ZVEI
Abwärtstrend im Auftragseingang geht weiter
Auch im Juni sind die Bestellungen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie weiter rückläufig. In diesem Monat fällt der Rückgang besonders auf, was auf den guten Vorjahresmonat zurückzuführen ist.
Der Abwärtstrend geht auch im Juni weiter, obwohl der Rückgang durch Großaufträge im Juni 2023 überzeichnet ist, so der ZVEI. Demnach sind die Bestellungen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im Juni 2024 erneut zurückgegangen. Insgesamt fielen die Auftragseingänge gegenüber Vorjahr um 26,3 % zurück. Dabei fiel das Minus bei den Inlandsbestellungen mit 26,7 % nur leicht höher aus als bei den Auslandsorders (-26,0 %). Aus der Eurozone gingen im Juni 19,8 % weniger neue Aufträge ein als im gleichen Vorjahresmonat. Die Bestellungen aus Drittländern reduzierten sich um 28,7 %.
Das erste Halbjahr im Vergleich
In den zusammengenommenen ersten sechs Monaten des Jahres verfehlten die Auftragseingänge ihren entsprechenden Vorjahreswert um 14,3 %. Hier war der Rückgang der Bestellungen von Geschäftspartnern aus dem Inland (-17,0 %) ausgeprägter als der aus dem Ausland (-12,0 %). Die Orders aus dem Euroraum und aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums fielen zwischen Januar und Juni um 9,8 % bzw. 13,2 % niedriger aus als noch 2023.
Die preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland hat ihr Vorjahreslevel im Juni 2024 um 13,6 % verfehlt. Für die ersten sechs Monate des Jahres ergibt sich damit ein Output-Rückgang um 10,0 Prozent gegenüber Vorjahr.
Die branchenweite Kapazitätsauslastung lag zu Beginn des dritten Quartals des Jahres bei 75,6 % (der betriebsüblichen Vollauslastung). Damit sank sie in den vergangenen drei Monaten um fast fünf Prozentpunkte. Die Auftragsreichweite blieb aber mit 4,2 (Produktions-)Monaten gegenüber dem zweiten Quartal unverändert. »Hinsichtlich aktueller Produktionsbehinderungen ist das Pendel nochmal weiter Richtung nachfrageseitiger Hemmnisse ausgeschlagen«, so ZVEI-Konjunkturexperte Peter Giehl. »54 Prozent der Elektrounternehmen berichteten im Juli über Auftragsmangel.« Angebotsseitige Engpässe wie Arbeits- bzw. Fachkräftemangel (23 %) und Materialknappheit (11 %) wurden erst danach genannt.
Umsatzrückgang um 12,1 %
Die nominalen Erlöse der heimischen Elektro- und Digitalindustrie kamen im Juni 2024 auf 19,0 Mrd. Euro, womit sie um 12,1 Prozent niedriger lagen als vor einem Jahr.
Der Inlandsumsatz fiel im Juni um 10,7 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro, der Auslandsumsatz gab um 13,3 % auf 9,9 Mrd. Euro nach. 3,6 Mrd. Euro – und damit 9,9 % weniger als im Vorjahr – entfielen auf das Geschäft mit Partnern aus dem Euroraum. Die Erlöse mit Drittländern summierten sich auf 6,3 Mrd. Euro (-15,0 %).
Im Gesamtzeitraum von Januar bis Juni 2024 gab der aggregierte Branchenumsatz um 8,1 % gegenüber Vorjahr auf 110,4 Mrd. Euro nach.
Der Inlandsumsatz lag bei 52,9 Mrd. Euro, die Erlöse aus dem Ausland bei 57,5 Mrd. Euro mit ausländischen Kunden. Erstere lagen damit um 8,4 % und letztere um 7,9 % niedriger als im Vorjahreszeitraum. Mit der Eurozone wurden hier 20,9 Mrd. Euro (-6,8 %) umgesetzt und mit Ländern aus anderen Währungsgebieten 36,6 Mrd. Euro (-8,5 %).
»Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat sich im Juli 2024 wieder eingetrübt«, so Giehl. »Dabei verschlechterte sich insbesondere die aktuelle Lage deutlich. Die allgemeinen Geschäftserwartungen hingegen wurden nur geringfügig ungünstiger beurteilt als noch im Juni, sodass sie wieder leicht unterhalb der Nulllinie rangierten.«













