösung auch Vorteile. Man kann in der Regel schneller loslegen und muss sich weniger Gedanken über den Design- oder Entwicklungsprozess machen. Aber dieser kurzfristige Vorteil kann langfristig zu ernsthaften Problemen führen, da die Softwarelösung nicht an die sich stetig weiterentwickelnden Anforderungen des Unternehmens angepasst werden kann.
Das Ergebnis? Anstatt ein Instrument für Unternehmenswachstum und Innovation zu sein, bremst die eingesetzte Software am Ende den Unternehmenserfolg aus. Das ist besonders dann der Fall, wenn Unternehmen verschiedene Lösungen isoliert voneinander einsetzen. Das ist im verarbeitenden Gewerbe oft der Fall, da Unternehmen häufig durch eine Reihe von Fusionen und Übernahmen wachsen. Dadurch kann eine stark fragmentierte IT-Landschaft entstehen, erfahrungsgemäß mit bis zu 30 verschiedenen ERP-Systemen extreme Formen annehmen.
Composable Software funktioniert ganz anders. Wie bei Lego ist jede Komponente einer Composable-Lösung ein rekonfigurierbarer Baustein, der eine Kernanforderung digital abbildet. Auf diese Weise können sich Unternehmen eine wirklich individuelle IT-Lösung aufbauen. Die Implementierung einer Composable-Architektur erfolgt dabei nicht in einem einmaligen Roll-out, sondern in mehreren aufeinander abgestimmten Implementierungsschritten. So können einige Neuerungen schnell eingeführt werden und sofort positive Auswirkungen haben, während andere mehr Zeit in Anspruch nehmen und sorgfältig angegangen werden müssen.
Um es zusammenzufassen: Eine Composable Architektur ermöglicht es Unternehmen, auf flexible Weise ein einheitliches IT-Ökosystem zu schaffen. Für große Industrieunternehmen mit Hunderten von Anwendungen, zahlreichen ERPs und vielen verschiedenen CRMs kann dies ein entscheidender Vorteil sein. All diese Anwendungen und Systeme enthalten wertvolle Informationen. Doch allzu oft befinden sich diese Informationen in Silos verborgen. Durch die Zusammenführung aller Daten können sich Hersteller endlich ein vollständiges Bild von ihrem Unternehmen und ihrem Kundenstamm machen. Der modulare Ansatz führt zu verbesserter Datenanalyse, höherer betrieblicher Effizienz und Kosteneinsparungen. All das kann als Katalysator für eine Reihe weiterer spannender Entwicklungen dienen.
Wann passt eine Composable-Architektur?
Composable ist nicht für jedes Unternehmen geeignet. Unternehmen müssen einen gewissen Digitalisierungsgrad erreicht haben und bereit sein, sich auf eine längere Reise der digitalen Transformation zu begeben. Composable bedeutet nicht nur die Implementierung neuer Software, sondern erfordert eine neue Denkweise. Dank einer Reihe von Prinzipien und IT-Frameworks wird es Herstellern möglich, abseits ausgetretener Pfade zu denken, neue Chancen zu ergreifen und die eigenen Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.
Damit Unternehmen erfolgreich einen Composable-Ansatz verfolgen können, muss die Initiative und nötige Unterstützung von der Unternehmensführung kommen. Die Erfahrung im Laufe der Jahre hat gezeigt, dass Composable-Technologie zunächst einen Top-down-Ansatz erfordert. Die Führungsebene muss bereit sein, den organisatorischen Wandel voranzutreiben und damit den Geschäftswert zu steigern. Klar ist dabei auch: Nicht alle werden sich damit wohlfühlen. Unternehmen sollten sich daher nur dann für eine Composable-Strategie entscheiden, wenn die Führungsebene wirklich dahintersteht.

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Bereit für den Wechsel?
