VDMA auf der SPS

Andrea Gillhuber,

Neue Geschäftsmodelle durch Datenökonomie

Die Elektrische Automation stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. Zugleich investiert der VDMA in Initiativen zu Datenökonomie, CRA-Umsetzung und einer Plattform für Material- und Werkstoffdaten.

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt mit Jörg Freitag, Vorstandsvorsitzenden des VDMA Elektrische Automation, Dr. Reinhard Heister, Geschäftsführer, und Johannes Rehner, Referent (beide VDMA Elektrische Automation) (von links).

Die Elektrische Automation verzeichnet in den ersten neun Monaten 2025 ein reales Auftragsplus von 5 %, während der Umsatz auf Vorjahresniveau blieb. Für das Gesamtjahr rechnet der VDMA-Fachverband Elektrische Automation mit einem Wachstum von 1 %. Gründe für die stagnierende Umsatzentwicklung sieht der Verband in reduzierten Investitionen der Kundenbranchen, unsicheren Marktbedingungen und der „zuletzt unberechenbaren Zollpolitik der USA“.

Für 2026 erwartet die Branche nur eine langsame Erholung. „Aufgrund der geopolitischen Herausforderungen erwartet die Branche für die erste Jahreshälfte 2026 eine weiterhin angespannte Auftragslage gegenüber 2025. Bei verbesserten politischen Rahmenbedingungen ist in der zweiten Jahreshälfte mit einem Aufwärtstrend zu rechnen“, sagt Jörg Freitag, Vorstandsvorsitzender VDMA Elektrische Automation anlässlich der Pressekonferenz auf der SPS in Nürnberg.

Der Verband betont die Bedeutung digitaler Technologien für den zukünftigen Wettbewerb. „Die fortschreitende Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und technologischen Innovationen im Produktionsbereich bieten die Chance zum Wachstum für die Elektrische Automation“, so Freitag. Gleichzeitig seien deutliche Entlastungen bei Bürokratie, Energiepreisen und Lohnnebenkosten notwendig, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder zu stärken.

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Einen Schwerpunkt legt der VDMA auf das Thema Datenökonomie. Das aktualisierte Verzeichnis „Akteure der industriellen
Datenökonomie 2025“ führt rund 650 Unternehmen, Verbände, Forschungseinrichtungen und Institutionen auf, die an industriellen Datenräumen arbeiten. Die digitale Broschüre soll Vernetzung erleichtern, Standards fördern und neue Zugänge für Unternehmen schaffen. Datenökonomie sei ein „konkreter Hebel zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit“; wer Datenkompetenz und vertrauenswürdige Datenräume aufbaue, lege die Basis für innovative
Geschäftsmodelle.

Auch beim Thema Cybersicherheit unterstützt der Verband seine Mitglieder. Mit Blick auf die Umsetzung des EU Cyber Resilience Act ab 2026 hat der VDMA einen branchenübergreifenden Arbeitskreis „Cyber Resilience Act (AK CRA)“ etabliert. Über 120 Teilnehmende aus mehr als 85 Mitgliedsunternehmen arbeiten dort an praxisorientierten Hilfestellungen entlang der gesamten Lieferkette. Zusätzlich engagiert sich der Verband im Ausbau der öffentlich geförderten Plattform ‚materialHUB‘, die Unternehmen bei der Recherche von Material- und Werkstoff-daten unterstützt. Neue Umwelt- undNachhaltigkeitskriterien, verbesserte Benutzerführung und erweiterte Suchfunktionen sollen die Materialauswahl insbesondere im Hinblick auf neue regulatorische Vorgaben erleichtern.

Halle 3 Stand 329

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