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Artikel und Hintergründe zum Thema

Start-up

Alexandra Hose,

Premiere einer AM Pitch Night

Die AM Pitch Night am 5. Mai richtete sich speziell an die Gründerszene und gab außergewöhnlichen Anwendungen, Innovationen und neuen Konzepten der Additiven Produktion eine Plattform. Drei Jungunternehmen präsentierten ihre Geschäftsideen in zehnminütigen Pitches einem Fachpublikum aus Forschung und Industrie.

Dr. Maximilian Heres (li.), Geschäftsführer des Industrialized Additive Manufacturing Hub Hamburg (IAMHH e.V.), gratuliert Florian Aigner, dem Gewinner der AM Pitch Night und CEO & Founder von Advanced Additive. © IAMHH e.V. / Christian Böhm

Die Pitches der drei Start-ups Advanced Additive, amsight und Neondelight beleuchteten die vielfältigen wirtschaftlichen und technologischen Chancen Additiver Technologien. Den ersten Platz erhielt das Start-up Advanced Additive für die Vorstellung seiner Software „Project Path“ und das Konzept mit dem größten Disruptionspotenzial für die Additive Produktion.

Jury kürt Start-up mit dem größten Disruptionspotenzial

Zu der Jury zählten bei der Pitch Night Lennard Stoever, Co-Founder und President von Zellerfeld. Prof. Dr. Ingomar Kelbassa, Vorstandsvorsitzender des Vereins IAMHH e.V., Institutsleiter von Fraunhofer IAPT und des Instituts für Industrialisierung Smarter Materialien ISM der TUHH, verknüpfte die Blickwinkel aus Forschung und Industrie. Dr. Jill Küberling-Jost, Investorin und Inhaberin von Antheas und Geschäftsführerin von 3DQR sowie Dr. Volker Bauer, Investor und Geschäftsführer des Unternehmens stay-long, ergänzten die Jury.

Bauer betonte den Wert von Veranstaltungen wie der AM Pitch Night: „Eine AM Pitch Night eröffnet Gründern die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, zu ermutigen und mit potenziellen Investoren ins Gespräch zu kommen. Pitch Nights sind eine tolle Gelegenheit, die Start-up Community zu stärken und kapitalkräftige Investoren mit Gründern in Verbindung zu bringen.“

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Start-ups, Jury und Vertreter des Vereins IAMHH auf der ersten AM Pitch Night am 5. Mai 2025 in Hamburg (vlnr.): Lennard Stoever, Co-Founder und President von Zellerfeld; Dr. Jill Küberling-Jost, Investorin, Inhaberin von Antheas und Geschäftsführerin/CFO bei der 3DQR; Prof. Dr. Ingomar Kelbassa, Vorstandsvorsitzender IAMHH e.V., Institutsleiter des Fraunhofer IAPT und des Instituts für Industrialisierung Smarter Materialien ISM der TUHH; Dr. Volker Bauer, Investor und Geschäftsführer von stay-long; Robin Schulte-Uentrop, Neondelight; Niclas von Horsten, Founder & CEO von Neondelight; Florian Aigner, CEO & Founder von Advanced Additive; Mahendran Reddy, Vorstand IAMHH e.V. und Senior Vice President Global Ecosystems, Fehrmann Tech Group; Dr. Maximilian Heres, Geschäftsführer IAMHH e.V.; Nora Luttmann, Leiterin Geschäftsstelle IAMHH; Tim Wischeropp, CEO & Co-Founder von amsight. © IAMHH e.V. / Christian Böhm

Advanced Additive gewinnt die AM Pitch Night

Mit FLM präzise Bauteile für sicherheitskritische Anwendungsfelder fertigen - so lässt sich der Pitch von Advanced Additive zusammenfassen. Fused Layer Modeling (kurz FLM) ist ein 3D-Druck-Verfahren für die Produktion von Kunststoffbauteilen aus thermoplastischen Materialien. Doch die Unsicherheit bei der Materialablage und folglich niedrige Qualität der Bauteile beschränken aktuell den Einsatzbereich von FLM. Advanced Additive will nun strukturell relevanten und sicherheitskritischen Anwendungsfeldern die Nutzung von FLM mit all seinen Vorteilen von kurzen Produktionszeiten zu geringem Nachbearbeitungsbedarf ermöglichen. Mit seiner Softwarelösung „Project Path“ sollen anspruchsvolle und sicherheitsrelevante Anwendungsfelder die Chance haben, FLM schnell und effektiv einzuführen. Die Lösung revolutioniere die Prozessplanung durch eine optimierte Pfadplanung und eine präzisere Materialablage, heißt es. Das Ergebnis sind Bauteile mit besseren mechanischen Eigenschaften und eine reduzierte Ausschussrate. Als Plugin oder G-Code-Postprozessor lässt „Project Path“ sich nahtlos in bestehende Workflows integrieren.

Start-ups mit wegweisenden Ideen

Beim Pitch von Neondelight standen Nachhaltigkeit, Individualität und regionale Produktion im Home-Dekor im Fokus. Das Start-up nutzt KI, um das wirtschaftliche Potenzial additiver Fertigungstechnologie zu entfalten. Mit dem On-demand-Verfahren bringen Kunden ihre persönlichen Wünsche in die Herstellung ein: Aus beliebigen User-Inputs entstehen druckfähige 3D-Modelle, die per 3D-Druck automatisch und flexibel als gebrauchsfertige Komponenten produziert werden. Amsight zegte in seinem Pitch eine Daten-Plattform für stabile Prozesse, neue Materialien und reduzierte Kosten. In der Additiven Produktion entstehen enorme Datenmengen. Ihre Analyse würde eine bessere Qualitätssicherung, beschleunigte Prozess- und Materialentwicklung sowie Kostensenkungen ermöglichen. Doch den Chancen stehe der gewaltige Aufwand für Datenerfassung, -analyse und -auswertung im Weg. Das Potenzial bliebe daher meist ungenutzt, so die Aussagen von amsight. Nun möchte das Unternehmen es Anwendern von Additiver Produktion ermöglichen, ihre Daten zu nutzen, Prozesse stabiler zu gestalten, neue Materialien zu entwickeln und Kosten zu senken. Die ganzheitlichen Datenanalysen sollen es ermöglichen, die Qualitätssicherung oder Prozessparameter zu optimieren, Prozesse und Materialien schneller zu entwickeln, Abfälle zu minimieren, die Produktivität zu steigern oder den Verbleib von Rohmaterialien bis zum Endprodukt zurückzuverfolgen – mit einer einzigen Plattform.

Die Investorin Dr. Jill Küberling-Jost fasste ihre Eindrücke zusammen: „Die AM Pitch Night im Rahmen der IAMHH Konferenz zeigte wegweisende Ideen in der Additiven Fertigung auf. Neondelight, amsight und Advanced Additive überzeugten mit ihren disruptiven Innovationen im 3D-Druck die Jury, das Fachpublikum und potenzielle Kapitalgeber. Der wertvolle Austausch mit Kontakten zur Industrie stärkt nicht nur das AM-Netzwerk, sondern vor allem das Start-up-Ökosystem.“

Erst im November 2024 ist der IAMHH e.V. mit zehn Mitgliedern aus Politik, Forschung und Industrie sowie drei Pilotprojekten gestartet. IAMHH steht für »Industrialized Additive Manufacturing Hub Hamburg«.

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