In den vergangenen Jahren haben wir gesehen, dass B2C-Unternehmen der B2B-Welt bei der Einführung von Composable-Architektur weit voraus sind. In der eingangs erwähnten Umfrage gaben die befragten Hersteller an, dass zwei der größten Hürden für die optimale Nutzung von Investitionen in die Digitalisierung isolierte Daten und fragmentierte IT-Ökosysteme sind. Zur Bewältigung dieser komplexen Herausforderungen, bildet eine Composable-Strategie eine solide Basis.
Das soll nicht heißen, dass alles ganz einfach läuft für Hersteller, die einen Composable-Ansatz verfolgen. Eben weil Software so flexibel einsetzbar wird, braucht es mehr Mut zu Trial-and-Error, um herauszufinden, was am besten funktioniert. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Composable Workflows werden auch immer leistungsfähiger und komplexer und bestehen daher aus mehreren Komponenten, unterschiedlichen Schnittstellen, Datenformaten und Anforderungen an die Datenverarbeitung. Das kann die Administration erschweren, weswegen Unternehmen sicherstellen müssen, dass sie über robuste Data-Governance-Frameworks verfügen, die die mit Composable-Technologie einhergehenden Änderungen bewältigen können.
Dennoch beginnt sich die Lücke bei Composable-Technologie zwischen B2C und B2B zu schließen. Angetrieben von den gestiegenen Erwartungen von B2B-Kunden setzen Hersteller, die sich traditionell auf den Verkauf physischer Produkte konzentriert haben, auf neue digitale Dienstleistungen, die ihr Kernangebot erweitern. Für viele Hersteller bieten Dienstleistungen wie Predictive Maintenance, digitale Dokumentationsprozesse und automatische Ersatzteilbestellung enorme Gewinnspannen.
Gleichzeitig erleben wir, dass eine neue Generation von Entscheidern in den Vordergrund tritt, die in der digitalen Welt zu Hause ist. Immer weniger Kunden verlangen von den Herstellern ein persönliches Treffen und eine Betriebsbesichtigung, bevor sie einen Kauf tätigen. Viele sind inzwischen mit der digitalen Kommunikation vertraut und bevorzugen diese sogar. Diese Entscheider erwarten ein nahtloses digitales Erlebnis während des gesamten Verkaufszyklus und ziehen es vor, ihre Einkäufe online zu tätigen, anstatt zum Telefonhörer zu greifen und zur Bestellaufnahme mit jemanden zu sprechen. Aber Servicemitarbeiter brauchen sich keine Sorgen zu machen: In der Welt der komplexen B2B-Produkte und -Dienstleistungen bleiben sie ein wichtiger Bestandteil des Verkaufsprozess. Viele Interaktionsprozesse werden sich digitalisieren. Dadurch bleibt aber auch mehr Zeit für werthaltige Tätigkeiten wie Beratungsgespräche bei Fragen vor der eigentlichen Bestellung.
Angesichts lukrativer neuer Einnahmemöglichkeiten und der Möglichkeit, ein umfassenderes Verständnis von Kunden zu entwickeln, ist es keine Überraschung, dass Hersteller endlich in Composable-Technologie und den Aufbau eines starken digitalen Ökosystems investieren. Obwohl sich die Investitionen in die digitale Transformation im letzten Jahr verlangsamt haben, nimmt die Beliebtheit von Composable nicht ab. Das liegt daran, dass selbst die strengsten CFOs die greifbaren Vorteile erkennen.
Branchendaten, die Nachfrage der Kunden und die Stimmung unter Entscheidern deuten auf ein enormes Wachstum im Bereich Composable-Software hin. Sie eignet sich hervorragend zur flexiblen Lösung von IT-Herausforderungen und zur Schaffung neuer Einnahmequellen. Aber letztlich geht es um mehr als das. Es geht darum, die CX zu verbessern, die Bedürfnisse von Kunden anhand von Daten zu antizipieren, neue digitale Dienstleistungen schnell und flexibel einzuführen und so die Hersteller für langfristigen Erfolg zu positionieren.











