KI im Engineering? Aber sicher!
"KI ist gekommen, um zu bleiben!"
Künstliche Intelligenz kann in Entwicklung und Engineering echte Produktivitätspotenziale heben. Eplan präsentierte dazu auf der Hannover Messe verschiedene Use-Cases und machte klar: Ohne eine hervorragende Datenbasis läuft nichts. Eplan-CEO Sebastian Seitz verrät Genaueres.
Herr Seitz, Sie treiben die Standardisierung im Engineering seit Jahren voran. Jetzt kommt die KI hinzu – welche Potenziale sehen Sie?
Künstliche Intelligenz bietet enormes Potenzial, die Aufgaben von Entwicklern zu automatisieren und effizienter zu gestalten. Dabei soll sie im ersten Schritt Ingenieure unterstützen und von repetitiven Aufgaben entlasten. Wir beschäftigen uns bei Eplan bereits seit Jahren mit der generativen KI im Engineering und sehen bereits heute, dass sich wiederkehrende Aufgaben mit KI optimieren lassen. Die Möglichkeiten reichen von der intelligenten Fehleranalyse bis zur automatischen Generierung eines Montageplatten-Layouts. Besonders im Bereich der Automatisierungstechnik verbergen sich erhebliche Effizienzgewinne zur Reduktion der Planungs-zeiten, wenn KI-basierte Systeme in bestehende Engineering-Prozesse integriert werden. Eines ist dafür jedoch unabdingbar: strukturierte Daten.
Eine gute Datenbasis ist also zwingend erforderlich, um die Chancen von KI optimal zu nutzen? Was ist dafür die Grundlage, und wie unterstützen Sie Anwender darin?
Ein KI-Tool kann nur so gut sein, wie die Daten, auf denen es aufsetzt. Das ist derzeit die größte Herausforderung. Und zugleich trifft sie unseren Anspruch, den wir mit der Schaffung des Eplan Data Standards bereits vor Jahren begründet haben. Vollumfänglich beschriebene Artikeldaten sind im Engineering ein Muss, und es hilft, wenn diese auch nach allgemein gültigen Standards entwickelt wurden.
Wir setzen auf Initiativen wie ECLASS oder die Verwaltungsschale, um eine einheitliche Datenbasis zu schaffen. Zudem entwickeln wir unsere KI-Use-Cases so, dass ihre Entscheidungen für User möglichst nachvollziehbar sind – was auch das Vertrauen in neue Arbeitsweisen und Technologien steigert.
Gibt es Partner, mit denen Sie die Themen vorantreiben?
Offenheit ist ein wichtiges Thema – zwischen Unternehmen und natürlich der eingesetzten Software. Wir sind dazu im Gespräch mit einigen Global Playern. Mit Siemens beispielsweise tauschen wir uns intensiv über die Chancen einer End-to-End-Integration aus, die den gesamten Engineering-Prozess digitalisiert und automatisiert. Bereits jetzt können mithilfe des ‚Siemens Industrial Copilot for Engineering‘ Code-Blöcke für speicherprogrammierbare Steuerungen generiert werden. Mit Siemens zeigten wir in Hannover einen Showcase, bei dem der Industrial Copilot Änderungen im Eplan-Projekt durchführen kann. Und das ist erst der Anfang: Ziel sind maßgeschneiderte Lösungen, die die Prozesse beim Kunden auf eine nächste Stufe heben. Interessant wird es, wenn KI-Systeme übergreifend und selbstständig miteinander interagieren können. Zudem waren wir in Hannover am Stand von Microsoft vertreten. Dort – wie auch an unserem eigenen Messestand – zeigten wir auf Basis von ‚Microsoft Azure Open AI Service‘ erste Use Cases, unter anderem das Generieren von Montageplatten-Layouts per KI.












