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Artikel und Hintergründe zum Thema

Rechenzentren im Wandel

Melanie Steinbeck,

Siemens und Rittal schließen strategische Partnerschaft

Die rasant steigenden Anforderungen durch KI-Anwendungen erzwingen einen grundlegenden Wandel in der Architektur von Rechenzentren. Vor diesem Hintergrund haben Siemens und Rittal eine strategische Partnerschaft geschlossen. Ziel ist die Entwicklung zukunftssicherer und nachhaltiger Lösungen für eine effizientere Energieverteilung in Rechenzentren im IEC-Markt.

Neue Anwendungen werden durch die aufeinander abgestimmten Komponenten von Siemens und die Stromverteilungs-Plattformen von Rittal ermöglicht. © Rittal

Im Zentrum der Kooperation steht die Entwicklung standardisierter Infrastrukturen, die den Bau von Hochleistungs-Rechenzentren beschleunigen, die Time-to-Compute minimieren und den steigenden Leistungsdichten durch KI-Anwendungen gerecht werden sollen. Bereits heute sind in KI-Rechenzentren Leistungen von 100 kW und mehr pro Rack üblich. Prognosen zufolge könnte sich die Leistungsdichte bis 2030 auf über 1 MW erhöhen. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an Energieverteilung, Kühlung und Wärmerückgewinnung.

Die Partnerschaft vereint die Kompetenzen von Siemens Smart Infrastructure als Technologiepartner für effiziente und sichere Energieverteilung mit der Friedhelm Loh Group und deren größtem Unternehmen Rittal, einem globalen Anbieter von Racks und standardisierter Infrastruktur für Hyperscaler.

Prof. Dr. Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group © Rittal

„Mit Siemens verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit in zahlreichen Feldern. Wir sind stolz, die Kooperation auf die nächste Stufe zu heben“, sagte Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group. „Beide Unternehmen treibt der Wille zur Innovation. Als Technologieführer sind wir in der Verantwortung, mit neuesten Technologien die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden immer weiter zu stärken.“

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Entscheidender Fortschritt für zukünftige KI-Anwendungen

Ein zentrales Ergebnis der Zusammenarbeit ist die Entwicklung einer „Sidecar“-Applikation der nächsten Generation. Diese wird direkt im sogenannten White Space eines Rechenzentrums installiert, also in dem Bereich, in dem sich Server-Schränke und Datenspeicher befinden. Die Lösung bündelt Leistungselektronik in einem separaten Power-Rack, das die Serverschränke versorgt.

Diese Architektur stellt einen entscheidenden Fortschritt für zukünftige KI-Anwendungen dar: Recheneinheiten können schnell, standardisiert und skalierbar mit Strom versorgt werden. Durch die Nutzung von OCP-Standards sowie modularer, erprobter Technologie von Siemens und Rittal werden ein schneller Einsatz, hohe Verfügbarkeit und ein verlässlicher Betrieb ermöglicht – bei gleichzeitig maximierter Effizienz in Form von „Token pro Watt“.

Andreas Matthé, CEO Electrical Products bei Siemens Smart Infrastructure © Siemens

„Um das rasante KI-Wachstum zu ermöglichen, benötigen wir zügig intelligente, zuverlässige und skalierbare Stromversorgungslösungen für Rechenzentren. In Kombination mit unseren innovativen elektrischen Produkten und Lösungen ist Rittal ein idealer Partner, wenn es um Tempo und Standardisierung bei Infrastruktur geht“, sagte Andreas Matthé, CEO Electrical Products bei Siemens Smart Infrastructure.

Perspektivisch: Ausweiten der Partnerschaft auch auf andere Bereiche

Darüber hinaus umfasst die Kooperation weitere Entwicklungsprojekte, darunter standardisierte Niederspannungsverteilungen für modulare und containerisierte Rechenzentren sowie Lösungen zur Verbesserung der Betriebs- und Personensicherheit. Erste Kundenprojekte befinden sich bereits in der Umsetzung.

Technologisch basiert die Zusammenarbeit auf aufeinander abgestimmten Komponenten von Siemens sowie den Stromverteilungsplattformen RiLineX und Ri4Power von Rittal Energy & Power Solutions. Diese Kombination ermöglicht leistungsfähige und zugleich standardisierte Lösungen für moderne Rechenzentrumsinfrastrukturen.

Perspektivisch soll die Partnerschaft über den Rechenzentrumsbereich hinaus ausgeweitet werden und auch andere Branchen sowie Applikationen adressieren. Damit positionieren sich Siemens und Rittal als zentrale Treiber für die industrielle Transformation im Kontext von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.

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