KI für die Industrie

Annina Schopen,

Industrial AI: Siemens startet Datenallianz für Fertigung

Siemens und mehrere Partner aus dem Maschinenbau haben eine Datenallianz gegründet, um generative KI gezielt für die Industrie nutzbar zu machen. Im Fokus stehen Anwendungen wie automatisierte NC-Programme und adaptive Fertigungsprozesse – Bausteine für ein neues, industriespezifisches KI-Modell.

Roland Busch, Siemens (r.) und Prof. Christian Brecher, RWTH/WZL © Rainer Jensen

Siemens hat auf der EMO 2025 mit mehreren Werkzeugmaschinenherstellern – darunter Grob, Trumpf, Chiron, Renishaw und Heller – sowie dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen und der Voith Group eine Kooperation vereinbart. Ziel der Allianz ist der strukturierte Austausch von Engineering-, Fertigungs- und Maschinendaten zur Entwicklung generativer KI-Anwendungen im industriellen Umfeld. Die Zusammenarbeit gilt als wichtiger Schritt in Richtung eines industriespezifischen KI-Modells, des Siemens Industrial Foundation Model, dessen Vision erstmals auf der Hannover Messe 2025 vorgestellt wurde.

„Gemeinsam mit Kunden und Partnern machen wir heute einen bedeutenden Schritt, um industrielle KI zu skalieren. Ich sehe hier eine große Chance für die Wirtschaft Europas mit seiner starken industriellen Basis. Automobil, Chemie, Pharma, Maschinenbau, Energie, Gesundheit, Infrastruktur und Transport unter anderem – indem wir den einzigartigen Datenschatz unserer Unternehmen für generative KI-Modelle verfügbar machen, können wir völlig neue Stufen der Produktivität erreichen. Und die Datenallianz im Maschinenbau ist der Vorreiter“, sagt Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.

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Die Allianz zielt darauf ab, die Effizienz und Innovationszyklen in der Fertigungsindustrie durch den gezielten Einsatz von KI-Technologien deutlich zu steigern. Ein denkbarer Anwendungsfall im Bereich der Werkzeugmaschine ist die automatisierte Erstellung eines Teileprogramms für Werkzeugmaschinen. Dadurch können Teileprogramme erheblich schneller erstellt werden, während die Fehlerquote bei der Code-Erstellung sinkt. Zudem werden Programmierer von Basisaufgaben entlastet und können sich auf komplexere Herausforderungen konzentrieren.

„Der Zugang zu qualitativ hochwertigen Maschinendaten verschiedener Hersteller ist der Schlüssel“, erklärt Busch. „Mit dieser Allianz können wir KI-Systeme entwickeln, die die Komplexität in der Entwicklung und der Fertigung verstehen und so für Fachkräfte zum leistungsstarken Partner werden.“

(V.l.n.r.:) Prof. Christian Brecher, RWTH/WZL, Dieter Lindemayer, Voith, William Lee, Renishaw, Achim Beltz, Siemens, German Wankmilller, Grob, Roland Busch, Siemens, Stefanie Frank, Siemens, Dr. Ing. Stephan Mayer, Trumpf, Dr. Claus Eppler, Chiron Group, Dr. Thorsten Schmidt, Heller © Rainer Jensen

Die Partnerschaft umfasst den Austausch anonymisierter Maschinendaten unter strenger Einhaltung von Datenschutz- und Sicherheitsstandards. Diese Daten werden unter anderem zur Entwicklung und zum Training von KI-Modellen verwendet, die spezifisch auf die Anforderungen der industriellen Fertigung zugeschnitten sind. Mit den Daten aus der Allianz sollen etwa NC-Programme automatisch erstellt werden – das ist eine Art „Arbeitsanleitung“ für spezielle Fertigungsmaschinen. Weitere Anwendungsfälle sind vorausschauende Wartung mit präzisen maschinenspezifischen Prognosen, adaptive Fertigungsprozesse, die sich in Echtzeit an veränderte Bedingungen anpassen, oder auch Energieeffizienzoptimierung durch intelligente Steuerung der Maschinenparameter.

Langfristig plant die Allianz weitere Unternehmen dazuzugewinnen – auch außerhalb der Werkzeugmaschinenbranche, um industrielle Künstliche Intelligenz branchenübergreifend zu nutzen.

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