DENEFF
Boombranche: Saubere Industriewärme
Der Markt für saubere industrielle Prozesswärme entwickelt sich zu einem der dynamischsten GreenTech-Segmente Deutschlands – mit enormem Potenzial für Jobs, Exporte und Klimaschutz. Eine neue Prognos-Analyse im Auftrag der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) zeigt: Wertschöpfung, Beschäftigung und Exportzahlen wachsen seit Jahren überdurchschnittlich – doch politisch bleibt das Thema weitgehend unbeachtet.
Die Branche erwirtschaftet bereits 5,5 Mrd. Euro jährlich und sichert über 60.000 Arbeitsplätze – ein Plus von mehr als 70 Prozent seit 2010. „Saubere Industriewärme ist der heimliche Champion der Energiewende“, sagt Christian Noll, Geschäftsführender Vorstand der DENEFF. „Sie entscheidet mit über Wettbewerbsfähigkeit, industrielle Souveränität Europas und das Erreichen der Klimaziele.“
Prozesswärme wird in der Industrie zum Erhitzen, Trocknen oder Verformen von Materialien benötigt und verursacht fast die Hälfte des gesamten Wärmeverbrauchs sowie zwei Drittel des industriellen Endenergiebedarfs – überwiegend fossil. Rund 90 Prozent der industriebedingten CO₂-Emissionen stammen aus diesem Bereich. Laut einer Studie der Hochschule Niederrhein könnten jährlich 21 Mrd. Euro Energiekosten eingespart werden – ohne Produktionseinbußen. Das entspricht einem Drittel des industriellen Energieverbrauchs.
Markt mit Milliardenpotenzial
Die neue Prognos-Studie zeigt: In den Produktions- und Dienstleistungsbereichen der grünen industriellen Prozesswärme schlummern überdurchschnittlich große Marktpotenziale – insbesondere für die heimische Anbieterindustrie. Der Export grüner industrieller Prozesswärmetechnologien aus Deutschland hat sich seit 2010 auf über 1 Mrd. Euro verdoppelt. Wichtigste Abnehmer sind die Schweiz, Niederlande und Österreich. Die Wertschöpfung ist seit 2010 um 7 % pro Jahr angewachsen. Die Beschäftigungszahl ist um 70 % gestiegen und liegt bei 60.000 Arbeitsplätzen.
Laut Prognos könnte sich das Marktvolumen in Deutschland bis 2050 auf 91 Mrd. Euro verachtzehnfachen – bei gleichzeitig bis zu knapp 1 Mio. neuen Arbeitsplätzen, wenn die Klimaziele konsequent umgesetzt werden. „Wir sehen hier einen Zukunftsmarkt, der noch schneller wächst als erneuerbare oder klassische Effizienztechnik. Zwar hält Europa noch 42 Prozent des Weltmarktanteils – doch dieser Anteil ist in den letzten Jahren gesunken. Darum braucht es gezielte industriepolitische Impulse, um unsere Technologieführerschaft zu verteidigen und auszubauen“, betont Malte Neumann, Policy Advisor Dekarbonisierung der Industrie bei der DENEFF.










