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Wie geht es weiter mit KI? Vorhersagen für 2026
Forrester hat zwei KI- und Europa-Prognosen für 2026 veröffentlicht. Nach dem Hype-Jahr 2025 kehrt in der Welt der Künstlichen Intelligenz Ernüchterung ein. 2026 rücken Themen wie KI-Governance, Kompetenzaufbau und der praktische Einsatz von Agenten für Routineaufgaben in den Vordergrund.
2026 Predictions: Künstliche Intelligenz
Im Jahr 2025 waren KI-Agenten ein heiß diskutiertes Thema in der Daten- und Analysewelt. Doch 2026 wird die anfängliche Euphorie abflauen und einem praktischeren Fokus auf KI-Governance, Kompetenzaufbau und den Einsatz von Agenten für Routineaufgaben weichen. Die Aufregung über die Möglichkeiten von KI wird der Realität ihrer alltäglichen Anwendungen Platz machen. Für 2026 sagt Forrester Folgendes voraus:
- Unternehmen werden 25 % ihrer KI-Ausgaben auf 2027 verschieben. Der Wert von KI bleibt bislang schwer greifbar: Weniger als ein Drittel der Unternehmen kann den Nutzen von KI direkt mit Gewinn- und Verlustveränderungen verknüpfen. Daher werden 2026 vermehrt CFOs in KI-Investitionsentscheidungen eingebunden. Diese stärker finanzorientierten Prozesse werden die Einführung von KI-Systemen verlangsamen und viele Proof-of-Concepts stoppen, was zu einer Verschiebung von 25 % der geplanten Ausgaben ins Jahr 2027 führt.
- Die Fragmentierung des Marktes wird Unternehmen zwingen, „Agentenplattformen“ zu schaffen. Hyperscaler sowie Anbieter von Datenplattformen und Automatisierungslösungen können noch keinen Anspruch auf eine Vorherrschaft im Bereich agentischer KI erheben. 2026 wird die Vielzahl von Anbietern dazu führen, dass die meisten Unternehmen modulare KI-Agenten-Architekturen aufbauen. Diese sogenannten Agentenplattformen werden die fragmentierten KI-Agenten steuern, orchestrieren und komplexe Multi-Agenten-Szenarien ermöglichen.
- 60% der Fortune-100-Unternehmen werden eine Leitung für KI-Governance ernennen. Aufgrund der wachsenden Komplexität der Regulierung, etwas durch die US-Gesetzeslage und den EU AI Act, werden bis 2026 rund 60 % der Fortune 100 ein eigenes KI-Governance-Management einführen. Unternehmen wie Sony, Bank of America und UBS haben diesen Schritt bereits getan.
Sudha Maheshwari, VP Research Director bei Forrester, kommentiert: „Jede Blase platzt irgendwann. In 2026 wird KI ihren Glanz verlieren und die Krone gegen einen Schutzhelm eintauschen. Die Bedenken der Unternehmen in Bezug auf den ROI werden stärker wiegen als der Hype der Anbieter. Angesichts dieser Marktkorrektur werden Firmen Funktionalität über Glanz stellen. CFOs werden stärker in KI-Deals eingebunden, Unternehmen werden ihre Investitionen auf verschiedene Agenten-Ökosysteme verteilen und Mitarbeitende umschichten, während KI-Agenten Routinearbeiten übernehmen. Clevere Unternehmen werden in KI-Governance und Schulungen zur KI-Kompetenz investieren, um Risiken zu minimieren und ihren KI-Kurs Schritt für Schritt zu steuern.“
2026 Predictions: Europa
Geopolitische Spannungen, anhaltende Unsicherheiten und neue Gesetzesinitiativen – darunter der European Green Deal und die Einführung des EU AI Act – werden europäische Unternehmen davon abhalten, mit risikoreichen Anwendungsfällen zu experimentieren. Das führt zu einer weiteren Abhängigkeit von US-Hyperscalern wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud.
Weitere Ergebnisse der Forrester-Studie:
- Die tägliche Nutzung generativer KI durch europäische Verbraucher wird sich verdoppeln, doch Unternehmen bleiben hinter den USA zurück. Da KI allgegenwärtig wird, wird sich der tägliche Einsatz durch Konsumenten in den meisten europäischen Ländern 2026 verdoppeln. Aufgrund strengerer EU-Regularien und weniger ausgereifter KI-Kompetenzen werden europäische Unternehmen bei der Einführung von KI-Technologien weiterhin im Rückstand gegenüber den USA bleiben. Das Vereinigte Königreich bildet hier eine Ausnahme: Mit lockereren Vorgaben und geringeren Sprachbarrieren wird es beide Trends durchbrechen.
- Verteidigungsausgaben führen zu einem Anstieg der Technologie-Budgets um 20 % bei Betreibern kritischer Infrastrukturen in der EU. Im Juni 2025 verpflichteten sich die NATO-Mitgliedsstaaten, ihre Verteidigungsausgaben auf 5 % des BIP zu erhöhen. Davon sollen 1,5 % in „ermöglichende“ Infrastruktur fließen. Forrester prognostiziert, dass öffentliche Einrichtungen und Betreiber kritischer Infrastrukturen im kommenden Jahr eine Erhöhung ihrer Technologie-Budgets um rund 20 % verzeichnen werden.
- Die britische KI-Strategie wird die Produktivität des öffentlichen Sektors steigern, aber das Vertrauen in die Regierung untergraben. Die Begeisterung der britischen Regierung für US-amerikanische KI-Technologien – etwa durch Partnerschaften mit Anthropic und OpenAI –, die Weigerung, internationale Abkommen zur KI-Governance zu unterzeichnen, und das Desinteresse an verbindlicher Regulierung werden das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung schwächen.
Dane Anderson, SVP, International Research & Product bei Forrester, kommentiert: „Die Europäische Union bemüht sich intensiv, wettbewerbsfähiger zu werden und ihre Abhängigkeit von globaler Technologieinfrastruktur zu reduzieren. In der Realität jedoch werden anhaltende Unsicherheiten und operative Beschränkungen europäische Unternehmen dazu zwingen, pragmatischere Strategien sowohl kurz- als auch langfristig zu verfolgen. Die Prognosen von Forrester sollen europäischen Führungskräften helfen, die zentralen Dynamiken und aufkommenden Trends des kommenden Jahres zu analysieren. Diese Erkenntnisse versetzen sie in die Lage, sich auf künftige Herausforderungen vorzubereiten und neue Chancen für Wachstum und Erfolg im Jahr 2026 zu nutzen.“











