Maschinenbau
VDW erwartet 30 Prozent Wachstum
Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) zog gestern (24.02) Bilanz und gab eine Prognose für 2011 ab: Mit 30 Prozent Umsatzwachstum will der Verband an frühere Erfolge anknüpfen.
„Mit der Rückkehr zu einem erwarteten Volumen von fast 13 Milliarden Euro hätten wir einen Großteil der krisenbedingten Einbuße wieder aufgeholt“, sagte Martin Kapp, Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), anlässlich der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Frankfurt am Main.
Zum Vergleich: 2008 betrug der Umsatz der deutschen Vorzeigebranche noch 14,2 Mrd. Euro. Das zeigt wie schwer der Maschinenbau von der Krise betroffen war - auch in 2010: Letztes Jahr sank der Umsatz gegenüber 2009 (10,2 Mrd. Euro) nochmals um 300 Mio. Euro auf 9,9 Mrd. Euro. „Im August 2010 drehte erstmals seit zwei Jahren die Umsatzentwicklung wieder ins Plus, woraus das kleinere Minus von drei Prozent bei der Produktion im Vergleich zu 2009 resultiert", sagte Kapp.Der Export, Paradedisziplin der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie, lag 2010 mit einem Prozent Minus noch moderat unter Vorjahr.
Mit einem Anteil von rund 28 Prozent und einem weiteren Zuwachs von 29 Prozent im Vergleich zu 2009 nimmt China inzwischen fast viermal so viele Werkzeugmaschinen ab wie die USA, die Platz zwei belegt.
Werkzeugmaschinenproduktion: Der neue Platzhirsch
„International wurde die Werkzeugmaschinenindustrie im Zuge der Krise neu aufgemischt“, beschreibt Kapp die aktuelle Situation. Erstmals rangiert China vor Japan, Deutschland, Italien und Südkorea an der Spitze der größten Werkzeugmaschinenhersteller. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht Kapp darin jedoch keine unmittelbare Bedrohung der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie: „China produziert zu 90 Prozent für den eigenen Markt einfachere Maschinen in großen Stückzahlen.“ Zudem gibt es nach einer aktuellen VDW-Studie derzeit noch kaum eigenständige technologische Innovationsleistungen. Mit einem Regierungsplan zum Umbau des Innovationssystems will China die Innovationstätigkeit in den Unternehmen jedoch explizit stärken.
Japan als zweiter großer Wettbewerber produziert vorwiegend Serienmaschinen mit kurzer Durchlaufzeit. Daher schlagen sich Veränderungen im Auftragseingang schnell in der Produktion nieder, sowohl im Aufschwung als auch im Abschwung. Dagegen überwiegen im deutschen Maschinenbau Sondermaschinen und lang laufende Projekte.
Selbstbewusst den Aufschwung mitnehmen
„Für uns gilt es, nach der tiefen Krise wieder auf Kurs zu kommen“, beschreibt Kapp die anstehenden Aufgaben. Im Fokus stehen die Konsolidierung von Bilanzen, Erträgen, Eigenkapital und Finanzierungsoptionen sowie die Eindämmung der Kosten. Dies alles muss die Branche meistern vor dem Hintergrund, dass gut drei Fünftel der internationalen Werkzeugmaschinenproduktion in Asien abgesetzt werden. Von der weiter wachsenden internationalen Nachfrage nach Fertigungstechnik werde die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie - als Technologieführer - profitieren.










