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Artikel und Hintergründe zum Thema

CAD-Daten / Engineering

Stefan Kuppinger,

JT-Datenformat bald ISO-Standard?

Der Verein ProSTEP iViP und Siemens PLM Software, ein Geschäftsbereich der Siemens-Division Industry Automation, haben den formellen Standardisierungsprozess des 3D-Datenformats JT gestartet.

© CAD Schroer

Siemens PLM Software und das Firmenkonsortium ProSTEP, haben den formellen Prozess eingeleitet, in dessen Rahmen das Datenformat JT zu einem internationalen ISO-Standard für 3D-Daten werden soll. Die Grundlage dafür bildet das im Oktober 2009 als Publicly Available Specification (ISO PAS 14306) veröffentliche Datenformat - allerdings in einer aktualisierten Version: Die ISO (Internationale Organisation für Normung) verlangt, für neue internationale Standards zunächst einen abgestimmten Vorschlag für einen neuen Arbeitspunkt (New Work Item Proposal) zu definieren. Um den Vorgang zu unterstützen, hat Siemens PLM Software eine aktualisierte Spezifikation V 9.5 des JT-Dateiformates veröffentlicht, die den ISO-Prozess durchlaufen wird.

So genannte leichtgewichtige 3D-Daten sind ein Teil der Produktdatendefinition, die CAD-Programme üblicherweise erzeugen. Sind solche Datenformate offen und weit verbreitet, lassen sich Informationen leichter für Anwendungen wie Digital Mock-up (DMU), Simulation, Design-in-Context und vereinfachte Zeichnungen nutzen. Das JT-Format wird heute bereits in mehreren Branchen eingesetzt, darunter in der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, dem Schiffbau sowie im Maschinen- und Anlagenbau. Als offener Standard wird JT die Nutzung von 3D-Daten in vielen Prozessbereichen außerhalb der Konstruktionsabteilungen vereinfachen. Anwender werden so unabhängig von den häufig noch geschlossenen CAD-Systemen eines einzelnen Anbieters. „Das ist einer der Hauptgründe weshalb die OEMs in der Automobilbranche weltweit hinter der ISO-Standardisierung von JT stehen", betont Prof. Alfred Katzenbach, Director Engineering IT bei Daimler und Vorsitzender der VDA Arbeitsgruppe PLM.

ProSTEP iViP stellt sicher, dass alle Lösungen, die seinen Mitgliedern bereitgestellt werden, seinen Anforderungen entsprechen, zusammenpassen und auf Standards basieren. Der Verein ist eine internationale Branchengemeinschaft von Unternehmen aus der Automobil- sowie Luft-und Raumfahrtindustrie und weiteren Systemanbietern und Forschungseinrichtungen. Ziel ist es, die aus einem weltweiten Entwicklungsverbund resultierenden, herausfordernden Aufgaben für die Fertigungsindustrie zu lösen. Grundgedanke ist die organisationen- und domänenübergreifende Betrachtung von Daten, Prozessen und Systemen. Die fünf Leitthemen des Vereins verdeutlichen diesen Ansatz: Prozessmanagement, Systemintegration, Produktdatenstandardisierung, Engineering Collaboration und Wissenstransfer.

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