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Artikel und Hintergründe zum Thema

Bosch Rexroth

Günter Herkommer,

Schulterschluss mit der IT-Branche

Was hatte es zu bedeuten, wenn IT- beziehungsweise Software-Unternehmen wie Dassault Systèmes, MathWorks, National Instruments und Oracle sowie die Eclipse Foundation im Rahmen der SPS IPC Drives am Stand von Bosch Rexroth mit ausstellen? Vorstands-Mitglied Steffen Haack klärt auf.

Steffen Haack, Bosch Rexroth: "Als Anwender von Industrie 4.0 haben wir in den eigenen Werken gelernt, dass viele kleine, aber schnelle Schritte die besten Ergebnisse erzielen."

© Computer&AUTOMATION / Heiko Stahl

Nach Überzeugung von Steffen Haack habe die Automatisierungsbranche bereits einen Teil des Weges in Richtung der vierten industriellen Revolution erfolgreich zurückgelegt. Dennoch stelle sich die Frage: Warum hinkt die Umsetzung von Industrie 4.0 in den Fabriken und Werkshallen so weit hinterher? Die klare Antwort des Rexroth-Vorstandes: "Die Lücke zwischen Industrie- und IT-Welt ist längst noch nicht geschlossen. Um hier das Tempo zu erhöhen, kooperieren wir mit zahlreichen Unternehmen aus der IT-Welt dahingehend, vorhandenes Wissen und verfügbare Lösungen auf Basis offener IT-Standards miteinander zu verknüpfen."

Zur SPS IPC Drives zeigen die Lohrer daher zusammen mit den genannten Mitausstellern eben solche Verknüpfungen über das offene Open Core Engineering von Bosch Rexroth. "Auf diese Weise übertragen die Kooperationspartner ihr Wissen und ihre Expertise hinsichtlich Simulations-, Prozess- und Unternehmenssoftware auf die Maschinenwelt. Ohne eine Zeile SPS-Code schreiben zu müssen, greifen sie mit ihren Funktionen direkt auf die Steuerungen und Antriebe zu. Maschinenherstellern ermöglicht dies den evolutionären Brückenschlag zwischen SPS-Automation und IT-basierten Lösungen", ist Haack überzeugt.

Die vielfach geäußerte Befürchtung, dass die IT-Unternehmen im Kontext von Industrie 4.0 immer stärker in angestammte Geschäftsfelder der Automatisierer vordringen und diesen zunehmend Konkurrenz machen beziehungsweise "die Butter vom Brot nehmen" könnten, teilt Haack nicht: "Das Feld der Informationstechnologie ist ebenso vielfältig wie das des Maschinenbaus. Es gibt zahllose Anwendungen und Anbieter, die in ihren jeweiligen Märkten eine sehr große Kompetenz und Expertise haben. Warum das Rad neu erfinden? Uns ist wichtig die besten Leute, ihr Know-how und ihre Technologien zusammenzubringen."

Neben der Technologie an sich, sei die Umsetzung von Industrie 4.0 in der eigenen Produktion auch eine organisatorische Aufgabe. "Wie das konkret aussehen kann, können sich viele Kunden noch nicht vorstellen", weiß Haack aus eigener Erfahrung zu berichten und ergänzt: "Um das Thema weiter voranzutreiben brauchen wir daher vor allem eines: Praxisbeispiele!"

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Das zeigen die Rexroth-Partner auf der SPS IPC Drives 2015

Dassault Systèmes:

Mit Catia/SolidWorks von Dassault Systèmes und Open Core Engineering wird die Entwicklung von Maschinen mit modellbasiertem System-Engineering durchgängig digitalisiert. Die Verbindung des virtuellen Abbilds der Maschine mit dem realen Steuerungssystem ermöglicht eine virtuelle Inbetriebnahme und frühzeitige Optimierung.

Oracle:

Webbasierte Technologien und Softwarelösungen von Oracle nutzen die aus der IT bekannte Sprache Java. Auf dem Rexroth-Steuerungssystem IndraMotion MLC laufen Java-Anwendungen direkt und parallel zum SPS-basierten Maschinenprogramm.

National Instruments:

Bislang mussten Maschinenhersteller parallel zu Labview auch die Steuerung in ihrer eigenen Sprache programmieren. Mit Open Core Engineering entfällt diese Doppelprogrammierung und Hersteller können nun alle Steuerungs- und Antriebsfunktionen ausschließlich über Labview programmieren und ausführen.

MathWorks:

Die Simulations-Tools Matlab und Simulink eröffnen Herstellern die modellbasierte Entwicklung von Reglern oder Maschinenabläufen samt automatischer C- und SPS-Code-Generierung.

Eclipse Foundation:

Die Eclipse Foundation vereint Entwickler von Open-Source-Projekten in einer Community, die mit der Programmierumgebung Eclipse ihre Softwareprojekte entwickeln. Laut Rexroth ist IndraMotion MLC die erste Maschinensteuerung, die Anwender mit der Open-Source-Skriptsprache Lua und beispielsweise Eclipse programmieren können.

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