10 Jahre Datenschutzbilanz
DSGVO bleibt für Firmen Belastungsfaktor
Zehn Jahre nach Inkrafttreten der DSGVO haben laut Bitkom 71 % der Unternehmen die Vorgaben weitgehend umgesetzt. Gleichzeitig steigen Aufwand, Rechtsunsicherheit und Komplexität. Besonders beim Einsatz von KI sehen viele Betriebe neue Probleme.
Berlin. Zehn Jahre nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) ist Datenschutz laut einer Langzeitstudie des Digitalverbands Bitkom in den Unternehmen etabliert. Zugleich berichten viele Betriebe über steigenden Aufwand und zunehmende Unsicherheiten bei der praktischen Umsetzung.
Wie aus dem Studienbericht „10 Jahre DSGVO“ hervorgeht, hatten Anfang 2018 lediglich sieben % der Unternehmen die Vorgaben vollständig oder weitgehend umgesetzt. 2024 lag dieser Anteil bei 71 %. Parallel dazu bewerten immer mehr Unternehmen die Verordnung als Belastung für Geschäftsprozesse: Während 2016 noch 25 % angaben, die DSGVO mache Abläufe komplizierter, waren es 2025 bereits 81 %.
84 % der Unternehmen meldeten 2024 einen gestiegenen Aufwand für Datenschutz seit Einführung der Verordnung. 97 % bewerten den Aufwand inzwischen als hoch, davon 44 % als sehr hoch. Zudem erklärten 72 % der befragten Unternehmen im Jahr 2025, Deutschland übertreibe es beim Datenschutz. 2020 lag dieser Wert noch bei 40 %.
Für die Untersuchung befragte Bitkom Research seit 2016 jährlich repräsentativ Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten in Deutschland. Zuletzt nahmen 603 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen teil. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sagte: „Datenschutz ist keine lästige Pflicht, er ist eine zentrale Säule der digitalen Welt.“
Besonders beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz sehen Unternehmen zusätzliche Herausforderungen. 69 % der Befragten erklärten 2025, Datenschutzvorgaben erschwerten das Training von KI-Modellen mit ausreichend Daten. 2023 hatten dies erst 42 % angegeben. Zudem glauben 63 %, dass Datenschutzregelungen Unternehmen, die KI entwickeln, aus der EU verdrängen könnten.
Auch bei Datenpools für KI- und Analyseanwendungen berichten viele Unternehmen über Probleme. 59 % gaben an, Projekte seien aufgrund von Datenschutzvorgaben gescheitert oder gar nicht erst begonnen worden. 2020 lag dieser Anteil noch bei 41 %.
Als weitere Herausforderungen nennt die Studie internationale Datentransfers, rechtliche Unsicherheiten und den Fachkräftemangel im Datenschutz. So übertragen 61 % der Unternehmen personenbezogene Daten in die USA. 71 % wünschen sich politische Lösungen für internationale Datentransfers. Zudem sehen 82 % unklare Datenschutzvorgaben als großes Problem. 38 % beklagen einen Mangel an qualifiziertem Datenschutzpersonal – der höchste Wert der Zeitreihe.
Der vollständige Studienbericht „10 Jahre DSGVO – Eine Zwischenbilanz des Datenschutzes in Unternehmen“ steht unten zum Download bereit.











