Lapp
Umsatz sinkt um 7,7 %
Trotz weltwirtschaftlicher Eintrübung und der COVID-19-Pandemie hat sich Lapp im Geschäftsjahr 2019/2020 (1. Oktober bis 30. September) relativ robust behauptet. Der Umsatz allerdings verringerte sich um 7,7 % auf 1128 Mio. Euro.
Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding.
© Lapp„Wir haben agil und innovativ auf die Herausforderungen reagiert, und konnten so wirtschaftliche Einbußen noch im Rahmen halten“, betont Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding. Das Unternehmen verbucht einen Umsatzrückgang auf 1128 Mio. Euro, die Zahl der Mitarbeiter ging um 1,6 % auf 4.575 Beschäftigte zurück. Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich auf 29,7 Mio. Euro. „Trotz dieses COVID-bedingten Ergebnisrückgangs bin ich für die Zukunft optimistisch. Vor allem unsere Strategie, die digitale Transformation gemeinsam mit den Kunden voranzutreiben, hat sich in Zeiten der Pandemie als stabilisierender Faktor bewährt“, erklärt Andreas Lapp.
Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie wurde der Umsatzrückgang auch durch die gesunkenen Kupferpreise (-3,1 % im Jahresdurchschnitt) sowie durch Wechselkurs-Schwankungen beeinflusst. Bereinigt um diese Faktoren lag der Umsatzrückgang bei -6,5 %, mit einem noch relativ stabilen Geschäftsverlauf in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres und einer deutlichen Eintrübung in den Quartalen 3 und 4.
Die Entwicklung in den Regionen
Sehr unterschiedlich haben sich die Umsatzerlöse in den Regionen entwickelt. Die Region EMEA (Europa, Naher & Mittlerer Osten und Afrika) ist mit rund 74 % Umsatzanteil die stärkste Region in der Lapp Gruppe. Sie erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr 833,4 Mio. Euro – ein Minus von 6,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Region Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika) blieb mit 118,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr stabil. Die Region APAC (Asia Pacific einschließlich Indien) schloss das Geschäftsjahr mit 176,4 Mio. Euro oder einem Minus von 17,3 % deutlich schwächer ab. Hier wirkte sich die COVID-bedingte Eintrübung der Absatzmärkte bereits viel früher im Geschäftsjahr aus.
Weltweit sank die Zahl der Mitarbeiter um 1,6 % auf 4.575 Beschäftigte (Vorjahr: 4.650 Beschäftigte). Der prozentual höchste Rückgang erfolgte mit 5,9 % in der Region Nordamerika. In der Region EMEA blieb die Mitarbeiterzahl nahezu konstant.
Digitalisierung und Industrie 4.0 spielen bei den Kunden eine immer wichtigere Rolle. In zahlreichen Ländern und Regionen, beispielsweise in China, USA, Italien, Österreich und Russland, konnte Lapp im Bereich Industrielle Kommunikation teilweise zweistellig wachsen. „Das Wachstum in diesen Hauptmärkten zeigt, dass der Trend trotz der Pandemie anhält. In Summe mussten wir weltweit zwar ein Minus von einem Prozent verkraften. Die Verluste waren somit deutlich geringer als in anderen Sparten, so dass sich der Bereich IC durchaus als ein stabilisierender Faktor in diesen schwierigen Zeiten ausgewirkt hat“, erklärt Georg Stawowy, Vorstand Innovation und Technik. Deshalb wird dieses Segment auch in Zukunft Schwerpunkt bei der Entwicklung neuer Ethernet-basierter Produkte und Dienstleistungen sein.
Positiv hat sich auch der Bereich Erneuerbare Energien entwickelt. „Bei den Produktgruppen Ölflex Solar für die Photovoltaik sind wir um 23 % gewachsen. Das ist ein klares Indiz, dass die Energiewende weiter voranschreitet. Mit unseren Verbindungslösungen für die Erneuerbaren Energien liegen wir sehr gut im Trend“, sagt Georg Stawowy.
Auch das laufende Geschäftsjahr 2020/2021 wird von der Pandemie geprägt sein. Lapp rechnet daher mit einem gegenüber dem Vorjahr konstanten Geschäftsverlauf. Andreas Lapp: „Wir gehen davon aus, dass sich die Märkte nur langsam erholen werden. Ich vermute, dass wir erst, wenn der Lockdown beendet und die Bevölkerung ausreichend durchgeimpft ist, einen nachhaltigen Aufschwung spüren werden. Wie alle Unternehmen fahren auch wir momentan auf Sicht.“














