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Artikel und Hintergründe zum Thema

May Elektro-Bauelemente

Inka Krischke | Inka Krischke,

Mehr als Lagern und Verkaufen

Kunden erwarten heute von Distributoren wesentlich mehr als die reine Distribution. Inwiefern sich das Rollenverständnis wandelt, verdeutlicht Dieter Schink, Geschäftsführer der Firma May Elektro-Bauelemente in Berlin.

Dieter Schink, Geschäftsführer der Elektro-Bauelemente May KG.

© Elektro-Bauelemente May KG

Herr Schink, wie sehen Sie Ihre Rolle als Distributor in Sachen Steckverbindungen, Gehäusen und Schränken?

Dieter Schink: Das reine Lagern und Verkaufen von Produkten gehört schon länger der Vergangenheit an. Wer heute als Distributor erfolgreich sein will, muss weit mehr bieten können. Neben einem breiten Produktsortiment spielen vor allem die Logistikqualität, Warenverfügbarkeit, kurze Lieferzeiten, der Preis und immer stärker das Thema Verkaufs- und Projektunterstützung eine wichtige Rolle. Gerade durch Angebote und Dienstleistungen rund um die Verkaufs- und Projektunterstützung kann man sich mitunter entscheidend von seinen Mitbewerbern abgrenzen.

Inwiefern hat sich die Aufgabenstellung der Distributoren verändert? 

Unsere Aufgaben sind vielfältiger geworden. Das fängt mit Produkt-Modifikationen an und geht über fertig montierte und vorverdrahtete Baugruppen bis zur konstruktiven und fertigungsbezogenen Projekt-begleitung. Oft müssen Produkte an bestimmte Gegebenheiten angepasst und zum Beispiel durch Bohrungen, Ausbrüche, Bedruckungen, Sonderfarben oder spezielle Gestaltungen modifiziert werden. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Herstellern oder vor Ort bei uns führen wir solche Modifikationen nach den Vorgaben der Kunden durch.
Grundsätzlich suchen Kunden immer häufiger einen Partner, der ihnen nicht nur einzelne Komponenten für ein System liefert, sondern sie bei der Realisierung eines Systems oder Geräts auch mit umfangreichen Dienst-leistungen unterstützt.

Welchen Stellenwert hat Beratung? 

Die Beratung unserer Kunden ist angesichts immer komplexer werdender Produkte schon seit Jahren ein wichtiger Bestandteil unserer Dienstleistung. Voraussetzung hierfür ist eine hohe Fachkompetenz der Mitarbeiter, die Anforderungen nicht nur verstehen, sondern auch in kreative Lösungen umsetzen können. Mit speziellen Trainings- und Weiterbildungsangeboten für Kunden und Interessenten schaffen wir in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Herstellern meistens auch die Voraussetzung für einen nutzbringenden Wissenstransfer. Denn fundiertes Wissen über Technologien und Produkte ist auch für Mitarbeiter und Servicetechniker beim Kunden die Grundlage für einen störungsfreien Betrieb ihrer Anwendung. Neben Veranstaltungen zu Produkten und Technologien bieten wir spezifische Angebote für Entwickler, Servicetechniker und Bedienungspersonal an. 

Welches war Ihr herausforderndster Auftrag?

Herausfordernd können Aufträge zum Beispiel werden, wenn der Faktor Zeit die entscheidende Rolle spielt. So war das zum Beispiel beim Auftrag eines großen internationalen Unternehmens, bei dem wir über 3000 19-Zoll-Schränke pro Jahr in unterschiedlichen Ausführungen und mit unter-schiedlichem Zubehör Just in Time direkt in die Fabrik liefern mussten. Wir waren unter anderem für die Qualitätskontrolle sowie die Lagerbestands-führung mit Dokumentationen zuständig. 
Die größte Herausforderung aber war, dass der Kunde einen Tag vor der Anlieferung seinen Bedarf gemeldet hat, und wir uns verpflichtet hatten, am nächsten Tag bis 10 Uhr Just in Time zu liefern. Aber auch das hat über viele Jahre hervorragend funktioniert.

Eines der Themen, das Hersteller derzeit umtreibt, ist das Thema Single-Pair-Ethernet beziehungsweise dessen Standardisierung – ist dies auch bei Ihren Kunden schon Thema?

Ja, und wir sind froh, dass wir bereits seit über 60 Jahren Vertriebspartner der Firma Harting sind. Für den Single Pair Ethernet Standard haben sich inter-nationale Standardisierungsgremien in einem mehrstufigen Auswahlprozess für ein SPE-Steckgesicht der Harting-Technologiegruppe entschieden. Dies sorgt für Planungssicherheit; Entwickler neuer Geräte oder von Sensor/Aktor-Technik können mit der Implementierung von SPE beginnen. Nun hat Harting bekannt gegeben, dass ab sofort die Schnittstelle T1 Industrial in feld-konfektionierter und umspritzter Ausführung in Serie verfügbar ist.

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